Stadtteilspaziergang: Maudach
Warten auf die Friedhofsmauer – und Fördergelder aus Mainz
„Die Maudacher hängen sehr an ihrer historischen Friedhofsmauer“, sagt Ortsvorsteherin Rita Augustin-Funck (CDU), „das ist ein wirklich emotionales Thema für uns hier im Stadtteil“. Und dennoch wird es wohl noch eine ganze Weile dauern, bis die Sandsteinmauer wieder steht. Schuld daran ist – wie soll es auch anders sein – die Ludwigshafener Haushaltslage. Doch es gibt ein weiteres Problem: Nachdem die Mauer wegen der Wurzeln eines großen Baumes ihre Standfestigkeit verloren hatte und teilweise abgetragen werden musste, „haben wir die Friedhofsverwaltung mehrfach darauf hingewiesen, dass die Steine bitte gesichert werden sollen“, erzählt Augustin-Funck.
Dennoch habe man ihr mitgeteilt, dass die noch vorhandenen Sandsteine jetzt so mit Mörtel verschmiert seien, dass sie für den Wiederaufbau nicht mehr verwendet werden können. Geld für neue Steine? Gibt es aktuell nicht. Bereits zum Ende des Jahres 2021 war die Sanierung der Friedhofsmauer zugesagt gewesen, noch immer heißt es für die Maudacher aber: warten.
Vorfreude auf Kita-Neubau
Bewegung gibt es indes in Sachen Kita-Neubau in der Schilfstraße, wo eine Einrichtung entsteht, die 100 Plätze für die Zweijährigen bis zum Schuleintritt sowie zehn Plätze für die unter Zweijährigen bieten wird. Die Baugenehmigung für die Kita soll voraussichtlich im März erteilt werden, als Termin für die Inbetriebnahme ist derzeit der Januar 2025 im Gespräch. Dass die Mittel für dieses Projekt zur Verfügung stehen – veranschlagt sind derzeit 7,9 Millionen Euro, Baukostensteigerungen kommen noch hinzu – liegt laut der Ortsvorsteherin daran, dass sie aus einer sogenannten Verpflichtungsermächtigung stammen, die bereits mit dem Haushalt 2022 beschlossen und genehmigt wurden. So könne man Aufträge erteilen, die erst in künftigen Jahren ausgeführt und bezahlt werden.
Realisiert werden soll der Kita-Neubau durch eine Kooperation der Stadtverwaltung mit dem protestantischen Kirchenbezirk Ludwigshafen. Einmal fertiggestellt, werden die Kinder der protestantischen Kita Kibitop dann in die neue Kita in der Schilfstraße umziehen – was aus ihrem bisherigen Domizil wird, dazu gebe es aktuell noch keine konkreten Pläne sagt Rita Augustin-Funck.
Hoffen auf den Aufzug im Schloss
Theoretisch konkret, aber nach wie vor nicht umgesetzt ist der Plan, im Maudacher Schloss für Barrierefreiheit zu sorgen. Zwar seien 350.000 Euro in den Haushalt eingestellt – und zwar für den Einbau eines Aufzugs sowie den Bau einer Behindertentoilette – doch die Ortsvorsteherin bleibt angesichts der derzeitigen Ludwigshafener Großwetterlage vorsichtig. „Ich habe die Hoffnung, dass das Schloss spätestens zu meinem 80. Geburtstag barrierefrei ist“, sagt sie und schmunzelt. Bis dahin seien es noch 14 Jahre.
Im Bereich der Hoffnung bewegt sich nach wie vor auch alles, was mit der Sanierung der Maudacher Straße zu tun hat. Der Bereich Tiefbau stehe diesbezüglich im Austausch mit dem Land Rheinland-Pfalz als Fördermittelgeber – wenn es alles gut gehe, dann könne wohl in diesem Jahr mit der Sanierung begonnen werden. Allerdings erst nachdem die Stadt ihren Haushaltsplan 2023 genehmigt bekommen habe. Dass die Bürger über die Ausbaubeiträge 80 Prozent der Sanierungskosten selbst finanzieren, ist Augustin-Funck dabei wichtig, zu betonen.
Neben allem Stillstand, den es bei den erwähnten Projekten gibt, ist in Maudach aber auch einiges realisiert und umgesetzt worden. Im Baugebiet „Südlich Maudacher Friedhof“ sind zum Beispiel die ersten Einfamilienhäuser bezugsfertig, bald wird dies auch für zwei Häuser in der Maudacher Straße gelten sowie für mehrere neue Wohnungen in der Straße Im Kurzweil.
Auch die Ortsmitte ist inzwischen verschönert worden: Rund um die zwei großen und neu angelegten Baumscheiben wurden Hunderte Pflanzen gesetzt. An dieser Stelle übernehmen die Maudacher auch selbst Verantwortung und werden sich nach Absprache mit der Stadtverwaltung um das Bewässern der Pflanzen kümmern. „Das Ehrenamt in unserem Stadtteil funktioniert hervorragend, wir haben ganz viele Bürger, die sich immer wieder für Maudach engagieren“, sagt Augustin-Funck.
Umso tiefer sitzt für viele der Schock über den plötzlichen Tod von Joachim Krieg vor gut zwei Wochen. Krieg war im Vorstand des Fördervereins Maudacher Jubiläen aktiv, zudem ehrenamtlicher Hausmeister im Schloss, ein wesentlicher Kopf hinter der Umsetzung des Maudacher Krippenwegs, Open-Air-Kinos sowie vieler weiterer Aktivitäten. „Ich mache das für uns alle – für Maudach“, habe er immer wieder betont. „Er fehlt uns sehr“, sagt die Ortsvorsteherin.