Mutterstadt
Volkstrauertag: Gedenken an Kriegstote und Einsatz für Frieden
Graue Nebelwolken und feuchte Kälte liegen über dem neuen Friedhof und rund um die Trauerhalle. Drinnen findet die Feierstunde zum Volkstrauertag 2025 statt. „Der Volkstrauertag ist ein staatlicher Gedenktag für die Toten der beiden Weltkriege und der Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage“, beginnt Claus Kasper seine Ansprache am Sonntagvormittag. Der Diakon betont die Bedeutung des 8. Mai als „Tag der Befreiung“. Und immer noch gebe es Krieg in Europa, wie in der Ukraine, dabei seien die Menschen doch „geboren, um zu leben und zu lieben“.
Er erinnert daran, dass 1945 weite Teile Europas in Trümmern lagen und dass sich die Literatur mit den Nachkriegserfahrungen auseinandersetzte. Wolfgang Borchert beispielsweise habe in seinem Werk „Draußen vor der Tür“, was Krieg immer wieder, gestern wie heute, bedeute: Unmenschlichkeit, Vernichtung, Tod. Der Tag des Gedenkens solle auch zu Taten führen und hin zu Engagement, dem Frieden in der Welt eine Chance zu geben, so Caspars Wunsch.
Erinnerung an Luftangriff
Bei der anschließenden Totenehrung bringt Bürgermeister Thorsten Leva (SPD) den Fliegerangriff in Erinnerung, bei dem am 1. Februar 1945 in Mutterstadt viele Menschen starben, und blickt auf die Enthüllung der Gedenkstelle am 26. Juli zurück, die an den Absturz eines alliierten Bombers sowie einer deutschen Maschine erinnert. „Der Volkstrauertag steht für Besinnung auf das furchtbare Geschehen der Vergangenheit“, so Leva, und fordert zum Gedenken sowohl der Opfer von Gewalt und Krieg, der Frauen und Männer aller Völker auf, als auch der Soldaten und Menschen, die durch Gefangenschaft oder als Vertriebene ihr Leben verloren oder aufgrund von andersartiger Rasse, Krankheit oder Behinderung als „unwert“ bezeichnet wurden.
Man trauere auch um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die wegen Widerstands gegen Gewaltherrschaft, Festhaltens an ihrer Überzeugung oder am Glauben Getöteten, um Bundeswehrsoldaten und Einsatzkräfte, die ihr Leben ließen. Trauer thematisiere das Leid um die Toten. „ „Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der Welt.“ Mit diesem Appell beendet der Ortschef seine Rede.
Mit der Kranzniederlegung findet die Veranstaltung ihren Abschluss, die vom Blasorchester Mutterstadt sowie Sängerin Ulrike Machill und Organist Stefan Franz musikalisch begleitet wird.