Ludwigshafen Vielseitige Stimme

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Vor kurzem hat die aus Moskau stammende Sopranistin Tatjana Rjasanova ihr künstlerisches Examen an der Mannheimer Musikhochschule gemacht. Ihrem Klavierbegleiter Harald Braun hat dabei ihre Stimme so imponiert, dass er für sie einige gemeinsame Konzerte organisiert hat. Nach Auftritten in Karlsruhe und Speyer gastierten Rjasanova und Braun im Schlösschen im Park in Limburgerhof.

Tatjana Rjasanova begann ihre Ausbildung am Konservatorium in Moskau. 2007 setzte sie ihr Studium an der Mannheimer Musikhochschule bei Alejandro Ramirez und Katharina Dau fort. Sie wirkte in diversen Produktionen der Mannheimer Opernschule sowie bei Konzerten des Nationaltheaters mit. Dort sang sie auch die Rolle der Warwara in der vielbeachteten Uraufführung von Mieczyslaw Weinbergs Oper „Der Idiot“. In ihrem Studium hat sie sich mit allen Genres, Stilen und Epochen auseinandergesetzt. Das ganze Spektrum an Vokalmusik präsentiert sie auch in ihren Konzerten, das reicht vom Barock bis zur frühen Moderne, von der geistlichen Musik über die Oper und die Operette bis zum Kunstlied. Ausdrucksvoll und sicher, dabei angenehm timbriert ist Rjasanovas Stimme, allen Genres wird sie dabei gerecht, wenn auch manches etwas tiefer ausartikuliert sein könnte. Aber das wird sich bald einstellen. Große Geläufigkeit zeigte sie gleich zu Beginn in den schwierigen Koloraturen des Alleluia aus der Motette „Silete Venti“ von Händel. Nach dem „Vidit suum“ aus Pergolesis „Stabat mater“ bewies sie, dass das Opernfach ihr aber doch näher steht. Anrührend gestaltete sie die Arie der Pamina „Ach ich fühl’s“ aus der „Zauberflöte“, und zu einem ersten Höhepunkt wurde die belcantogesättigte Arie der Norina aus Donizettis „Don Pasquale“. Nach der Pause widmete sie sich dem klassischen Liedgesang, der weniger extrovertiertes Ausstellen der Stimme als eine feinsinnige, differenzierte Gestaltung erfordert. Auch hier wurde Tatjana Rjasnaova allen Anforderungen gerecht. Mit der passenden Romantik-Attitüde sang sie zwei Lieder von Robert Schumann, mit französischer Eleganz gestaltete sie Louis Viernes „Chanson pour avril“. So ganz bei sich war sie aber bei drei Liedern ihres Landmanns Sergej Rachmaninov. Deren Klangüppigkeit und emotionale Überladenheit brachte sie ebenso suggestiv herüber wie das als Zugabe gesungene „Cäcilie“ von Richard Strauss. Und auch für den Expressionismus zweier früher Lieder von Arnold Schönberg fand sie den richtigen Ton. Als herzhaften Abschluss gab es dann noch Operette: „Liebe, du Himmel auf Erden“ aus „Paganini“ von Franz Léhar. Harald Braun erwies sich als aufmerksamer und sensibel unterstützender Klavierbegleiter, der mit einem Bach-Choral in der Bearbeitung von Busoni, und Stücken von Robert Schumann und Rachmaninov auch eigne solistische Akzente setzte.

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