Ludwigshafen
„Wachet auf“: Der Coro Piccolo gibt ein Adventskonzert
Der Coro Piccolo wurde 1998 von Dekanatskantor Georg Treuheit gegründet. Ursprünglich war das ein Quartett zur Pflege der A-cappella-Musik, seit dem Jahr 2000 sind alle Stimmen vierfach besetzt. „Wir haben sogar vier Tenöre, das ist selten“, freut sich Treuheit. Der Chor ist der Kammerchor des Stadtdekanats Ludwigshafen. Die Mitglieder kommen aus dem Rhein-Neckar-Raum, die meisten sind auch in anderen Ensembles aktiv. Etwas Besonderes ist es, dass alle Aktiven geschulte Stimmen haben. Stimmbildung und Gesangsunterricht ermöglichen ein hohes Niveau des Gesangs. „Das ist schon auf der semi-professionellen Ebene“, meint Treuheit.
Der Chor singt überwiegend geistliche Musik, hat aber neben der „klassischen“ Kirchenmusik auch schon Sacro-Pop und Serenaden gesungen oder am Nationaltheater Mannheim mitgewirkt und Stücke von Paul Hindemith gesungen. Schon früh hat der Coro Piccolo beim deutsch-französischen Musikfestival Rheinischer Frühling mitgewirkt und diesseits und jenseits der Grenze gesungen.
Konzertreisen bis nach Wien
Es gibt eine Stammbesetzung, die immer montags im Pfarrzentrum St. Michael in Maudach probt. Je nach Aufführung kommen weitere Sängerinnen und Sänger hinzu. „Eine Messe von Palestrina ist etwas anderes als ein Haydn-Oratorium, die Leute melden sich nach Interesse“, sagt Treuheit.
In den mehr als 20 Jahren seines Bestehens hat der Chor schon einige Konzertreisen unternommen und in den großen Kathedralen der Republik und darüber hinaus gesungen. In Köln, Passau, Berlin, Düsseldorf und im Wiener Stephansdom waren die Pfälzer Sänger schon zu hören.
Ein Kirchenlied mit Latin-Rhythmen
Das Konzert beginnt der Chor mit Orgelbegleitung. „Es wird ein Stern aus Jacob aufgehn“, aus Felix Mendelssohn Bartholdys Oratorium „Christus“ steht am Anfang. Die beliebte Melodie „Es kommt ein Schiff geladen“ hat Alberto Grau, Komponist in Venezuela, mit schwungvollen Latin-Rhythmen arrangiert. „Es klingt fast wie Tango, so hat man das noch nie gehört“, sagt Treuheit. Der alte gregorianische Hymnus „Veni, veni Emanuel“ wurde von Zoltan Kodaly neu gesetzt.
Als besonderes Instrumentales Werk zwischen der Chormusik spielt Cellist Christoph Eberle mit dem Streichorchester der Mannheimer Kammerphilharmonie das sehr beliebte Adagio von Tomaso Albinoni in einem Arrangement von Hanno Haag.
Eine der schönsten Melodien zur Adventszeit
Der letzte große Teil des Programms ist die halbstündige Bachkantate „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, eine der schönsten Melodien zur Adventszeit. Solisten sind die Sopranistin Giulia Scopelliti und der Bass Florian Marignol. Die deutsch-italienische Sängerin studiert in Mannheim, war Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbands Mannheim und hat ein Stipendium des Ludwigshafener Rotary Clubs erhalten. Im vergangenen Oktober gewann sie den zweiten Preis des Paula-Salomon-Lindberg-Wettbewerbs „Das Lied“ der Berliner Universität der Künste. Florian Marignol studierte in Toulouse. Er sang mehrere Opernrollen und ist als Konzertsänger aufgetreten.
Die Chorleitung und künstlerische Gesamtleitung hat Georg Treuheit. Der 57-Jährige hat Kirchenmusik in Aachen, Bremen und Paris studiert, außerdem Gesang in Köln, Mannheim und Dresden. Er ist Dekanatskantor in Ludwigshafen und Speyer, mit Dienstsitz in Schifferstadt. Er arbeitet als Dozent für Stimmbildung am Priesterseminar Speyer und unterrichtet am Kirchenmusikalischen Institut Kinderchorleitung, Liturgiegesang, Gregorianik, Popular-Kirchenmusik und Klavier. In Schifferstadt leitet er den Kirchenchor St. Jakobus und die Junge Kantorei.
Termin
Das Adventskonzert „Wachet auf“ mit dem Coro Piccolo, Solisten und Kammerorchester am Samstag, 27. November, um 19 Uhr in St. Sebastian in Mundenheim. Die Kirche ist ab 17.45 geöffnet. Zutritt haben nur Geimpfte und Genesene mit Nachweis.