Handball
Vertrag für Meyer-Siebert gibt Eulen Rückenwind für Spiel bei Balingen-Weilstetten
Er fühlt sich erleichtert: Der zusätzliche Reisestress zwischen Leipzig und Ludwigshafen ist bald vorbei. Dazu fühlt sich Julius Meyer-Siebert gesundheitlich in bester Verfassung. Da passt es, dass der 22-jährige jetzt auch seine Zukunft geklärt hat. Zumindest für die kommende Spielzeit 2023/24. Der Rückraumspieler hat jetzt nach der Leihe durch den SC DHfK Leipzig, die zum 30. Juni endet, einen Ein-Jahresvertrag bei den Eulen unterzeichnet. Gleichzeitig ruht sein Vertragspapier bei den Sachsen, das bis zum 30. Juni 2025 datiert ist.
„Es waren einige Fragen zu klären, die jetzt geklärt sind“, sagt Meyer-Siebert. Wichtig war für den 22-Jährigen, dass die Eulen ihm früh die Signale gesendet hatten, dass sie gerne mit ihm weiterarbeiten möchten. Aus der Leihe wird jetzt ein Vertrag. Auch zur Freude von Cheftrainer Michel Abt: „Ich glaube, Julius ist ein ganz wichtiges Puzzleteil, um Stabilität in der Abwehr beizubehalten. Er hilft uns in der 6:0-Abwehr sehr.“ Mit Meyer-Siebert lasse sich in der zweiten Welle ohne Personalwechsel auf Angriff umschalten. „Da der Fokus bei Julius ab Sommer nur noch auf einem Verein liegt, kann er sich angesichts seines Talents und seines Potenzials speziell auch im Angriff weiter steigern“, so Abt.
Weiteres Zweitligajahr tut gut
Statt Leipzig heißt die Zukunft vorerst Ludwigshafen. „Nach dem Trainerwechsel in Leipzig musste sich das Team dort erst einmal stabilisieren, und in den weiteren Planungen mit den Verantwortlichen war man der Auffassung, dass mir als jungem Spieler noch ein Jahr Spielpraxis in der Zweiten Liga gut tun würde“, erzählt der gebürtige Bayreuther. So kam er In der laufenden Spielzeit bisher in 15 Spielen zum Einsatz und erzielte 35 Tore bei 72 Würfen. „Mir war dann aber klar, wenn ich das mache, dann nur bei den Eulen“, sagt Meyer-Siebert – und ließ auch Taten folgen.
Als „Mehrwert-Entscheidung für Julius und für uns“ bezeichnet Eulen-Geschäftsführerin Lisa Heßler die Vertragsverlängerung. Der linke Rückraum ist bei den Eulen das Revier des Mannes, der die Nummer 13 trägt. Lisa Heßler: „Ich glaube, es ist eine reife und gute Lösung, bei der auch Leipzig eine große Rolle spielt. Ich bin froh, dass die Entscheidung so gefallen ist. Julius hat sich in der Zeit bei uns gut weiterentwickelt, ist in der Abwehr eine feste Größe, wobei der Prozess durch verletzungsbedingte Pausen aber auch mal unterbrochen wurde. Definitiv sehen wir bei Julius – gerade im Angriff – noch Entwicklungspotenzial und freuen uns, daran gemeinsam weiter zu arbeiten“.
„Ich habe hier ein tolles Umfeld, ich fühle mich wohl, warum soll ich daran was ändern?“, sagt Meyer-Siebert. Er liebt die Pfalz und die Menschen. „Es ist hier schon besonders. Die Menschen sind herzlich, direkt, aber auch unkompliziert. Ich habe sie deshalb ins Herz geschlossen“, verrät der 2,06 Meter große Rückraumspieler. Bei den Eulen will er den nächsten Schritt in Richtung Bundesliga machen. Der frühere U19-Nationalspieler, der derzeit Betriebswirtschaftslehre im Fernstudium studiert, schätzt das Leben in Ludwigshafen. „Es ist auch nicht selbstverständlich, dass der Verein beim Umzug hilft“, erinnert er sich noch an das großartige Engagement von Christian und Alexander Hassert aus dem Fanclub. Sie wurden nicht nur Freunde. Das von Alex Hassert geführte „Behler Haisl“ hat auch das Patronat für Meyer-Siebert übernommen.
Druck diesmal beim Gegner
Als er kurzzeitig in der Messestadt am Ball war, waren die Hasserts auch vor Ort. „Das war schon großartig, aber es sind viele kleine Dinge, die die Eulen und ihr Umfeld so besonders machen“, lobt Meyer-Siebert auch den „großen Teamspirit nach zwei Trainerwechseln. Alle ziehen an einem Strang, das Gesamtpaket passt einfach. Trotzdem sind wir in einem Prozess – der dauert noch an – und trauen uns noch einiges zu“, so Meyer-Siebert.
Deshalb reist der wurfgewaltige Rechtshänder mit der Mannschaft auch mit viel Selbstvertrauen zum Spitzenspiel, zur HBW Balingen-Weilstetten (Samstag, 19 Uhr). „Durch die Niederlage in Dessau, die wir kurz analysiert haben, ist die Wut im Bauch geblieben. Wir wollen demütig bleiben, aber auch mit Vollgas ins Spiel gehen. Der Druck liegt diesmal beim Gegner, der auch verloren hat“, meint der Oberpfälzer. Dass die Eulen keinesfalls chancenlos in Richtung Alb reisen, das unterstreicht auch Meyer-Siebert. „Man hat schon im Hinspiel gesehen, als wir lange geführt haben, was möglich ist. Wir wollen es diesmal besser machen und mit einem Sieg wieder einen Flow starten. Denn danach kommen drei Heimspiele, da können wir uns mit der Halle zusammen nochmals zusätzlich pushen und eine erneute Euphorie auslösen.“