Ludwigshafen „Viel Arbeit, aber ein tolles Publikum“

Voraussichtlich am 15. September endet an der Badestelle Blies die Saison. Ob es eine außergewöhnlich erfolgreiche war, das haben wir Joachim Thiem gefragt. Er ist seit 17. März Vorsitzender des 1995 gegründeten Fördervereins, der sich den Erhalt des Naturbads zum Ziel gesetzt hat. Thiem feiert heute seinen 71. Geburtstag.
Nein. Aber Sie haben davon profitiert? Es ist doch ganz normal, dass die Leute auf Alternativen in Frankenthal, Bad Dürkheim oder Mutterstadt ausweichen, wenn ihr Bad vor der Haustür geschlossen ist. Und natürlich haben auch wir davon profitiert. Aber man kann nicht sagen, dass wir nur deswegen einen Rekordsommer hatten, weil das Willersinn-Freibad zu war. Wir sind das Bliesbad, nehmen jeden gerne auf und behandeln die Leute entsprechend. Viele sind sehr zufrieden hier und haben angekündigt, im nächsten Jahr wiederzukommen. Sie haben im Schnitt pro Saison 20.000 Badegäste. Wie viele waren es in diesem Sommer? Etwa 15 bis 20 Prozent mehr. Das Bad war an vielen Tagen sehr gut gefüllt, an manchen Juli-Wochenenden kamen bis zu 8000 Gäste. Dazu hat natürlich das gute Wetter beigetragen. Die Einnahmen brauchen wir auch, um die Kosten für Strom, Wasser oder den Müll zu bezahlen. Mit Blick auf die Rücklagen hat dem Verein der Sommer also gut getan? Der hat uns sehr gut getan. Wir hatten zwar viel Arbeit, aber ein tolles Publikum. Wir brauchen die Rücklagen für einen neuen Rasenmäher und planen in Absprache mit der Stadt, die Toilettenanlagen behindertengerecht auszubauen. Bleiben die Eintrittspreise stabil? Natürlich, das ist ganz klar. Die sind ja schon seit Jahren konstant: zwei Euro für Erwachsene, ein Euro für Jugendliche, Kinder bis sechs Jahre haben freien Eintritt. Und wenn der nächste Sommer nicht viel schlechter wird als dieser, wird das wohl auch weitere zwei Jahre so bleiben. Sie sind seit März Vereinsvorsitzender. Wie fällt Ihre Bilanz aus? Sehr, sehr gut. Bei uns ist alles okay, die Finanzen sind so weit in Ordnung. Genaue Zahlen werden wir bei der Mitgliederversammlung im März auf den Tisch legen. Sind denn zuletzt auch mehr Mitglieder zum Verein gestoßen? Ja, wir haben so 30, 40 Mitglieder mehr als im Jahr zuvor, darunter Neubürger oder Leute, die sich umorientiert und sich für uns entschieden haben. Jetzt haben wir so 240, 250 Mitglieder. Inzwischen sind wir ein Familien- und Seniorenbad. Zum 20-jährigen Bestehen des Vereins gab es Mitte Juli ein Fest mit Musik. Sind solche Veranstaltungen im nächsten Jahr öfter vorstellbar? Öfter nicht, auch wenn die Resonanz in allen Belangen sehr positiv war. So etwas können wir nicht jedes Jahr auf die Beine stellen. Da steckt viel Arbeit dahinter. Wenn wir ein Fest machen, muss alles stimmen. Das entscheiden wir kurzfristig. Wenn man fast täglich an der Blies ist, dann braucht man kein anderes Urlaubsziel – stimmt’s? Meine Frau und ich haben die Blies für uns vor 19 Jahren auserkoren. Sie ist unsere Heimat, hier verbringen wir den Sommer. Während der Saison geht das gar nicht anders. So viele Helfer haben wir nicht. Wenn wir verreisen, dann im Winter, oder wir machen Städtetouren. Die Blies ist ein Kleinod und sauber. Wir versuchen, sehr feinfühlig mit den Menschen umzugehen. Ich glaube, das gelingt uns ganz gut. (Foto: ptr)