Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Von der Eberthalle in den H&M: Das neue Testzentrum in der City

Trotz großem Interesse bietet der Wartebereich genügend Platz und Abstand.
Trotz großem Interesse bietet der Wartebereich genügend Platz und Abstand.

Nach genau einem Monat in der Friedrich-Ebert-Halle ist das dortige Testzentrum in die Innenstadt umgezogen. Corona-Abstriche gibt’s seit Dienstag im ehemaligen H&M-Gebäude am Rathausplatz. Die Nachfrage nach den kostenlosen Schnelltests war stadtweit über die Osterfeiertage besonders hoch.

Ja, direkt nach der Eröffnung am Dienstag lief noch nicht alles reibungslos. „Wir brauchen noch die Schilder für den Ein- und Ausgang“, sagte Esther Mallrich vor Ort im ehemaligen H&M-Gebäude. Die Gruppenführerin beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) Vorderpfalz hat nach einem Monat Erfahrung in der Eberthalle den Blick für die Details. Doch von der Zugangsregelung abgesehen – immer wieder verirrten sich Testwillige zur Ausgangsseite und kamen so den schon Getesteten entgegen – war es eine gelungene Premiere bei deutlich geringerem Personalaufwand als in der Eberthalle.

„Wir haben vor allem in der Registrierung stark Personal abgebaut“, sagte DRK-Kreisbereitschaftsleiter Frank Haag. Zum einen erzwungenermaßen, denn die Freiwilligen der Verwaltung stehen nicht mehr zur Verfügung, zum anderen auch durch eine Umstellung auf mehr EDV-Einsatz. Diese sei noch nicht abgeschlossen. „Wir können uns eine vollständige elektronische Registrierung vorstellen“, verriet Haag. Die technischen Voraussetzungen seien schon vorhanden. Dadurch wäre nicht nur der Zugang zum Testzentrum beschleunigt, sondern auch die Wartezeit auf das Testergebnis entfalle. „Man bekommt das Ergebnis dann nicht mehr schriftlich in die Hand gedrückt, sondern direkt auf das Handy geschickt.“ Eine Lösung mit Weitblick. „Man könnte sich damit testen lassen und dann direkt in Richtung eines Lokals oder auch eines Geschäfts laufen, das man mit einem negativen Testergebnis direkt betreten kann.“

Zentral und mehr „Laufkundschaft“

Mit den Räumen im Erdgeschoss des ehemaligen Textilhändlers zeigten sich nicht nur die DRK-Verantwortlichen zufrieden. „Hier in der Innenstadt ist es einfach zentraler“, so das einhellige Urteil der Wartenden, auch wenn Ingrid Cunz aus Ruchheim den Parkmöglichkeiten an der Eberthalle hinterher trauert. „Ich bin jetzt schon zum dritten Mal beim Schnelltest“, sagte die ehemalige Apothekerin. Für sie ist es vor allem wichtig, dass hier jeden Werktag ein Testangebot gemacht wird.

„Wir testen hier aktuell mit neun Leuten, wollen aber noch auf zwölf aufstocken“, sagte Haag. Bis zu 800 Tests seien damit möglich. Und ein weiterer Ausbau sei nicht ausgeschlossen. „Wir haben Kontakt zu unseren Karlsruher Kollegen. Die bieten dort auch schon PCR-Tests an.“ Auch diese Variante sei im neuen Testzentrum denkbar. Denn ein Problem der Schnelltests bleibe bestehen: „Wenn er positiv ist, dann hat man sehr wahrscheinlich auch Corona. Das kann allerdings auch der Fall sein, wenn man ein negatives Ergebnis erhält.“ Der PCR-Test biete eine deutlich größere Sicherheit. Ingrid Cunz war nach einer Viertelstunde trotzdem erleichtert. „Ich hatte eine leicht erhöhte Temperatur und wollte Sicherheit.“ Nun freut sie sich, „weil mein Mann in zwei Tagen Geburtstag hat und wir jetzt gemeinsam feiern können“.

