Ludwigshafen Vier Sterne leuchten

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„Es leuchtet ihm kein Mond, kein Stern.“ So singt traurig der Soldat im „Wolgalied“ von Franz Lehár. Das Publikum vor der Seebühne im Mannheimer Luisenpark hingegen durfte beim letzten „Seebühnenzauber“ der Saison gleich drei, nein vier Stars und außerdem noch den Mond genießen.

Außergewöhnliche Stimmen verzauberten im Licht des Vollmonds die laue Sommernacht. Eva Lind, die Sopranistin mit Kristall in der Stimme, und die German Tenors mit Gold in den Kehlen brachten die Ohren der Zuhörer zum Klingeln und ihre Augen zum Funkeln. Die Sängerin hat eine beeindruckende internationale Solokarriere vorzuweisen und ist auch sehr präsent im deutschen Fernsehen, wo sie ein breites Publikum sowohl durch klassische als auch populäre Musiksendungen führt. Johannes Groß und Luis del Rio, die German Tenors aus dem Ruhrgebiet, sind als Duo schon seit 1998 in Deutschland und Europa sehr erfolgreich. Alle drei zusammen können aber nicht nur singen. Sie sind auch gute Entertainer und boten eine gelungene Mischung aus Oper, Operette und Volksliedern mit viel Witz und einer gehörigen Portion Selbstironie. Dabei unterstützte sie sehr feinfühlig die Pianistin Catherina Schobanova, die aber auch als Solistin beeindruckte. Der vierte Star! Die Stars boten einen Galaabend in der Tradition des Tenors Fritz Wunderlich, der oft angefeindet und belächelt, aber sehr überzeugend und erfolgreich dem Publikum nicht nur Kunst, sondern auch Unterhaltung bieten wollte. Mal solo, mal zu zweit, zum Schluss überwiegend im Terzett präsentierten sie auf hohem gesanglichem Niveau Arien von Mozart und Bizet. Sie fühlten sich zu Hause in Russland bei Franz Lehárs melancholischem „Wolgalied“ aus dem „Zarewitsch“ und „Im Weißen Rössl am Wolfgangsee“ von Ralf Benatzky. Sie besuchten Verdis „La Traviata“ und kamen zum Schluss zu vielgeliebten Canzonen und Evergreens wie „Funiculì-Funiculà“ und „O sole mio“. Einer der Höhepunkte war Johannes Groß’ Interpretation von „Nessun Dorma“ aus Puccinis „Turandot“. Groß meisterte bravourös die Arie, an der man die Qualität eines Tenors messen kann. Aber auch Eva Lind bot die Bravourarie „Dinorahs Tanz mit dem Schatten“ aus Giacomo Meyerbeers „Dinorah oder Die Wallfahrt nach Ploëmel“ mit komplexen Koloraturen hervorragend dar. Einige beeindruckende Effekte steuerte Luis del Rio zu seiner gefühlvollen Interpretation von Agostin Laras „Granada“ bei. Die Pianistin Catherina Schobanova, die sensibel auf die Sänger einging, sich als Begleiterin der Gesangsstücke nicht in den Vordergrund spielte, wurde von den drei Sängern in respektvoller Weise eingebunden. Bei zwei Solointerpretationen verzauberte auch sie das Publikum im Laufe des sehr durchdachten Konzertablaufs. Nach anfänglichem Zögern wagten es die Sänger, ohne Mikrophone und technische Verstärkung zu singen. Auch die Geräusche der immer mal wieder vorbeibrummenden Urlaubsflieger störten nicht den Genuss. Es sind Künstler, die ihr Fach beherrschen, dies zeigten sie im Laufe des Konzerts immer deutlicher. Auf der Basis dieses Könnens verlief der Abend zwanglos und unterhaltsam, gewürzt von lustigen Anekdoten aus dem Sängerleben. Vor allem Johannes Groß sang nicht nur, er schauspielerte, verkleidete sich, tanzte und bezog das Publikum ein. Bei den Zuhörern kam dies alles sehr gut an. Drei Zugaben konnte sich das Publikum schließlich von den Stars erklatschen, bevor der Vollmond ihren Heimweg durch den dunklen Luisenpark beleuchtete.

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