Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Viel Vorschusslorbeeren für „Beagle“

Er ist wieder da: Eulen-Trainer Michael Biegler (rechts).
Er ist wieder da: Eulen-Trainer Michael Biegler (rechts).

Die Hoffnungen der Eulen Ludwigshafen ruhen nach der Freistellung von Ceven Klatt auf Michael Biegler. Der neue Coach soll die Mannschaft schnellstmöglich wieder in die Erfolgsspur bringen. Sein Vertrag läuft bis zum Saisonende. Der 61-Jährige ist dank seiner großen Erfahrung und Erfolge in der Szene eine geschätzte Größe. Frühere Mitstreiter erinnern sich.

In Ludwigshafen hat „Beagle“, so nennen ihn Freunde, vor über 20 Jahren Spuren hinterlassen. Von Januar 2001 bis Mitte 2002 führte er die TSG Friesenheim zwei Mal beinahe in die Bundesliga.

Frank Eckhardt, der als Co-Trainer mit ihm arbeitete: „Sein abwechslungsreiches Training mit neuen Methoden hat mich begeistert. Ich wäre selbst gerne Spieler gewesen. Biegler wird neuen Schwung in das Team bringen. Es wird aufwärts gehen.“

Als Spieler erlebte ihn das Friesenheimer Urgestein Thorsten Laubscher: „Ich freue mich über seine Rückkehr. Er wird den Turnaround schaffen. Er hat ein feines Gefühl, wie er die Spieler anpackt und wird das Maximum von jedem Einzelnen rauskitzeln. Außerdem hat Beagle immer einen Plan, den er dann meist erfolgreich durchzieht. Seine Handschrift wird schnell erkennbar sein.“

Neue Methoden

„Er hat ganz neue Methoden im Training eingeführt. Zum Beispiel hat er nur mal die Kreisläufer oder Rückraumspieler trainieren lassen. Sein Schwung und seine Ideen werden gut tun. Ich rechne zum Einstand gleich mit einem Sieg“, sagte der frühere TSG-Manager Günter Gleich.

Geschäftsführerin Lisa Heßler, damals C-Jugend-Spielerin: „Mein Vater war Bundesligaobmann in dieser Zeit und hat regelmäßig dem Training beigewohnt. Das eine oder andere hat er sich dabei abgeschaut und gleich bei uns Mädels ausprobiert. Wir haben es dann erfolgreich umgesetzt.“

Diese nachhaltigen Eindrücke aus ihrer Jugendzeit haben sicherlich auch die Entscheidung der Trainerverpflichtung mitbestimmt: „Michael Biegler bringt extrem viel Erfahrung mit, von der wir sicherlich profitieren werden. Und hat gleichzeitig eine hohe Verbundenheit zu den Eulen.“

Anrufen erlaubt

Den Anruf der Eulen erhielt der Übungsleiter am Ostersamstag. „Es dürfen mich nicht viele Vereine anrufen. Aber die TSG Friesenheim, unter dem Namen kenne ich den Verein noch, durfte das gerne tun. Die angenehmen Erinnerungen aus der Vergangenheit vergisst man nicht. Der Kontakt ist nie abgerissen.“

Seine Arbeit bei den Eulen und seine Verpflichtungen in seiner Agentur seien mit Heßler abgestimmt. Bieglers Agentur hat einige Trainer unter Vertrag, die gecoacht werden, berät aber auch Vereine und erstellt Expertisen. Am Montag war erstes Training.

„Es gibt einige Reparaturarbeiten durchzuführen. Das gehen wir gemeinsam an. Dazu bedarf es am Anfang einer hohen Trainingsintensität“, meinte Biegler.

Ein Wohnortwechsel kommt für den in Großwallstadt mit seiner Lebensgefährtin wohnenden Trainer nicht in Frage. Momentan wohnt Biegler in einem Ludwigshafener Hotel: „Der Kontakt zum Team ist ganz wichtig. Da kann ich nicht ständig hin- und herfahren. Die Aufgaben und die Ziele, denen wir uns stellen, sind so wichtig.“

Der Ligabetrieb geht am Freitag (19.30) gegen SG BBM Bietigheim los. Bestimmt kommen wegen dem „alten Bekannten“ ein paar Zuschauer mehr in die Eberthalle. Nach vier Niederlagen in Folge hoffen die Fans auf bessere Zeiten.

x