Wochenspiegel RHEINPFALZ Plus Artikel Von lauter Sauereien

Sauerrei.
Sauerrei.

Ebertpark: Schweinerei

Was für eine Aufregung zu Beginn der Woche. Wildschweine stören die Autos in Friesenheim. Ein Tier rennt sogar eine Fußgängerin um. Und weil die Tierchen auch im Ebertpark gesehen wurden, musste die Anlage aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Man weiß ja nie. Seit Montagabend herrscht Ruhe. Irgendwie traurig, denn an der BASF wurde ein Schwein festgehalten. Und ein Jäger erlegte das verletzte Tier dann. Dem Ebertpark hat die kurze Pause vielleicht trotzdem gut getan. Denn die Stadt freut sich zwar über den großen Andrang in der grünen Oase. Aber viele Zweibeiner benehmen sich dabei eher wie die Vierbeiner, die so viel Aufregung verursachten. Sie halten sich also nicht an die Spielregeln und rennen überall wild rum. Nehmen wir die kleine Episode als Warnung: Macht ihr bei Parkbesuchen weiterhin so eine Schweinerei, kommen die Absperrschlösser bald dauerhaft zum Einsatz. Muss nicht sein, oder?

Ortsbeirat: Geheimniskrämerei

Demokratie in einer Pandemie – keine leichte Aufgabe. Wie sorgt man für Beteiligung und Öffentlichkeit, wenn sich keiner treffen darf? Zumal ja manche Sitzungen rein als Videorunde über die Bühne gehen. Bisher bekamen wir in der Redaktion dafür Zugangslinks zu den Sitzungen. Auf einen solchen warteten wir für den Ortsbeirat der Gartenstadt vergeblich. Wenige Stunden vor der Sitzung am Mittwoch hieß es dann: Es gibt keine Links mehr. Wer zuhören will, soll in den Stadtratssaal kommen. Dort wird alles übertragen – auch für neugierige Bürger. Also: raus aus dem Homeoffice und rein ins Auto. Und dann? Nichts. Ein Verwaltungsmitarbeiter saß im Ratssaal und versuchte verzweifelt, die Technik zum Laufen zu bringen. Doch: nichts ging. Der arme Mann verzweifelte. Der virtuelle Ortsbeirat legte dann irgendwann los. Hallo? Das geht doch nicht, dass aus einer öffentlichen Sitzung plötzlich eine nichtöffentliche wird, nur weil die Technik streikt. Also gab’s doch den Zugangslink aufs Handy. Nun saß ich da: mit dem Handy in der Hand und hörte zu. Nur eben nicht im Homeoffice, sondern 20 Kilometer weiter. Alles nicht im Sinne des Erfinders. Das hatte mehr was von Geheimniskrämerei denn von lebendiger Demokratie. Plötzlich stand die Leitung im Ratssaal. Nach 40 Minuten waren die Ortsbeiräte mal zu sehen. Doch alles gut? Nein, denn kaum war das Gremium da, ging an der Leinwand der Strom aus. Noch Fragen? Und übrigens: Das mit der Übertragung wird nun eine Dauerlösung ...

Rathaus: Geduldsspiel

Zu einer lebendigen Demokratie gehört auch, dass Medienvertreter Anfragen an Verwaltungen stellen und diese dann zügig beantwortet werden. Denn die Behörden sind den Medien gegenüber zur Auskunft verpflichtet. Zehn Tage sind vergangen, seitdem Marianne Speck, Ärztin und die Mitbegründerin der Initiative „Respekt: Menschen!“ die Verwaltung wegen des Vorgehens in einer Sammelunterkunft für Flüchtlinge in Oggersheim kritisiert hat. Nachdem sich ein Bewohner mit dem Coronavirus infiziert hatte, war das ganze Containerdorf mit mehr als 100 Männern unter Quarantäne gestellt und von Sicherheitskräften und Polizei bewacht worden. Insbesondere hinterfragte die Aktivistin Speck, was es mit den 34.000 Euro auf sich habe, die die Verwaltung laut Sozialdezernentin Beate Steeg (SPD) monatlich für die Unterkunft ausgebe. Die RHEINPFALZ hat die Stadt seinerzeit um Stellungnahme und Aufklärung gebeten. Eine Rathaus-Sprecherin hat dazu in dieser Woche auf eine weitere Nachfrage erklärt: „Ihre Anfrage ist nicht in Vergessenheit geraten. Allerdings handelt es sich um ein komplexes Thema, das verwaltungsintern noch geprüft wird, was eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Wir werden uns in dieser Angelegenheit proaktiv wieder melden.“ Wir sind gespannt!

Schönes Wochenende wünschen

Axel Nickel & Christiane Vopat

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