Ludwigshafen
Warnschilder aufgehängt: Werden auf der Parkinsel in LU Giftköder ausgelegt?
„Vorsicht! Hier legt jemand systematisch Giftköder aus! Passt auf Euere Tiere auf!“ steht seit einiger Zeit auf Schildern, die an Bäumen auf der Parkinsel (Süd) befestigt wurden. Von wem die Schilder stammen, ist nicht bekannt – weder Ortsvorsteher Christoph Heller (CDU), noch verschiedene Anwohner, Stadtverwaltung, das Veterinäramt oder die Polizei wissen Bescheid. Nur Mutmaßungen gibt es, was passiert sein könnte.
Das Einzige, was sicher ist: Füchse auf der Parkinsel sind tot. Laut Veterinäramt des Rhein-Pfalz-Kreises wurden seit Anfang Januar drei Füchse tot und einer sterbend aufgefunden. Bei keinem der Tiere konnte allerdings nach Untersuchungen eine Vergiftung als Todesursache eindeutig ermittelt werden. Bei einem Tier laufe die Untersuchung noch. Wegen der Häufung der Todesfälle habe man das zuständige Institut in Koblenz gebeten, weiter zu ermitteln, so das Veterinäramt auf Anfrage.
Die Polizei sieht noch keinen Grund, zu ermitteln, so ein Sprecher des Präsidiums. Denn ohne konkrete Hinweise darauf, dass Tiere durch Menschenhand zu Tode gekommen ist, liege wahrscheinlich keine Straftat vor. Ob tatsächlich Giftköder ausliegen, wisse die Polizei nicht. Die Stadtverwaltung Ludwigshafen äußert sich auf Anfrage ähnlich: Konkrete Funde oder Beweise liegen nicht vor, die Verwaltung selbst verteile aktuell keine Köder zur Schädlingsbekämpfung auf der Parkinsel. Auch dem Veterinäramt liegen keine Hinweise vor, dass auf der Parkinsel Giftköder ausliegen.
Viele Spekulationen
Hunde sollen allerdings schon Verdächtiges auf der Parkinsel gefressen haben – so lautet es jedenfalls dem Hörensagen nach. Auch bei Ortsvorsteher Heller hätten sich schon mehrere Hundebesitzer gemeldet. „In der Community macht so etwas schnell die Runde“, so Heller. Warum mutmaßlich Gift ausgebracht worden soll, liegt allerdings im Dunkeln. Man munkle, dass das Gift eigentlich Ratten gegolten hätte, die durch Fütterungen eines Anwohners angelockt worden waren, sagt eine Anwohnerin. In Richtung der Pegeluhr soll das gewesen sein.
Das ist allerdings Spekulation. Wie gesagt: Alle zuständigen Stellen wissen nach eigenen Angaben nichts von Gift. Sollte man allerdings tatsächlich welches finden, so sei es wichtig, Polizei oder Ordnungsamt zu informieren, so die Polizei. Das Veterinäramt empfiehlt ohnehin, dass Hunde auf der Parkinsel nicht frei herumlaufen, sondern an der Leine geführt werden. „So können Hundebesitzer auf der einen Seite ihre Hunde besser davon abhalten, ungeeignete oder giftige Substanzen zu fressen. Auf der anderen Seite herrscht aktuell Brut und Setzzeit: Hunde, die frei herumlaufen, können Bodenbrüter oder andere Jungtiere aufstöbern und diesen schaden“, so eine Sprecherin.
Tierarzt: Viele Hunde unabsichtlich vergiftet
Dass Giftköder ausgelegt werden, gerade damit Hunde sie fressen, kommt leider immer wieder vor. 2013 gab es mutmaßlich einen Serientäter, der mindestens vier Hunde in Oggersheim und Ruchheim auf dem Gewissen hatte. Erst kürzlich waren in Baden-Württemberg zwei Hunde verendet, nachdem sie von Giftködern gefressen hatte. Zur Verwendung kam dort ein Insektengift.
Das kann sehr schnell wirken, sagt Tierarzt Rainer Metz, der auch für die FWG im Stadtrat sitzt. „Rattengift ist tückischer. Das braucht teilweise Tage, bis sich Symptome zeigen, und die können über Wochen andauern“, so Metz. Dass ein Hund breche oder Durchfall habe, sei dabei nicht automatisch ein Hinweis darauf, dass er unter einer Vergiftung leidet. „Das ist typisch für Hunde und kann auch ein Infekt sein“, sagt Metz. Trotzdem sei es ratsam, bei Symptomen direkt zum Tierarzt zu gehen.
Der könne bestimmen, was das Problem sei, und dementsprechend die richtigen Schritte einleiten. Ist es zum Beispiel nicht lange her, dass der Hund etwas Verdächtiges gefressen hat, könne man das Erbrechen herbeileiten. Dass ein absichtlich vergifteter Hund in die Praxis komme, sei sehr selten, sagt Metz, und auch zur Zeit stelle er keine Häufung an Vergiftungen in seiner Praxis in Friesenheim fest. Viel öfter komme es vor, dass ein Hund etwas fresse, was er nicht verträgt – zum Beispiel Schokolade oder etwas Vergammeltes. „Wenn man mitbekommt, der Hund hat etwas gefressen, was er nicht soll, dann ist es besser, man geht gleich zum Tierarzt“, sagt Metz.