Gewichtheben RHEINPFALZ Plus Artikel Warum der Abgang von Michael Varlamov in Mutterstadt eine große Lücke reißt

Absolvierte in sechs Jahren 34 Bundesliga-Wettkämpfe für den AC Mutterstadt: Michael Varlamov.
Absolvierte in sechs Jahren 34 Bundesliga-Wettkämpfe für den AC Mutterstadt: Michael Varlamov.

Michael Varlamov hat in seiner Zeit beim Bundesligisten AC Mutterstadt Eindruck hinterlassen und sich wohlgefühlt. Jetzt wechselt er aus beruflichen Gründen zu seinem alten Verein Potsdam zurück. Das hat auch Vorteile für den 24-jährigen Sportler.

Sechs Jahre und 34 Wettkämpfe in der Bundesliga für den AC 1892 Mutterstadt. So lautet die sportliche Bilanz für Michael Varlamov. In dieser Zeit ist der als 18-jähriger Jungspund aus Potsdam gekommene Nachwuchsathlet zu einem Leistungs- und Sympathieträger beim Pfälzer Traditionsclub gereift. Mit 24 Jahren geht Varlamov in der neuen Saison wieder für seinen alten Verein an das Eisen.

In seiner Heimat strebt er nach dem Studium eine Stelle als Lehrertrainer am Sportinternat Frankfurt/Oder an und wird daher sein eigenes Trainingspensum herunterschrauben. Zurück bleiben bei ihm viele positive Erinnerungen und bewegende Eindrücke. „Für mich war es eine sehr schöne Zeit, welche mich sportlich und persönlich sehr geprägt hat. Mich hat es damals überwältigt, wie professionell Gewichtheben in der deutschen Bundesliga und vor allem beim ACM bestritten wurde. Außerdem habe ich so viele Top-Athleten kennengelernt, die man sonst nur auf einer Europa- oder Weltmeisterschaft trifft, was mich auch sehr fasziniert hat“, blickt Varlamov zurück.

„Micha“, so wird er von seinen Freunden genannt, hat sich in der Mutterstadter Zeit sportlich positiv weiterentwickeln können. Zu seinen größten Erfolgen zählte aus seiner Sicht die Finalteilnahme mit dem ACM bei den deutschen Mannschaftsmeisterschaften vor zwei Jahren in Obrigheim. Hinzu kamen Teilnahmen bei Jugend- und Junioreneuropameisterschaften. Ein Höhepunkt war für ihn auch der Vizemeistertitel bei den Aktiven hinter Jürgen Spieß 2018 in Roding.

Mutterstadter Hallenathmosphäre einzigartig

„Sportlich wie menschlich ist das Ausscheiden von Micha ein großer Verlust für uns. Er hat sich immer professionell verhalten und in der Bundesliga war stets Verlass auf ihn. Trotzdem können wir seinen Schritt in die Heimat gut nachvollziehen“, sagte Mutterstadts Sportliche Leiter Stefan Mohr. Auch für Nationalheberin Nina Schroth war Michael Varlamov ein absoluter Gewinn für die AC-Staffel: „Er hat vom ersten Tag sehr gut in unser Team gepasst. Der Kontakt zu ihm wird auch in Zukunft bestehen bleiben.“

Michael Varlamov wird auf jeden Fall die Atmosphäre vermissen, die vor der Pandemie bei den Heimkämpfen in der stets gut gefüllten AC-Halle herrschte. „Da bekomme ich heute noch Gänsehaut, wenn ich an die spannenden Kämpfe denke. Das Publikum ist der Wahnsinn, Stefan Mohr als Sprecher sowieso. Ich weiß noch, dass ich anfangs sehr aufgeregt war. Davor hatte ich Kämpfe mit maximal 50 Zuschauern. Und auf einmal stand ich auf der Bühne vor 300 Leuten, mit Lichtshow und Rahmenprogramm. Das habe ich so nirgends erlebt und wird mir immer in Erinnerung bleiben“, schwärmt Varlamov.

Rückkehr nach Potsdam aus beruflichen Gründen

Von seinen Mutterstadter Fans konnte sich Micha Varlamov in diesen Zeiten nicht verabschieden. „Die Runde mit nur drei Wettkämpfen war ohnehin nur eine Zwischenlösung und hatte keinen großen sportlichen Wert. Unsere Topathleten aus dem Ausland hätte ich gerne noch einmal persönlich gesehen“, sagt der Gewichtheber. Er hätte sich vor dem Wechsel nach Mutterstadt nie vorstellen können, einmal mit dem ägyptischen Weltmeister Mohamed Ehab in einem Hotel gemeinsam zu frühstücken. Das sei schon cool gewesen.

Was der angehende Lehrer in Zukunft nicht vermissen wird, das sind die bis zu teilweise acht Stunden langen Autofahrten. Durch den nachvollziehbaren Vereinswechsel nach Potsdam spart Varlamov die zeitraubenden Anfahrtswege. Berufliches Ziel ist eine Lehrertrainerstelle am Stützpunkt in Frankfurt/Oder. Daher liegt sein Hauptfokus jetzt auf seinem Studium. „Ich habe mich für Potsdam entschieden, da Potsdam mein erster Verein war. Außerdem ist der Club aktuell in der 2. Bundesliga, wo ich auch mit einer geringeren Leistung die Mannschaft unterstützen kann“, erklärt Varlamov. Die lehrreiche Zeit in der Pfalz beim AC Mutterstadt wird dem sympathischen Sportsmann immer in Erinnerung bleiben.

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