HANDBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Warum Christian Deller vom TV Hochdorf als Tausendsassa gilt

Der 46 Jahre alte TVH-Chef Christian Deller engagiert sich sozial, hat organisatorisches Geschick, Disziplin und Durchhaltevermö
Der 46 Jahre alte TVH-Chef Christian Deller engagiert sich sozial, hat organisatorisches Geschick, Disziplin und Durchhaltevermögen.

Die Macher: Christian Deller hat großen Anteil daran, dass der TV Hochdorf zu den führenden Handballvereinen in der Pfalz gehört. Die Nachwuchsarbeit des Traditionsvereins aus dem Rhein-Pfalz-Kreis liegt dem Unternehmer am Herzen. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet. Warum der 46-Jährige seine Zeit und sein Geld in den TVH investiert, erzählt er hier.

Die Einsicht kam schnell. Christian Deller spielte in seiner Jugend Handball. Doch er merkte, dass es für eine Profilaufbahn nicht reichen würde. Deller spielte beim TV Hochdorf – seit 1980. Er übte den Sport dann mehr auf Breitensport-Niveau aus. Was niemand ahnte: Es war der Beginn eines besonderen Werdegangs. Deller engagierte sich beim TV Hochdorf später in anderen Funktionen. 2002 wird er stellvertretender Vorsitzender. 2005 rückt er an die Spitze, weil sein Vorgänger nach 25 Jahren den Vorsitz abgab. Deller ist da 31 Jahre alt. Ein Alter, in dem andere noch aktiv spielen. Deller aber kümmert sich fortan um die strategische Ausrichtung des Vereins. Er will den TVH zu einem gestandenen Klub entwickeln. Seine Arbeit wird genau beobachtet. Denn der junge Mann führt einen Traditionsverein, in dem noch viele alte Mitglieder von vergangenen Zeiten reden. Da müssen moderne Veränderungen gut begründet und überzeugend dargestellt werden.

Doch Deller gelingt es, aus dem TVH einen gestandenen Drittligisten zu formen. Es gelingt ihm, weil er ein umtriebiger Mensch ist. Deller engagiert sich sozial, gehört dem Lions Club (LC) Ludwigshafen an und hilft mit dem LC bedürftigen Menschen sowie Einrichtungen. Dann ist er zusammen mit seinem Bruder Stephan Geschäftsführer der Dellermühle – einem Familienunternehmen in nunmehr dritter Generation. 65 Mitarbeiter hat das Unternehmen. Die Dellermühle expandierte ins Saarland. Die Firma, den TV Hochdorf, die Familie und sein soziales Engagement – alles unter einen Hut zu bekommen, bedarf organisatorischen Geschicks. Es bedarf aber auch Belastbarkeit, Disziplin, Durchhaltevermögen und Kritikfähigkeit. Denn Dellers Arbeit gefällt nicht jedem. Er eckt schon mal an. Doch er ist nicht dünnhäutig und kann Gegenwind aushalten.

A-Jugend spielte Bundesliga

So war er eine der Triebfedern für das Handball-Leistungszentrum des TV Hochdorf und der TSG Friesenheim. Deller machte sich stark dafür. Denn die Jugend liegt ihm sehr am Herzen. Allerdings lag die Jugend bei seinem Amtsantritt quasi brach. Es gab eine Spielgemeinschaft mit Assenheim, Dannstadt und Rödersheim. 2014 orientierte sich der Verein in seiner Nachwuchsarbeit neu. Es wurde fortan leistungsorientiert gearbeitet – und das ziemlich erfolgreich. Die A-Junioren stiegen im Jahr 2018 erstmals in der Vereinsgeschichte in die Handball-Bundesliga auf. Ein bemerkenswerter Erfolg. Der TVH-Nachwuchs gehört mittlerweile zu den besten in Rheinland-Pfalz.

In den vergangenen Jahren stellte Deller eine gute und motivierte Führungsmannschaft beim TVH zusammen. Diese hat professionelle Strukturen aufgebaut und ein Jugendkonzept entwickelt, das einige Preise gewann. Vieles wäre ohne Deller nicht möglich gewesen. Denn er investiert jährlich einen fünfstelligen Betrag in den TV Hochdorf. Er baute mit seinem geschäftlichen Netzwerk aber auch einen soliden Sponsorenpool auf, der den TVH unterstützt.

Deller verfolgt aber keine hochtrabenden Pläne mit dem Handballverein. Er ist ein bodenständiger Mensch. Er förderte die Modernisierung der vereinseigenen Sporthalle, war einer der Initiatoren, die das neue Handball-Leistungszentrum Hochdorf/Friesenheim vorantrieben, verpflichtete 2015 Benjamin Matschke als TVH-Trainer und ebnete Matschke somit den Weg zu einer erfolgreichen Trainerkarriere. „Man sieht gerade jetzt, dass Bodenständigkeit und eine gewisse Demut wichtig sind. Man sollte mit dem zufrieden sein, was man hat“, sagt Deller, der verheiratet ist und drei Kinder hat.

Christian Deller ist ein Schaffer. „Wenn ich was mache, dann richtig“, lautet eine seiner Maximen.

So kennen die Fans den TVH: Ein Spiel vor vollen Zuschauerrängen. Dazu packende Szenen wie hier Fabian Medlers Tor gegen Pforzhe
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