Ludwigshafen Viele wollen Sonne und Strand
Mit den Sommerferien beginnt die Haupturlaubssaison in Deutschland. Welche Ziele stehen bei den Ludwigshafenern in diesem Sommer besonders hoch im Kurs? Vor allem die Mittelmeerländer Spanien mit der Insel Mallorca, Griechenland, Portugal und die italienischen Reiseklassiker wie der Gardasee, die Toskana und die Adria-Küste – das zeigt eine Umfrage in Reisebüros.
Die Leiter der befragten Unternehmen, Silvia Asel-Kaufmann (Reisebüro Urlaubsinsel), Uschi Freitag-Bolleyer (MKR Reisen) und Kadir Caliscan (Reisebüro Kadir) berichten von ganz ähnlichen Trends. Dass viele Ziele im Süden liegen und jedes Jahr wieder gerne gebucht werden, liege vor allem daran, dass die meisten Urlauber weniger an Abenteuertouren als an entspannten Ferien mit Sonne, Strand und Meer interessiert seien. Wie die drei Reiseexperten berichten, gibt es auch außerhalb Europas Vorlieben bei der Urlaubsplanung. Kanada und Kolumbien sind dabei auf Platz eins und zwei der beliebtesten Urlaubsziele 2017. Auch Städtereisen seien immer noch sehr gefragt. Bordeaux, Kapstadt und Los Angeles stehen dabei an der Spitze. Doch viele möchten gar nicht so weit fahren oder fliegen. Deshalb steht auch Deutschland selbst als Urlaubsziel hoch im Kurs. Daher seien viele Quartiere ausgebucht, berichten die Reiseexperten. Von einem weiteren Anstieg der Inlandstouristen gehen sie derweil nicht aus. Und zwar aus einem banalen Grund: das Wetter. Viele Urlauber möchten eine Garantie für viel Sonne und warmes Wasser. Und das sei eben in Deutschland nicht möglich. Beliebt in Deutschland seien vor allem die Küstenregionen an Nord- und Ostsee. Doch nicht nur Sonne und Meer sind Faktoren bei der Urlaubsplanung. Auch die Politik und Krisen spielen eine Rolle. Deshalb, so berichten die Reisebüroleiter, seien Ägypten, Tunesien und allgemein alle arabischen Gebiete stark in der Gunst gesunken. Zum Teil würden sogar gar keine Reisen mehr in diese Länder gebucht. Einig sind sich die Reiseprofis hingegen, dass die Türkei als Urlaubsland langsam wieder in der Gunst steige. Derzeit spiele die extrem niedrige Preissituation der Türkei in die Hände. Asel-Kaufmann will die Bedeutung der politischen Situation auch nicht überbewerten: „Die Leute gewöhnen sich daran, weil es egal ist, wo man hingeht. Überall ist irgendwas.“ Kadir Caliscan als Spezialist für Türkei und Nordzypern erklärt, dass seine überwiegend türkische Kundschaft weiterhin großes Interesse an Reisen in die Türkei zeige. Aber auch er sagt: „Durch Terrorgefahr sind Pauschalreisen in Länder wie die Türkei rückläufig. Die Leute haben Angst und bleiben lieber zu Hause.“ Aufträge für Urlaub in Österreich, in der Schweiz und in Deutschland habe er in seinem türkischen Reisebüro allerdings kaum. Die Malediven und die Dominikanische Republik seien bei ihm eher unbeliebte Ziele. Der Grund? „Zu teuer“, sagt Caliscan.