Das spontane Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Vom Bayerischen Wald in die Pfalz gezogen

Kommt aus dem „Drei-Wälder-Eck“: Adolf Diller (rechts), hier im Gespräch mit Volker Endres.
Kommt aus dem »Drei-Wälder-Eck«: Adolf Diller (rechts), hier im Gespräch mit Volker Endres.

Irgendwo in Lu sind wir jede Woche auf der Suche nach interessanten Gesprächspartnern. Am Montag haben wir in Ruchheim den 87-jährigen Adolf Diller getroffen.

Woher kommen Sie?
Ursprünglich stammt meine Familie aus Franken. Aber ich komme aus Waldmünchen im Bayerischen Wald. Im Scherz sage ich immer, dass ich aus dem „Drei-Wälder-Eck“ komme, mit Bayerischem Wald, Böhmer Wald und Oberpfälzer Wald. Waldmünchen ist gerade noch auf der deutschen Seite.

Und mittlerweile ist der Pfälzerwald nicht mehr weit. Was hat Sie nach Ludwigshafen verschlagen?
Natürlich die Arbeit. Bei uns dahinten gab es nichts. Deshalb wurde ich zunächst Spengler und Installateur. Hier in der Pfalz habe ich dann meine Meisterprüfung gemacht und bin bei der BASF gelandet. Das war sicher nicht das Schlechteste, was mir passieren konnte.

Und Sie waren von Anfang an in Ludwigshafen?
Nein. Ich war die beiden ersten Jahre in Altrip. Dort habe ich am Anfang kein Wort verstanden und gedacht, dass ich im Ausland bin. Dort hat man im Vergleich zu Ludwigshafen noch einmal anders gesprochen. Ich weiß aber nicht, ob das noch immer so ist. Ich war dort schon lange nicht mehr.

Als Sie hierher gekommen sind, war Ruchheim noch selbstständig ...
Das stimmt. Und als mein Reihenhaus gebaut worden ist, grenzte es direkt an eine Pferdekoppel an. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Es hat sich enorm viel verändert.

Aber hier in Ruchheim fühlen Sie sich aufgenommen?
Ja, das war kein Problem. Ich war stark in der katholischen Gemeinde engagiert und habe im Kirchenchor gesungen, bis ich das wegen meines Asthmas vor ein paar Jahren im Alter von 75 Jahren aufgeben musste.

Was machen Sie stattdessen?
Ich bin viel am Computer tätig. Ich bin Hobbymaler und stelle dort meine Bilder über Facebook vor. Da gibt es hin und wieder Diskussionen.

Was für eine Art Bilder malen Sie denn?
Verschiedenes. Auch abstrakte Bilder. Allerdings male ich keine Porträts. Aber ich habe auch schon Aufträge für Naturlandschaften übernommen.

Kann man Ihre Bilder denn auch außerhalb des Sozialen Netzwerks Facebook sehen?
Ich habe viel bei der Arbeiterwohlfahrt hier im Ort ausgestellt, aber das ging in letzter Zeit auch nicht mehr. Deshalb habe ich begonnen, die Türen zu den Mülltonnen in meiner Straße zu bemalen. Meine Nachbarn haben sich angeschlossen und dort hängen jetzt ebenfalls meine Bilder vor den Mülltonnen. Das ist jetzt meine eigene Galerie. Und die ist dauerhaft.

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