Ludwigshafen
Warum bei Fußball-Bezirksligisten in der Kabine Totenstille herrschte
Dirk Hilzendegen (28) ist ein laufstarker, dynamischer Angreifer, der nicht auf eine Position festgelegt ist. In der Jugend begann er als Linksaußen und spielte für den SV Ruchheim und den LSC. Danach ging es über die Stationen ASV Fußgönheim und wieder Ruchheim zum BSC Oppau, wo er im Moment seine stärkste Phase erlebt. Hilzendegen, beileibe kein klassischer Torjäger, ist bei der BASF als Abfüller im Schichtdienst beschäftigt.
Herr Hilzendegen, in der vergangenen Runde haben Sie sechs Tore erzielt, jetzt sind es nach zehn Spielen schon fünf. Woher kommt diese plötzliche Torgefahr?
Der BSC hat den Kader verstärkt und wir haben eine gute Mannschaft, die mehr Chancen kreiert als in der Vorsaison. Ich spiele zentral, entweder als Spitze oder noch häufiger auf der „Zehn“. Das kommt mir gelegen, weil ich mit Anlauf kommen und mein Tempo ausspielen kann. Ich bereite Tore auch vor. Zudem vertrauen die Trainer mir. Ich stand in allen Spielen in der Startelf, obwohl ich wegen meines Schichtdienstes nicht immer trainieren kann.
Beim VfB Haßloch habt ihr am Freitag bis zur 90. Minute 2:0 geführt, am Ende aber nur 2:2 gespielt. Was lief da schief?
Wir haben unsere Konter zum möglichen 3:0 nicht genutzt. Dann wäre die Sache erledigt gewesen. Gegen Ende hat Haßloch Druck viel gemacht und wir haben die Bälle nicht mehr gut genug klären können. Das sind zwei verlorene Punkte und war ärgerlich. In der Kabine war danach Totenstille.
Der BSC zählt zu den Topfavoriten für den Aufstieg. Ist das eine realistische Einschätzung?
Absolut, ja. Derzeit haben wir zwar einige verletzt Spieler, aber der Kader ist qualitativ gut und groß. Wir haben etliche Akteure, die schon höherklassig gespielt haben. Das merkt man in vielen Situationen und kommt uns zu Gute.
Interview: Thomas Leimert