Ludwigshafen Vielseitiger Beruf im Wandel der Zeit

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Der Beruf des Steinmetzes hat eine lange Tradition. Im Lauf der Zeit hat er sich verändert. Der Schifferstadter Helmut Bartholomä, der vor über 40 Jahren seinen Betrieb eröffnet hat und auch Oberinnungsmeister ist, hat die Entwicklung miterlebt. Und er erkennt auch, dass sein Handwerk noch zu wenig bekannt ist, wie er sagt. Bartholomä ist es daher ein Anliegen, über die Arbeit zu informieren.

Die Friedhofskultur habe sich in den vergangenen Jahren gravierend verändert, sagt Helmut Bartholomä. Der 65-Jährige ist Obermeister der Bildhauer- und Steinmetz-Innung, die in diesem Jahr aus der Fusion der beiden Innungen hervorgegangen ist. Der Schifferstadter war bereits gut 20 Jahre lang Obermeister der Innung Vorderpfalz und zuvor schon als Stellvertreter im Vorstand aktiv. Seit 17 Jahren ist er auch Landesinnungsmeister. Infolge der Zunahme von Verbrennungen haben sich auch die Grabsteine verändert. Heute werden zunehmend Grabplatten für eine Urnenwand und sogenannte Rasenkissen – kleine Grabsteine in Form einer Platte, die auf das Urnengrab gelegt werden – in Auftrag gegeben, berichtet der Steinmetz und Bildhauer. Während er früher öfters auch individuelle Grabsteine angefertigt hat, ist das heute weniger häufiger der Fall. „Früher war der Grabstein ein Statussymbol“, weiß er noch. Das habe sich verändert und der wirtschaftliche Faktor spiele mit eine Rolle, wenn es um die Wahl der Bestattungsform und damit auch die Form des Grabes gehe. Auch die Pflege und der damit verbundene Aufwand werde dabei berücksichtigt. „Es ist ein Unterschied, ob man ein ein Quadratmeter großes Urnengrab hat oder ein fünf Quadratmeter großes Grab“, führt Bartholomä aus. Bei allen Grabsteinformen werde ein beratendes Erstgespräch mit dem Kunden geführt, betont der Steinmetz. Dabei gehe es um die Auswahl des Materials. Inzwischen gebe es „aus aller Herren Länder“ Granit in verschiedenen Zusammensetzungen. Während der Granit aus Deutschland eher schlicht ist, sei der Granit aus Nordeuropa, Russland, Argentinien oder Brasilien richtiggehend bunt. Ein zweiter wichtiger Aspekt bei der Beratung sei die Gestaltung. „Ein Grabstein kann eine Aussage über den Verstorbenen machen in Bezug auf seine Einstellung zum Beruf, zum Hobby oder seinen Glauben“, ist Bartholomäs Meinung. Manche Kunden kämen bereits mit festen Vorstellungen, für andere werde das Passende auf Wunsch gesucht. Dann werde eine Zeichnung oder eventuell auch ein Modell des Grabsteins erstellt und mit dem Kunden besprochen. Es sei ihm wichtig, den Kunden in die Entwicklung des Grabsteines mit einzubeziehen, betont der 65-Jährige. So ist der Auftraggeber eingeladen, in der Werkstatt vorbeizuschauen und den Entstehungsprozess mitzuverfolgen. Für seine Grabsteine habe er auch bei Landesgartenschauen und Bundesgartenschauen Preise bekommen, berichtet der Schifferstadter. Das Leistungsspektrum von Helmut und Sohn Sebastian Bartholomä reicht allerdings weit über Grabsteine hinaus. „Die Leute setzen oft Steinmetz mit Friedhof gleich – sehr zu unserem Leidweisen“, sagt Helmut Bartholomä und möchte dieses Bild korrigieren. So können Gartenbesitzer in seiner Werkstatt zum Beispiel einen Brunnen oder eine Skulptur aus Naturstein in Auftrag geben. Die Firma Bartholomä übernimmt auch Natursteinrestaurierungen – sei es an Privathäusern, öffentlichen und kirchlichen Gebäuden oder an Plastiken. „Wir haben gerade einen alten Torpfosten an einem Fachwerkhaus wieder instandgesetzt“, sagt der Steinmetz. |mmö

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