Ludwigshafen
Von Jimi Hendrix beeinflusst: Stefan Kahne zu Gast bei der Bluessession im Haus
Am liebsten würde Kahne gleich durchstarten und mit der Elville Blues Band auf Tour gehen. „Ich mag die Band, und das sind ganz tolle Leute“, sagte er. Menschlich und musikalisch hat es also gestimmt zwischen der Hausband und dem Gast aus Bad Dürkheim, was zu hören war. Es war der dritte gemeinsame Abend, alle hatten sich aufeinander eingespielt.
Weil der Stammbassist der Elviller, Bonnie Batzler, verhindert war, ist Rolf Breyer als Überraschungsgast für ihn eingesprungen. Er ist Profi, bekannt unter anderem von The Busters, Lava und weiteren angesagten Bands. Breyer hat Bass an der Musikwerkstatt in Frankfurt studiert. Er spielte an diesem Abend nicht nur druckvoll groovende Linien, sondern bekam auch ein paar Gelegenheiten zum Solospiel. Sehr schön anzuhören war seine Bassversion von Paul McCartneys „Blackbird“, eigentlich ein Fingerstyle-Stück für Gitarre, die zwei zusätzliche Saiten hat.
Von Beatles-Covers bis zu Nosie Katzmann
Stefan Kahne, der Hauptgast, kommt inzwischen ganz schön rum. Vor gut 20 Jahren spielte er Beatles-Covers mit The Brights. Das machte die Band so gut, dass sie 2008 in Hamburg einen internationalen Wettbewerb gewann. Kahne spielt schon lange in der Stephan Ullmann Band, begleitet den Frankenthaler Singer/Songwriter Klaus Kummer, wird mit Andreas Kümmert auf Tour gehen und hat ein spannendes Projekt mit dem erfolgreichsten Hitschreiber der Eurodance-Welle, Nosie Katzmann. Als Kahne Katzmann bringen sie mit Band nicht nur alte Dancefloor-Kracher im neuen Sound von Americana und Roots Rock, beide bringen auch neue eigene Stücke ein.
Der Besuch bei der Blues Session ist für Kahne wohl auch eine Reise zu den Wurzeln. Jimi Hendrix ist sicher der größte Einfluss auf Kahne, denn fast bei jedem Auftritt spielt der Dürkheimer ein Stück des Meisters. In Ludwigshafen war „The Wind Cries Mary“ das erste, später folgte „Manic Depression“, eigentlich ein recht kurzes Stück auf dem Hendrix-Debutalbum „Are You Experienced“. In Ludwigshafen wurde es zu einem sehr gelungenen psychedelischen Trip, auf dem Kahnes Stratocaster mit Delay-Effekten und ausgiebigem Gebrauch des „Jammerhakens“ abgefahrene Sphärenklänge entwickelte. Tom Karp schloss da ein schönes Hammondorgel-Solo an.
Die „heiligen drei Könige“ des Blues
„Crossroads“, ursprünglich ein Stück von Bluesman Robert Johnson aus den 30er Jahren, wurde durch Cream wieder bekannt, und diese Version griffen Kahne und die Band auf. Freddie King, neben BB und Albert King einer der „heiligen drei Könige“ des Blues, wurde auch geehrt. Eine weitere Seite des Gitarristen klingt eher funky, so etwa bei „Move By Yourself“. Da kam dann auch das Wah-Wah-Pedal zum Einsatz.
Kahne fühlt sich mit der Blues- und Rock-Tradition sehr wohl und ist auch bekennender Fan originaler alter Gitarren, Verstärker und Effektgeräte. In Ludwigshafen hat er neben seiner Telecaster und Stratocaster auch eine alte Les Paul Goldtop gespielt, die ihm Tom Schaffert geliehen hat. Wie immer hat die Hausband, zu der noch Sam Sommer am Schlagzeug gehört, mit Sängerin Marion LaMarché die beiden Sets der Session eröffnet. Auch das macht immer wieder Spaß.