Radsport RHEINPFALZ Plus Artikel Warum das Kerweradrennen zwei zufriedene Gesichter verzeichnet

Spätestens während des Hautrennens war die Last der Verantwortung von Organisator Benjamin Keller abgefallen.
Spätestens während des Hautrennens war die Last der Verantwortung von Organisator Benjamin Keller abgefallen.

Das Amateurrennen beim 42. Kerweradrennen in Mutterstadt gewinnt ein Fahrer, der zu diesem Sport zurückgefunden hat. Ein Verantwortlicher verspürt Rückenwind.

Das Amateurrennen bei der 42. Auflage des Kerweradrennens des Radsportclubs (RSC) Ludwigshafen in Mutterstadt hat am Montag Fabio Neuffer (RSG Heilbronn) gewonnen. Er distanzierte Erik Danner (Rad Team Danner) und Kevin Krämer (RSV Düren) auf die Plätze. Bei den Junioren holte sich Thomas Julius (RSV Rheinzabern) vor Jeremias Jakob (RRC Endspurt Mannheim) den Sieg.

Das Rennen ging über eine Distanz von 62,4 Kilometer. Dafür mussten die insgesamt 46 Starter bei sommerlichen, aber nicht zu warmen Temperaturen den Stadtkurs 48 Mal umrunden. Neuffer setze sich bereits nach acht Runden an die Spitze des Feldes. Dabei profitierte er von einem Sturz eines Fahrers, der direkt hinter ihm fuhr. „Dadurch tat sich eine Lücke auf. Ich wusste, dass ich mich klein und aerodynamisch machen kann und habe es einfach versucht. Ich glaube, im Feld hat es nicht harmoniert, und dann konnte ich wegbleiben“, erklärte er, warum er seinen Vorsprung kontinuierlich ausbauen konnte. Drei Runden vor Rennende verzeichnete er gar einen Rundengewinn und fuhr damit einen ungefährdeten Sieg ein.

Etliche Prämien

Damit holte er sich auch etliche der Rundenprämien, womit er sich auch finanziell in dem Rennen gut stellte. „Am Anfang meines Ausreißversuchs dachte ich mir, ich hole mir ein paar Prämien“, betonte er. Dieses Vorhaben unterstrich er jedenfalls eindrucksvoll. Die Prämien waren von lokalen Unternehmen, aber auch etwa von Parteien gespendet worden. Als Hauptpreis konnte sich Neuffer eben einem Präsentkorb auch über eine Uhr freuen. „Es war wunderschön hier. Es hat eine total Atmosphäre mit vielen Zuschauern an der Strecke geherrscht. Es hat richtig Spaß gemacht“, zog Neuffer ein zufriedenes Fazit seines Ausflugs in die Vorderpfalz.

Dass der 26-Jährige das Kerweradrennen für sich entschied, war nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Denn der Stuttgarter, der in Heilbronn studiert hat und daher für den dortigen Radsportverein an den Start ging, bestritt in Mutterstadt nach rund sechs Jahren wieder seinen ersten Wettkampf.

In den Jahren zuvor hatte der frisch gebackene Prozessingenieur etwas Abstand zum Radsport gewonnen und sich erst jüngst wieder aufgrund von Freizeitausfahrten mit einer Radsportgruppe in der Landeshauptstadt seinem Sport wieder vermehrt gewidmet.

Neuer Organisator atmet auf

Auf das Rennen in Mutterstadt habe er sich gezielt vorbereitet: „Aber, dass es schon so gut läuft, hätte ich nicht erwartet.“ Seine Rundenzeiten waren konstant knapp unter 1:50 Minuten, womit er sich bereits nach der Hälfte des Rennens einen Vorsprung von einer Minute erarbeitet hatte: „Ich wollte relativ konstant fahren und am Anfang auch nicht zu sehr überpacen. Irgendwann wusste ich, dass der Vorsprung relativ groß ist, und dann habe ich es auch nicht mehr übertrieben, weil ich noch nicht wieder so viel Rennhärte habe.“

Sein erstes Rennen als neuer Organisator und damit Nachfolger von Joachim Speckmann brachte derweil am Montag Benjamin Keller, Vorsitzender des RSC Ludwigshafen, über die Bühne. „Von mir ist bereits in den letzten 20 Minuten des Hauptrennens sehr viel abgefallen“, erzählte er, nachdem die beiden Rennen problemlos über die Bühne gegangen waren.

Kleine Auszeit eingeplant

Er sei froh, dass er mit seinem Helferteam die 42. Auflage des Kerweradrennens habe so gut realisieren können. „Ich bin gut eingearbeitet worden, und dann ging es nur noch um die Umsetzung“, sagte der RSC-Vorsitzende. Im Vorfeld der Veranstaltung habe er in den Gesprächen mit den Sponsoren gemerkt, was der Wettbewerb ein „Heiligtum in Mutterstadt“ sei: „Wenn es so eine Resonanz hat, dann macht es auch Spaß und motiviert, das Bestmögliche zu liefern.“

Jetzt wolle er sich eine kurze Auszeit nehmen, dann gehe es schon wieder an die Planung für die kommende Saison und die Jugendarbeit: „Die Arbeit hört mit den Rennen für mich nicht auf“, sagte Keller. Mit seiner erfolgreichen Premiere als Organisator des Kerweradrennens dürfte er dafür jetzt einiges an Rückenwind verspüren.

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