Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Warum der BSC Oppau trotz einiger Rückschläge Staffelsieger wird

So frei darf man Gianluca Ferraro nicht stehen lassen. Der Torjäger des BSC Oppau erzielt einen seiner 16 Treffer.
So frei darf man Gianluca Ferraro nicht stehen lassen. Der Torjäger des BSC Oppau erzielt einen seiner 16 Treffer.

Der BSC Oppau hat in der Fußball-Bezirksliga, Gruppe Nord, eine überzeugende Hauptrunde gespielt und war nach 18 Begegnungen souveräner Spitzenreiter. Der BSC verfügt über herausragende Einzelspieler, gefiel phasenweise aber auch mit guter Mentalität und mannschaftlicher Geschlossenheit.

Zum Ende der Hauptrunde ging es für die Fußballinteressierten im Raum Ludwigshafen in erster Linie darum, ob es Mutterstadt oder der LSC in die Aufstiegsrunde schafft oder ob sogar der ESV in dieses Rennen noch eingreifen kann. Dabei ging ein bisschen unter, dass die Oppauer schon drei Wochen vor dem Rundenende das Ticket für die Aufstiegsrunde in der Tasche hatten. Dass der BSC als Staffelsieger durchs Ziel gehen würde, stand ebenfalls vorzeitig fest. „Darauf sind wir ein kleines bisschen stolz“, sagt BSC-Spielertrainer Göran Garlipp.

Auch deswegen, weil diese famose Leistung nach den heftigen Nackenschlägen im Sommer nicht zu erwarten war. „Wir hatten keine gute Vorbereitung, zumal wir personell gebeutelt wurden“, gibt Garlipp zu bedenken. Gemeint ist der Kreuzbandriss von Christoph Jacob. Der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler hatte eine prima Entwicklung genommen und den Sprung vom austauschbaren Mitläufer zum unverzichtbaren Leistungsträger geschafft. Dazu wechselte der hoch talentierte Samet Aydogan (21) spät zum Nachbarn SG Edigheim. Ein zweiter Mittelfeldspieler, der plötzlich nicht mehr zur Verfügung stand. Die Gelb-Schwarzen kompensierten diese Ausfälle im Kollektiv.

Der Start war phänomenal. Oppau gewann seine ersten fünf Partien und setzte sich an der Tabellenspitze fest. Dann folgte die schwierigste Phase der Saison. Der BSC verlor drei Begegnungen in Folge, darunter war auch eine bittere 1:8-Klatsche beim VfR Frankenthal. Das Team fiel auf Rang vier zurück. „Die Mannschaft hat diese Rückschläge aber prima weggesteckt“, erklärt Garlipp. Acht Siege in Serie schlossen sich an. Das Selbstvertrauen wuchs, die Oppauer bekamen einen Lauf und spielten guten Fußball, der auch von großer Effektivität geprägt war, wie die Siege gegen 08 Mutterstadt (2:0) und beim LSC (2:1) belegen. Die beiden abschließenden Niederlagen waren bedeutungslos.

Die Oppauer kommen mit 22 Spielern aus

„Viele in unserem Kader sind schon lange dabei. Das Team ist eingespielt, die Automatismen stimmen und wir haben in dieser Phase wenig wechseln müssen“, nennt der Coach Gründe für die Erfolgsserie. Defensiv habe der BSC etliche gute Partien abgeliefert. Hätte Oppau in Frankenthal 1:3 statt 1:8 verloren, wäre der BSC das Team mit der besten Abwehr gewesen. Das lag auch daran, dass der junge Lars von Bohr (18) als Innenverteidiger großartig einschlug. Auch der gleichaltrige Mittelfeldspieler Gentian Hoti startete durch. Beide spielten schon in der Jugend für den BSC. Zu den Schwachstellen zählen der dünne Kader, was sich bei Ausfällen bemerkbar machte, und das Tempodefizit bei dem einen oder anderen Akteur.

Die Oppauer setzten nur 22 Spieler ein, von denen keiner in allen 17 Partien (der ESV Ludwigshafen trat einmal nicht an) auflief. 16 Mal spielten Gianluca Ferraro und Sebastian Tittel, 15 Einsätze verbuchten Patrick Brose, Garlipp und Dominique Golab. Mehr als drei Tore erzielten nur Ferraro (16) und Dominic Gerber (9). „Wir sind zu leicht auszurechnen“, spielt der Trainer auf den Konterfußball an, der eine der Waffen des BSC ist. Einige unverzichtbare Leistungsträger wie Garlipp (36), Kapitän Dennis Weiß (33), Timo Gehrlein (33), Ferraro (31) und Dennis Leising (30) haben ihren 30. Geburtstag schon hinter sich.

Oppau kann der Aufstiegsrunde gelassen entgegenblicken. „Um aufzusteigen fehlen uns Struktur und Mittel“, konstatiert Garlipp. Deshalb will der BSC den Verjüngungsprozess vorantreiben. Da außerdem im Winter Tittel und Gerber – beide mit 25 in einem idealen Fußballalter – den Verein verlassen haben, ist die Landesliga trotz Platz eins kein Thema.

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