An Ostern teils lange Wartezeiten

Stichwort „gemeinsam feiern“: Über die Osterfeiertage hatten alle kostenlosen Schnelltestcenter in der Stadt einen besonders hohen Zulauf. „Ostern ist ein Fest der Familie“, sagt Oliver Nagel-Schwab, Vorsitzender der Ortsgruppe Oggersheim der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft), die das Testzentrum Am Brückelgraben betreibt. Der Ansturm über die Feiertage sei so groß gewesen, dass sie bei Öffnungszeiten von täglich 10 bis 14 Uhr am Samstag und am Sonntag bereits kurz nach 13 Uhr die Warteschlangen schließen mussten. Die Wartezeit in der mehr als 200 Meter langen Schlange habe da bereits bei über einer Stunde gelegen, beschreibt Nagel-Schwab die enorme Nachfrage.

Dass der Andrang am Montag ab dem Mittag deutlich nachgelassen habe, führt er darauf zurück, dass dann wohl die Osterbesuche zu Ende und die Menschen wieder zu Hause gewesen seien. 711 Abstriche hat das DLRG-Team übers Osterwochenende genommen, in sechs Fällen mit Corona-positivem Ergebnis. Insgesamt wurden Am Brückelgraben seit Anfang März 3080 Tests gemacht, davon 40 mit positivem Ergebnis. Der Zuspruch sei generell sehr groß, sagt Nagel-Schwab – mit teils bis zu 260 Tests pro Tag. Das fordert einen enormen Einsatz der Ehrenamtlichen.

Bürger sehr diszipliniert

Bei den Maltesern in Süd wurden über Ostern 416 Personen getestet, zwei davon positiv. Das Zentrum in der Ludwig-Wolker-Freizeitstätte hatte an Karfreitag und Karsamstag geöffnet. Insgesamt gab es bislang 828 Tests vor Ort. „Unser Testangebot wurde außergewöhnlich gut angenommen und mit einem Test pro 1,4 Minuten waren wir ordentlich ausgelastet“, sagt Winfried Ziemer, Leiter des ehrenamtlichen Helfer-Teams bei den Maltesern. Er lobt außerdem die große Disziplin der Mitbürger. „Wir sind total begeistert“, sagt er und berichtet von eingehaltenen Abständen sowie einem „rücksichtsvollen, höflichen und wertschätzendem Umgang“. Das sei „ein tolles Erlebnis“.

Ganz neu öffnete am Karfreitag die Schnellteststation der Johanniter Unfallhilfe in der Pfingstweide. Auch dort wurden, trotz Feiertagen, am Freitag und Montag Tests angeboten. „Am Karfreitag hatten wir 127 Testungen, davon zwei Positive. Ostermontag waren es leider nur 34 Testungen durch das sehr schlechte Wetter“, wie es von der Johanniter Unfallhilfe auf Nachfrage heißt. Man habe durchgehend positive Rückmeldungen erhalten, „da viele froh waren, nicht mehr durch die ganze Stadt fahren zu müssen“.

Das Schnelltestcenter in der Eberthalle blieb hingegen über Ostern geschlossen und war damit am Gründonnerstag das letzte Mal geöffnet. Von Anfang März bis Donnerstag wurden dort insgesamt 5600 Tests durchgeführt, wie die Stadt mitteilt. 58 Ergebnisse waren positiv. Nun ist das Rote Kreuz mit dem Testzentrum in die Innenstadt gezogen.

Noch Fragen?

Kostenlose Corona-Schnelltests werden in vier Testzentren angeboten:

  • Innenstadt, Rathausplatz 17-21, Deutsches Rotes Kreuz, montags bis donnerstags von 10 bis 18 Uhr und freitags von 10 bis 16 Uhr.
  • Oggersheim, Am Brückelgraben 72, DLRG, Montag, Mittwoch und Freitag von 16 bis 20 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr.
  • Süd, Karl-Krämer-Straße 6, Malteser, Montag: 11 bis 13 Uhr, Dienstag: 18 bis 21 Uhr und Freitag: 17 bis 21 Uhr.
  • Pfingstweide, Brüsseler Ring 59, Montag und Freitag jeweils von 13 bis 17 Uhr.
DRK-Kreisbereitschaftsleiter Frank Haag.
DRK-Kreisbereitschaftsleiter Frank Haag.
Mitarbeiterin Esther Mallrich weiß, dass im Zugangsbereich noch nachgearbeitet werden muss.
Mitarbeiterin Esther Mallrich weiß, dass im Zugangsbereich noch nachgearbeitet werden muss.
H&M schloss am Rathausplatz 2010.
H&M schloss am Rathausplatz 2010.
x