Landtagswahl
Wahlkreis 38: Rainer Eherer will mit Themen Bildung und Sicherheit punkten
In einer immer schnelllebigeren Zeit ist der Name Bernd Lucke fast schon einer für die Geschichtsbücher. Aus der öffentlichen Wahrnehmung ist er fast gänzlich verschwunden. Rainer Eherer ist der Name noch präsent. 2014 ist der Maxdorfer in die AfD eingetreten. Ein Jahr nach der Gründung der Partei, an der Lucke maßgeblich mitgewirkt hat.
Politisch interessiert sei er schon lange gewesen, sagt Eherer im RHEINPFALZ-Gespräch. Geboren und aufgewachsen ist er in Ludwigshafen. An der Grenze zum Hemshof sei er groß geworden. „Im Laufe der Zeit hat sich die Gegend dort verändert“, stellt er fest. Er habe immer das Gefühl gehabt, „irgendwas muss ich machen.“ Dann seien irgendwann Lucke und die Kritik an der Euro-Rettung und schließlich auch sein Patriotismus gekommen.
„Ich unterscheide Patriotismus von Nationalismus. Für mich sind alle Menschen gleich“, betont der 61-Jährige. Am Anfang habe er einfach nur Parteisoldat sein wollen, zum Beispiel Flyer verteilen. Doch schon ein Jahr nach dem Parteieintritt sei er gefragt worden, ob er nicht mehr Verantwortung übernehmen wolle. Also sei er aktiver geworden. Im Vorstand des Kreisverbands der AfD war er zunächst Beisitzer, dann Schatzmeister. Seit etwa zwei Jahren ist er stellvertretender Kreissprecher. Seit 2019 sitzt er für die AfD im Kreistag des Rhein-Pfalz-Kreises, vertritt die Interessen der Partei im Umweltausschuss, Bäderbeirat und im Kuratorium der Kreismusikschule.
Doch auf Kreisebene könne man „nicht viel bewegen, wenn einem in Deutschland etwas nicht gefällt. Im Landtag werden die Gesetze gemacht, über die wir uns im Kreistag ärgern.“ Nein, ein Machtmensch sei er nicht, sagt Rainer Eherer, der mit seiner Frau in Maxdorf wohnt. Aber er bewege gerne etwas für andere Menschen, helfe gerne. „Im Landtag sehe ich die Chance, etwas zu ändern.“
Baustellen gebe es aus seiner Sicht genügend. Das Thema Bildung solle sein Schwerpunkt werden, sagt Eherer. „Mein Wunsch ist, wieder zurück zu einem dreigliedrigen Schulsystem zu kommen“, erläutert er. Zudem wolle er sich für ein generelles G9-Gymnasium im Land einsetzen. Beim Abitur in Rheinland-Pfalz kritisiert er, dass dies in den vergangenen Jahren immer mehr an Wert verloren habe.
Er sehe die Schule als Vorbereitung auf die Arbeit in Industrie und Mittelstand. Dafür müsste zuvorderst die Qualität der Schulabschlüsse stimmen. „Ich möchte, dass jeder, der die Schule abschließt, auch in der Lage ist, eine Ausbildung anzufangen.“
Selbstverständlich kommt man mit einem AfD-Kandidaten auch auf das Thema Zuwanderung zu sprechen. Eherer beklagt, dass in bestimmten kulturellen Schichten der Gesellschaft Frauen als Lehrerinnen nicht akzeptiert würden. Konkret meine er da Menschen arabischer Herkunft und/oder muslimischen Glaubens. „Sie verhalten sich Frauen gegenüber nicht immer korrekt.“
Auch das Handwerk wolle er wieder stärken. „Handwerker werden nicht mehr wertgeschätzt“, sagt Eherer, der als Chemielaborant im Anwendungsbereich bei der BASF arbeitet. Dabei seien Handwerker sehr wichtig. „Spätestens, wenn die Toilette verstopft ist.“ Der Trend sei bei den Jugendlichen, nach dem Abitur sofort zur Uni zu gehen. „Niemand will sich mehr die Finger schmutzig machen.“
Auch bei der öffentlichen Sicherheit liege einiges im Argen. „Das Gefühl der Sicherheit ist zurückgegangen, vor allem bei Frauen“, sagt Rainer Eherer. Er wolle erreichen, „dass Frauen wieder ohne Ängste auf die Straße gehen können“. Aber er wisse auch, dass nicht jede Kamera ein Verbrechen verhindere.
Er beklagt „nicht vorhandene Grenzsicherheit“. Eine Verbesserung der Situation wolle er durch mehr Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen erreichen. „Im Ausland haben die Menschen kein Problem damit.“
Naturverbunden sei er, sagt Rainer Eherer. Er gehe mit seiner Frau gerne wandern oder nehme im Urlaub Klettersteige in Angriff. Nicht verzichten möchte er auf die Ausfahrten mit seinem Motorrad, wofür er die Zeit nach dem Wahlkampf schon herbeisehnt.