Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Wachstation stärkt Patientenversorgung: Klinikum LU bekommt Millionenzuschuss

Das Klinikum möchte mit der neuen Station Patienten besser betreuen und Kapazitäten freimachen.
Das Klinikum möchte mit der neuen Station Patienten besser betreuen und Kapazitäten freimachen.

Zwischen Intensivstation und der normalen Versorgung gibt es am Klinikum Ludwigshafen bislang nichts. Das ändert sich demnächst – mit finanzieller Unterstützung vom Land.

„Intermediate Care“-Station heißt das Konzept, das im Klinikum Ludwigshafen planmäßig ab Ende 2027 zum Einsatz kommen soll. Man kennt diese Art der Versorgung auch unter dem Namen Wachstation. Auf ihr sollen in Zukunft Patienten betreut werden, die zum Beispiel nach Operationen engmaschig überwacht werden müssen, aber sich nicht in akut lebensgefährlichen Zuständen befinden – und damit eigentlich „zu gesund“ für die Intensivstation sind. Mit dem Konzept soll neben einer genaueren Patientenversorgung auch eine Entlastung der Intensivstation erreicht werden. Zehn Betten sollen es werden, die im Untergeschoss des Gebäudeteils B neben OP und Intensivstation angesiedelt werden.

Damit das umgesetzt werden kann, bekommt das Klinikum auch Geld von der Landesregierung. Nicole Steingaß, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz, überreichte der Klinikleitung am Montag zwei von mehreren Förderbescheiden, die in der Summe 2.358.000 Euro betragen. Das gemeinsame Ziel von Land, Stadt und Klinikum sei es, die Patienten so gut wie möglich zu versorgen, so Steingaß. Die Wachstation sei nur der Anfang, denn es würden noch weitere Förderanträge des Klinikums im Ministerium bearbeitet. „Wir haben noch viel vor“, sagte Steingaß.

Änderung wegen Altersstruktur

Auch der kaufmännische Klinikdirektor Jan Stanslowski betonte, dass die Förderung ein wichtiges Signal der Unterstützung für gute medizinische Versorgung sei. „Das ist nicht selbstverständlich. Das ist ein Bekenntnis zur Weiterentwicklung des Klinikums“, so Stanslowski. Ludwigshafens Oberbürgermeister Klaus Blettner (CDU) fand ebenfalls lobende Worte für das Vorhaben. Die Kooperation zwischen den Akteuren sei „beispielhaft für das, was wir gemeinsam erreichen können“. Das Klinikum habe eine besondere Bedeutung und sei auf einer Stufe mit Kindertagesstätten und der Feuerwehr. „Nirgends ist das Geld besser investiert, als hier“, so Blettner.

Geld in den Händen (v.l.n.r.): Jan Stanslowski, Nicole Steingaß, Klaus Blettner, Eefje Barber.
Geld in den Händen (v.l.n.r.): Jan Stanslowski, Nicole Steingaß, Klaus Blettner, Eefje Barber.

Hintergrund für die feinere Abstufung des Betreuungsbedarfs, wie sie die Wachstation möglich macht, ist unter anderem die steigende Anzahl und das steigende Alter von Patienten, erklärte Dr. Wolfgang Zink, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Operative Intensivmedizin und Notfallmedizin. Denn je älter Patienten würden, desto weniger körperliche Reserven hätten sie, um sich nach operativen Eingriffen zu erholen – und diese Eingriffe fänden mit zunehmendem Alter auch häufiger statt.

Konzept bereits bewährt

Diese fehlenden Reserven führten zu einem erhöhten Risiko für Komplikationen, meist kurz nach den Eingriffen, die eben eine engere Überwachung erforderten. In diesem Zustand seien sie zu krank für die Normalstation und zu gesund für die Intensivstation, so Zink. Mit einer Wachstation gebe es einen wichtigen Zwischenschritt, bei dem Patienten nicht mit zu hohem Risiko auf die Normalstation kommen, dabei aber gleichzeitig mehr Kapazitäten auf der Intensivstation freiwürden, die für Notfälle und andere Zwecke genutzt werden könnten.

Dabei sei der Erfolg der Station nicht nur theoretisch möglich, sondern bereits bewährt. Untersuchungen aus der Uniklinik Aachen zeigten, dass seit der Etablierung einer Wachstation die Patientensicherheit insgesamt gestiegen sei. Zwar sei die Sterblichkeit auf der Intensivstation gestiegen, das sei aber erwartet worden, weil dort seitdem nur noch schwerere Fälle behandelt würden. Auf der Normalstation sei die Sterblichkeit deutlich gesunken. Das Prinzip sei dynamisch – meist würden Patienten nur kurze Zeit in der Wachstation verbringen, und dann je nach Zustand verlegt. In den Unikliniken in Mannheim und Heidelberg gebe es bereits Wachstationen, so Zink. Für Ludwigshafen seien noch nicht alle Detailfragen geklärt. Die Bauarbeiten für die Wachstation sollen 2027 beginnen.

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