Ludwigshafen Viel Lärm um Frauen

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Hans Umschaden, das ist sicher kein Name, mit dem man berühmt wird. Darum nennt sich der Träger dieses Namens Umbo und macht schlichtweg weiter seine Musik. Berühmt ist er trotzdem nicht geworden, aber die zwei Dutzend Leute, die den Songschreiber mit seiner Band jetzt im Ludwigshafener „Das Haus“ erleben konnten, hatten gleichwohl ihren Spaß.

Am Landeskonservatorium in Klagenfurt hat Umbo ebenso studiert wie in Los Angeles. Hat etliche Pop-Bands gegründet, „mit mehr oder eher weniger erfolgreichen Laufbahnen“, wie er in seiner Biografie bekundet. „Ich bin der alberne Hans/ und spiel auf für euch zum Tanz“, so sang der kräftige Österreicher in seinem Opener und ließ dazu lautstark knallenden Rock ’n’ Roll niederknüppeln. Eine barbarische Lautstärke durchzog übrigens das ganze Konzert. Musste das sein? Umbo ist sicher kein Warmduscher, das zeigt er in seiner Musik ebenso wie in seinen Versen und Moderationen. Aber das, was er zu sagen und zu singen hat, ginge auch eine Spur dezenter. Okay, Umbo ist ein Macho wie er im Buche steht. Nicht, dass er damit kokettieren würde, er ist es einfach. Eine ehrliche Haut. Sein neues und erstes Album, auf das er viele Jahre gewartet hat, widmete sich denn nur einem Thema: dem Geschlechterkampf zwischen Mann und Frau. Und so träumte er gleich im nächsten Song von einer Hollywood-Schönen, die ihn in einem gottverlassenen Café in Texas nachts anquatscht und ihm vorschlägt, ihn nach Hause zu fahren. Dunkle, psychedelische Rocksounds fuhr Umbo dazu auf, die E-Gitarre ließ untergründige Schubkraft glühen, die Orgel kam mit schwurbeligen Sounds hinzu, der Drummer knüppelte. Weibliche Risikogruppen sind gleichfalls ein Thema für Umbo, um das er sich sorgt. Neben der Rothaarigen hat er hierfür die Skorpionfrau ausgemacht, die eifersüchtig und nachtragend ist. „Sie ist obszön und provokant und du bist auf und davon“, heißt es im Song und dazu gibt es entspannte, elegante Disco-Klänge sowie recht ohrwurmige Melodien. Recht vielfältig sind die musikalischen Einflüsse von Umbo, viele Prägungen aus der Jugendzeit hat er in seine Songs mit aufgenommen. Etwa „Hot Chocolate“, deren „Heaven’s in the backseat of my cadillac“ er sang, im Gedenken an ein Erlebnis aus der Jugend im Kino mit einer gefühllosen Knutschpartnerin. Dem Paarungsverhalten auf einer Disco-Tanzfläche spürte Umbo in einem anderen Song nach, wobei er sich als junger John Travolta im Disco-Fieber wähnte, das weibliche Gegenüber ihn aber cool abblitzen lässt. Da hat auch das flotte Michael-Jackson-Riff zu der Nummer nicht viel genutzt. Einem „schweißtreibenden Kurzerlebnis hinter dem Holunderbusch“ frönte der kahlköpfige Sänger gleichfalls zu loungig entspannten Sounds. „Sie will nicht länger bleiben, sie mag es schnell“ heißt es in dem Lied, das eine weitere Leidenschaft von Umbo verrät: „Ich steh’ auf verheiratete Frauen“. Mit hintersinniger Ironie ist manches gewürzt in den Songs, anderes scheint rüpel- und machohaft. Es ist ein schmaler Grat den Umbo beschreitet.

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