SPORTLER IM BLICK
Warum der Motorsportler Philipp Bereswill so erfolgreich ist
Philipp Bereswill ist Automobilsportler aus Leidenschaft. Der 19-jährige Mutterstadter fliegt in den Wettbewerben Jugendkart, Superkart und Automobil förmlich über den Slalom-Parcour, fährt Bestzeiten und räumte schon zahlreiche Titel ab. Dreimal war er Pfalzmeister und zweimal Deutscher Automobilclub-Meister (AvD) im Jugend-Kart-Slalom. Er ist zweifacher Deutscher AvD-Meister im Superkart, zweimal Pfalzmeister im Automobil-Slalom des Youngstercup der Klasse 2 sowie Rheinland-Pfalz-Meister. Auch zahlreiche Teilnahmen an Deutschen Meisterschaften sind für Bereswill notiert.
„Ich habe früher zusammen mit meiner Oma immer sehr gerne im Fernsehen Formel 1 geschaut und habe mich dadurch für den Motorsport begeistert“, erzählt Bereswill. 2012 ist der damals Neunjährige zum ersten Mal in ein Kart eingestiegen. „Für mich waren immer Bescheidenheit und das Teilnehmen an kleinen Wettbewerben wichtig. Natürlich wollte ich diese auch erfolgreich abschließen“, sagt Bereswill. Der Motorsport ist ein teures Geschäft und hat manchen schon in den Ruin gestürzt. Der Kart-Slalom ist die finanziell günstigste Variante, auch deshalb hat ihn Bereswill gewählt.
Sieg in zwölf von 13 Rennen
Angefangen hat Philipp beim Motorclub Haßloch. Bei den ersten zwei Trainingseinheiten schaute er noch zu, bekam dann aber die Gelegenheit, sich ins Kart zu setzen, um ein paar Runden zu drehen. Bereits nach fünf Minuten war klar, Philipp hat Talent. „Trainer Helmut Müller kam direkt zu mir und sagte, dass mein Sohn hierbleiben und für den MC fahren soll. Ihm verdanken wir die erfolgreiche Karriere. Er fordert viel, fördert aber auch den Nachwuchs“, blickte Vater Jürgen Bereswill zurück. Seine erste Saison bestritt Philipp 2012/2013. Im Jugend-Kart-Slalom gewann er von 13 Rennen zwölf und wurde zum ersten Mal Pfalzmeister in der Altersklasse K2 der Jahrgänge 2002/2003. „Beim Slalom-Rennen ist es wichtig, schnellstmöglich ins Ziel zu kommen, aber ohne eine Pylone umzufahren, denn dafür gibt es pro Pylone eine Zwei-Sekunden-Strafe. Das reicht oft, um nicht zu gewinnen“, erklärt der 19-Jährige.
In der Saison 2017/2018 war Bereswill der jüngste Teilnehmer beim Autoslalom und ging als Mannschaftskapitän der Pfalz an den Start. „Bei den drei Wettbewerben fährt jeder mit dem gleichen Material. Am Ende gewinnt nicht der, der das bessere Kart oder Auto hat, sondern es zählt ganz allein die Leistung des Fahrers und deshalb betreiben wir auch diese Art des Motorsports“, verdeutlicht Jürgen Bereswill. Mit 6,5 PS im Jugend-Kart, neun PS im Superkart und 130 PS im Auto fährt Bereswill dicht und elegant um die Pylonen herum. Nach ihm wurde sogar eine Variante benannt. „Spaßeshalber bin ich im Wettbewerb rückwärts ins Ziel gefahren. Kurz vor dem Ende habe ich mich gedreht und mich reinrollen lassen“, erzählte Philipp lächelnd über die sogenannte Bereswill-Wende. Gewonnen hat er trotzdem.
Mittlerweile fährt Philipp, der im Betrieb seines Vaters eine Lehre als Elektriker absolviert, auch Sim-Racing. Bis zum 23. Lebensjahr kann Bereswill nur noch Superkart und noch zwei Jahre lang gefördert Automobilslalom fahren. Sim-Racing hingegen fährt Philipp seit 2019 virtuell. Zu Hause vor dem PC in seinem Zimmer fährt er richtige Rennen. Hier belegte er den ersten Platz bei der Internationale Newcomer Serie beim German Sim-Racing 2020 und wurde Pfalzmeister. „Dankbar bin ich dem Badischen Motorsportclub Hockenheim, bei dem ich immer trainieren durften“, sagt Philipp.