Ludwigshafen Vorderpfalz droht Verkehrschaos

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Ludwigshafen (ier). Verkehrsteilnehmer in der Vorderpfalz müssen sich bereits ab Ende 2017 auf Staus und erhebliche Behinderungen einstellen. Also schon geraume Zeit bevor in Ludwigshafen der auf acht Jahre bemessene Abriss der maroden Hochstraße Nord (B 44) und der Bau einer ebenerdigen Stadtstraße beginnt. Denn im Vorfeld steht noch der letzte Sanierungsabschnitt für die Hochstraße Süd (B 37) an. Sie ist eine der zentralen Ausweichrouten für das folgende Megaprojekt, das fast 300 Millionen Euro kosten soll.

Wie wichtig beide Verkehrsachsen für die Region sind, verdeutlichen nackte Zahlen. Die Hochstraße Süd passieren täglich 59.000 Fahrzeuge. Die B 37 verbindet die A 650 über die Konrad-Adenauer-Brücke mit Mannheim. Damit sie als wichtige Ausweichstrecke den Verkehrsströmen standhält, wird sie bis Anfang 2019 für 25 Millionen Euro neu versiegelt. Erst dann kann der eigentliche Abriss der Hochstraße Nord starten, der Mitte 2018 eingeleitet wird: mit dem Rückbau eines Weltkriegsbunkers und des Nordteils des Einkaufszentrums Rathaus-Center. Beide Komplexe müssen einer Stadtstraße weichen. Auf einem 860 Meter langen Teilstück ersetzt sie die 1,8 Kilometer lange Trasse. 44.000 Fahrzeuge sind täglich auf der B 44 unterwegs. Sie führt von der A 650 über die Kurt-Schumacher-Brücke auf rechtsrheinisches Gebiet. Immerhin: Beide Bundesstraßen sollen während der Bauarbeiten einspurig befahrbar bleiben. Die Brunckstraße im Norden und die Lagerhausstraße im Süden Ludwigshafens sind weitere Umleitungsrouten, die bis zum Hochstraßenabriss für 16 Millionen Euro ausgebaut werden. Um die Verkehrsströme weiträumig umzuleiten, setzen die Planer auf ein Drei-Zonen-Konzept: neben den innerstädtischen Alternativen sind das der Autobahnring A 61/A 6 und die B 9. IT-gesteuerte Schilder mit Echtzeit-Informationen zu Sperrungen, freien Strecken und Staus sollen den Verkehr optimal lenken und über eine App abrufbar sein. Auf die zu erwartenden Engpässe will auch die Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) reagieren und den Nahverkehr ab 2017 deutlich ausbauen. Ihr Augenmerk gilt den Stadtbahnen, die mit täglich 71.000 doppelt so viele Fahrgäste nutzen wie Busse. Das aktuelle Bahn-Liniennetz soll weitgehend erhalten werden. Bis auf die Linie 6, die ab 2020 statt über die Schumacher- über die Adenauer-Brücke auf die andere Flussseite umgeleitet werden soll. Zur weiteren Entlastung richtet die RNV neue Buslinien ein und setzt auf Expresszüge, etwa von Bad Dürkheim nach Mannheim. Die Taktung wird generell verdichtet. Ab 2018 sollen S-Bahnen direkt aufs BASF-Werksgelände fahren können. Noch sind das Vorschläge, die in Ludwigshafen am 25. Januar auf dem sechsten Bürgerforum anlässlich des größten Infrastrukturprojekts der Stadtgeschichte präsentiert wurden. Bis 15. Februar wird auf der Plattform www.ludwigshafen-diskutiert.de darüber debattiert. Ende 2016 entscheidet der Stadtrat. Bis zum Sommer soll feststehen, wie sich die derzeit nur unter Vorbehalt zu schätzenden Kosten des Hochstraßenabrisses auf Bund, Land und Stadt verteilen. Bis dahin wird in Berlin und Mainz die sogenannte Baufinanzierungsvoranfrage der Stadtspitze geprüft. Der Ludwigshafener Kämmerer Dieter Feid (SPD) hofft auf einen prozentualen Schlüssel von 60/25/15 (Bund/Land/Stadt) und betont beständig: „Alleine können wir das nicht stemmen.“ Ludwigshafen sitzt auf einem Schuldenberg von rund 1,3 Milliarden Euro.

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