Landtagswahl RHEINPFALZ Plus Artikel Wahlkreis 38: Zehfuß holt zum vierten Mal in Folge das Direktmandat

Alles für eine möglichst konkrete Prognose: Fragebögen für die Umfrage von Infratest Dimap in der VT-Halle in Böhl.
Alles für eine möglichst konkrete Prognose: Fragebögen für die Umfrage von Infratest Dimap in der VT-Halle in Böhl.

Es ist einfach „sein“ Wahlkreis: Johannes Zehfuß (CDU) holt zum vierten Mal in Folge das Direktmandat im Wahlkreis 38 und kann sich diesmal richtig freuen.

„Hallo. Eine kurze Frage. Würden Sie bitte bei unserer Umfrage für die 18-Uhr-Prognose mitmachen?“ Diese Frage haben heute die Wählerinnen und Wähler unter anderem in der VT-Halle in Böhl und vor dem Wahllokal in der Mandelgrabenschule in Mutterstadt gestellt bekommen. Die Forschungsgruppe Wahlen (Mutterstadt) und Infratest Dimap (Böhl) waren hier vertreten, damit im Fernsehen auch fundierte Prognosen gezeigt werden können.

Wer an die Urne kam, der stand dem auch sehr aufgeschlossen gegenüber. „Rund 80 Prozent machen mit“, sagt der junge Mann von Infratest Dimap. Er verteilt fleißig Klemmbretter mit den entsprechenden Fragebögen. Seine Kollegen in Mutterstadt machen es genauso. „Die Leute sind in der Regel offen“, sagt er.

Sowohl in Böhl als auch in Mutterstadt zieht bei den Wählern der Gedanke, dann „ins Fernsehen“ zu kommen. Na ja, nicht persönlich. Aber offenbar haben die Menschen das Gefühl, mit ihrer Meinung helfen zu können.

Wer seinen Fragebogen ausgefüllt und sich wieder auf den Weg nach Hause gemacht hat, der wird dann um 18 Uhr bei der Prognose vielleicht an das Erlebnis nach dem Urnengang gedacht haben. Im Mutterstadter Rathaus, wo passenderweise für den Wahlkreis Mutterstadt Bierzeltgarnituren im Foyer aufgestellt sind, wird die Stimmung mit der ersten Prognose etwas gedämpfter. In der SPD-Hochburg müssen die Sozialdemokraten erleben, wie der Machtwechsel in Mainz verkündet wird.

Aber vielleicht geht ja was mit dem Direktmandat im Wahlkreis 38? Drei der sieben Bewerber schauen persönliche vorbei: Kathrin Hammer (SPD), Sebastian Spieß (FDP) und Rainer Eherer (AfD). Hammer freut sich im Laufe des Abends vor allem darüber, dass sie in ihrer Heimatgemeinde Mutterstadt Johannes Zehfuß (CDU) hinter sich gelassen hat. Das ändert allerdings nichts daran, dass der Landwirt aus Böhl-Iggelheim zum vierten Mal in Folge das Direktmandat im Wahlkreis 38 holt.

An dieser Stelle finden Sie Statistiken von 23degrees.

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Die vergangenen drei Male sei es bittersüß gewesen, sagt er im RHEINPFALZ-Telefonat, weil am Ende die CDU immer in die Opposition habe gehen müssen. „Das Wichtigste ist, dass wir im Land gewonnen haben“, sagt Zehfuß. Er sei durch und durch zufrieden mit allen Ergebnissen. Sein Ergebnis im Wahlkreis liegt bei 35,7 Prozent. Vor fünf Jahren waren es 34,5. Zehfuß war eigentlich im Mutterstadter Rathaus erwartet worden. „Aber wir sind gleich zum Feiern gefahren. Ich bin dem Wunsch meiner Frau gefolgt“, meint Zehfuß. Er sei froh, dass der Wahlkampf abgeschlossen sei. „Das wird ein schöner Abend.“

Kathrin Hammer ist mit ihrem eigenen Ergebnis in Mutterstadt sehr zufrieden. Und das Gesamtergebnis? „Ja, ist okay“, sagt sie und lächelt verschmitzt. 24,9 Prozent der Stimmen entfallen auf sie. 2021 holte die SPD hier 30,4. Aber die Sozialdemokraten haben an diesem Tag einen schweren Stand.

„Aber wir können etwas daraus lernen. Wir müssen etwas anders machen – persönlich und im Land“, sagt die Mutterstadterin. Für sie war es der erste Wahlkampf für den Landtag. Und der sei einfach gigantisch gewesen. „Ich habe so viele Leute kennengelernt. Und aus dem Ortsverein haben so viele Leute mitgemacht.“

Deutlich aufgehellter ist die Stimmung bei AfD-Kandidat Rainer Eherer. Auch für den Maxdorfer war es der erste Landtagswahlkampf. 20,4 Prozent erhält er von den Wählerinnen und Wählern im Wahlkreis. Vor fünf Jahren holte die AfD hier 11,1 Prozent. Eherers Dank geht daher zuerst an „die Mannschaft, die für die Partei alles gegeben hat“. Der Wahlkampf sei sehr anstrengend gewesen. Das Ziel sei gewesen, ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen. „Das haben wir erreicht.“

Weniger zum Lachen zumute ist Sebastian Spieß (FDP). Der Limburgerhofer nimmt sein persönliches Ergebnis im Wahlkreis relativ gelassen. Immerhin: „Ich liege ganz leicht über dem Landesschnitt.“ In diesem ist die FDP bei 2,1, Spieß bei 2,4 Prozent. Er habe die Energie, um daran mitzuwirken, die Liberalen wieder auf die große Politikbühne zurückzuholen. Doch jetzt heiße es, am Montag die Wahlplakate abzuhängen.

Am längsten zittern von den Direktkandidaten muss Andrea Franz (Grüne). Die Böhl-Iggelheimerin, die 8,5 Prozent der Stimmen bekommt, hatte sich Hoffnungen gemacht, über die Landesliste in den Mainzer Landtag einzuziehen. Platz elf reicht wahrscheinlich knapp nicht. „Es war von Anfang an klar, dass ich den Platz der Wackelkandidatin habe“, sagt die Rektorin der Albert-Schweitzer-Grundschule in Altrip. Sie wolle sich weiter für eine gute Bildungspolitik im Land einsetzen – und in fünf Jahren einen neuen Anlauf für in den Landtag wagen.

Sehr zufrieden und froh über den Zuspruch ist Martin Schoenherr (FW). 5,1 Prozent holt der Mutterstadter, für den es ebenfalls der Premierenwahlkampf in Sachen Landtag war. Er finde es schade, dass es für die Freien Wähler nicht wieder für den Einzug in den Landtag gereicht hat.

Judith Huber (Die Linke) bekam 3,1 Prozent der Stimmen. Sie war am Sonntagabend leider nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Johannes Zehfuß gewinnt zum vierten Mal das Direktmandat im Wahlkreis 38.
Johannes Zehfuß gewinnt zum vierten Mal das Direktmandat im Wahlkreis 38.
Kathrin Hammer (SPD)
Kathrin Hammer (SPD)
Andrea Franz (Grüne)
Andrea Franz (Grüne)
Judith Huber (Die Linke)
Judith Huber (Die Linke)
Rainer Eherer (AfD)
Rainer Eherer (AfD)
Martin Schoenherr (FW)
Martin Schoenherr (FW)
Sebastian Spieß (FDP)
Sebastian Spieß (FDP)
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