Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel VR Bank trotzt der Corona-Krise

Der Vorstand der VR Bank Rhein-Neckar präsentierte die Zahlen im Netz.
Der Vorstand der VR Bank Rhein-Neckar präsentierte die Zahlen im Netz.

„Es sind verrückte Zeiten. Wir sind selbst überrascht, wie gut es am Ende des Tages gelaufen ist“ – so fasst der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Thomasberger das Jahresergebnis der VR Bank Rhein Neckar auf der Bilanzpressekonferenz zusammen. Mit einem Bilanzgewinn von acht Millionen Euro liege man hier „nur“ eine Million unter dem normalen Geschäftsjahr 2019.

Das genossenschaftliche Geschäftsmodell habe sich in der Corona-Krise bewährt, sagten die Vorstandsmitglieder am Mittwoch bei der Vorstellung des Zahlenwerks. „Wir sind mit der Entwicklung für 2020 insgesamt zufrieden. Damit hätten wir vor einem Jahr nicht rechnen können“, fasste Thomasberger zusammen.

So sei der von neun auf acht Millionen gesunkene Bilanzgewinn leicht mit einer Rückführung an das Eigenkapital und Investitionen in das Filialnetz zu erklären. „Wir haben beispielsweise den Standort Mutterstadt komplett neu errichtet“, erläuterte Vorstandsmitglied Michael Mechtel. Am 3. Mai soll die rund 700 Quadratmeter große, neue Geschäftsstelle über zwei Etagen eröffnet werden. Alle bisherigen Mitarbeiter werden dann umziehen. Neu ist dabei das Konzept für die Schließfächer im Keller, die rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche für die Nutzer zugänglich sein werden, kündigte er an.

Bilanzsumme gestiegen

Eine vordergründig positive Entwicklung bereite den Bank Kopfzerbrechen. So stieg die Bilanzsumme der Genossenschaftsbank auf 4,7 Milliarden Euro. Die Kundeneinlagen kletterten trotz der Niedrigzinsphase auf 3,7 Milliarden. „Die Kunden waren im vergangenen Jahr zurückhaltend bei den Ausgaben“, umschrieb Thomasberger das Wachstum um rund 60 Millionen Euro. Dabei gebe es durchaus bessere Anlagemöglichkeiten als die nahezu zinslosen Spareinlagen. Eine gute Risikostreuung gerade angesichts der unsicheren Konjunkturphase sei der bessere Weg, um Geld nachhaltig anzulegen.

Die guten Zahlen seien Beleg für die Kraft einer regionalen Genossenschaftsbank. „Wir konnten alle Bereiche steigern“, so Thomasberger. Und selbst die zunächst befürchteten Ausfälle der Geschäftskredite seien weitestgehend abgewendet worden oder sind zumindest „nicht nennenswert angestiegen.“ Dies sei Ergebnis der guten Beratung vor Ort – auch wenn diese durch die zeitweise Schließung aller Filialen ebenso erschwert gewesen sei, wie durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). „Beides widerspricht unserem Geschäftsmodell.“ Trotzdem gehe man vorsichtig optimistisch in die weitere Krise und die Zeit danach.

Ausbau des Filialnetzes

„In jeder Krise steckt auch eine Chance“, umschrieb dies Vorstandsmitglied Michael Düpmann. Das Filialnetz werde für die VR Bank weiter eine wichtige Rolle spielen, kündigte er an. „Im Gegensatz zu einigen Mitbewerbern werden wir das Netz weiter ausbauen.“ So sei im neuen Mannheimer Stadtteil „Franklin“ auch ein Bankstandort geplant. Der Zuspruch durch die Kunden sei ermutigend gewesen. „Es ist die Bestätigung für unser Geschäftsmodell.“ Das schlage sich auch für die Mitglieder nieder. Nachdem die Bankenaufsicht im Vorjahr die eigentlich vorgesehene Ausschüttung einer Dividende verhindert hatte, sollen die Zeichner der Genossenschaftsanteilen in diesem Jahr eine Dividende von sechs Prozent auf ihre Anteile erhalten – „aber das letzte Wort hat auch hier wieder die Bankenaufsicht“, bleibt Thomasberger vor der virtuellen Vertreterversammlung am 17. Mai vorsichtig.

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