Fußball Vor der Runde: Landesligist Phönix Schifferstadt setzt auf die Jugend

Fällt verletzt lange aus: Phönix-Kapitän Matthias Fetzer (rechts vorn).
Fällt verletzt lange aus: Phönix-Kapitän Matthias Fetzer (rechts vorn).

Ein ehemaliger Profispieler tritt als neuer Trainer mit viel Ehrgeiz beim Landesligisten DJK Phönix Schifferstadt an. Er muss sportlich gleich einen Rückschlag einstecken.

Mit einem neuen Trainer und einer umgekrempelten Mannschaft geht Fußball-Landesligist Phönix Schifferstadt in die kommende Saison. Allerdings musste die DJK schon in der Vorbereitung einen bitteren personellen Rückschlag hinnehmen.

Der neu verpflichtete Coach René Schwall strotzt vor Energie und Tatkraft. „Über einen Freund, der bei Phönix Jugendtrainer ist, kam der Kontakt zustande. Ich habe mein Konzept vorgelegt und wir sind schnell auf einen Nenner gekommen“, spricht Schwall vom ersten Gespräch mit Peter Rutta, dem Sportlichen Leiter des Klubs, und Spielleiter Yannick Sempert. Der gute Eindruck verfestigte sich, als er auch mit Vereinschef Thomas Fetzer und dessen Vertreter Peter Libowsky gesprochen hatte. Der Nachfolger von Pietro Berrafato war gefunden. Da passt es gut, dass Schwall mit seiner Familie von Mannheim-Feudenheim nach Dannstadt-Schauernheim umgezogen ist. Der Weg zu Phönix ist deutlich kürzer.

Kapitän fällt lange aus

Schwall ist ein sehr ehrgeiziger Mann mit Visionen. Einer, der Rückschläge wegstecken kann. Sonst hätte der ehemalige Profi, der kurz vor einem Engagement bei einem Zweitligisten stand, nicht sechs Operationen, darunter ein Kreuzbandriss, überwunden. Elf Jahre lang hielt sich der heute 40-jährige Coach mit eiserner Disziplin im Profibereich, spielte unter anderem beim SV Waldhof, der SV Elversberg und dem SV Wehen Wiesbaden. Und hätte er sich nicht bei seiner letzten Station, dem FV Nußloch, erneut schwer am Knie verletzt, würde er vermutlich heute noch spielen. So aber haben die Schifferstadter davon profitiert.

Um bei Verletzungen und Rückschlägen zu bleiben: Im zweiten, mit 5:2 gewonnenen Testspiel bei Arabia Frankenthal hat sich Kapitän Matthias Fetzer die Achillessehne gerissen. „Es war bei einem Sprint und ohne gegnerische Einwirkung“, schildert Schwall die Szene. Fetzer, der als Sportler und Mensch ein guter Typ sei, wird monatelang ausfallen. Bitter für ihn, für den Trainer und den Verein. Seine Rolle als Spielführer wird Torhüter Kevin Schuster übernehmen. „Er ist trotz seiner isolierten Position auf dem Platz aktiv und präsent, ebenso außerhalb des Spielfelds“, attestiert der Trainer. Schusters Stellvertreter werden Tobias Riemer und Marvin Folz sein.

Königstransfer mit Überraschungspotenzial

Ansonsten hat Phönix seinen Kader deutlich verjüngt. Sechs Akteure, die in der vergangenen Runde Stammspieler waren und auf eine zweistellige Einsatzzahl kamen, haben Schifferstadt verlassen. Gekommen sind viele junge Spieler, die talentiert sind, denen aber noch die Erfahrung fehlt, sowie zwei Routiniers: Luca Stoye (28) und Dominik Strohmeier (26). „Lucas Kommen war früh klar. Er ist ein Führungsspieler und Gewinn für den Verein, ist abgeklärt und zweikampfstark“, verdeutlicht Schwall, der sich Stoye in der Innenverteidigung vorstellen kann. Strohmeier sei begehrt gewesen, habe sich aber an seine Zusage gehalten. Er sei in jedem Training und überzeuge nachhaltig.

Schwalls Königstransfer Kokou Georges N’Soukpoe ist in der Region noch nicht bekannt, was sich nach Angaben des Übungsleiter ändern werde: „Georges hat eine enorme Qualität, ist wendig, torgefährlich, stark im Gegenpressing und variabel.“ Der Wunschspieler des Trainers kommt von Enosis Mannheim und „wird als Offensivkraft auf sich aufmerksam machen“. Eine Topverpflichtung sei auch der Oberliga-erfahrene Cedric Rodach, der in Dudenhofen spielte, zuletzt aber zwei Jahre in den USA studierte, wovon er profitiert habe uns schon sehr reif sei. Der spielende Co-Trainer soll auf der rechten Seite agieren und könnte vorübergehend den Platz Fetzers einnehmen.

Mehr Jugendliche einbauen

Ein verstärktes Augenmerk wollen die Schifferstadter künftig wieder auf die eigene Jugend legen. Mit Khalid Balisani (Außenverteidiger), Noah Gabel (Tor), Luis Giertzsch (offensive Außenbahn), Benito Schmid (zentrales Mittelfeld) und Adriano Napolitano (nach langer Verletzung reaktiviert) rücken etliche Eigengewächse auf. Innenverteidiger Niklas Gimbel, der noch A-Junior ist, soll sukzessive eingebaut werden. „Ich baue auf die Jungen, sie müssen aber noch im Männerfußball ankommen“, urteilt Schwall, der einen einstelligen Tabellenplatz als Saisonziel für das im Neuaufbau befindliche Team ausgibt. Dem gehört bald auch Spielleiter Sempert (28) an. „Es juckt ihn wieder. Yannick war lange raus und will es noch einmal probieren, wird aber behutsam aufgebaut“, informiert der Coach.

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