Ludwigshafen
Versorgungslage in der Pfalz: Engpässe bei Schwangerschaftsabbrüchen möglich
Dass immer weniger Frauenarztpraxen Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, ist das Ergebnis einer deutschlandweiten Studie über „Erfahrungen und Lebenslagen ungewollt Schwangerer“ unter Federführung der Hochschule Fulda. Stefan Ortelbach von der Beratungsstelle Pro Familia in Ludwigshafen sagt, derzeit gebe es im Einzugsgebiet noch eine ausreichende Anzahl an Ärzten, die Abbrüche vornehmen: „Die Situation ist noch okay.“ Allerdings befürchtet er, dass sich das auf absehbare Zeit ändern wird. Denn viele Ärzte seien schon älter und es kämen zu wenig junge Kollegen nach, die solche Operationen anbieten.
Im Moment sei es in der Region noch so, dass Frauen, die in der einen Woche zu einem Beratungsgespräch bei Pro Familia seien, im Regelfall in der darauffolgenden Woche einen Termin bei einem Arzt bekommen, der einen Abbruch vornimmt. Schwierig sei es mitunter aber zwischen Weihnachten und Neujahr, einen Termin zu erhalten, obwohl ein Abbruch als „medizinische Notversorgung“ gelte, erläutert Ortelbach.
713 Pflichtberatungen bei Pro-Familia
In Deutschland ist ein Schwangerschaftsabbruch ein Straftatbestand gemäß Paragraf 218 des Strafgesetzbuchs. Ausnahmen sind nur ein Abbruch nach einer Vergewaltigung und wenn das Leben oder die Gesundheit der Frau bedroht sind. In allen anderen Fällen bleibt ein Abbruch aber straffrei, wenn er innerhalb der ersten zwölf Schwangerschaftswochen vorgenommen wird und sich die Frau zuvor hat beraten lassen.
Die Ludwigshafener Pro-Familia-Beratungsstelle hat im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 713 Pflichtberatungen vorgenommen. 382 der Frauen wohnen in Ludwigshafen. Hier gibt es mit der Apollonia-Kurpfalzklinik eine Einrichtung, die von ungewollt schwangeren Frauen aus der ganzen Region aufgesucht wird: 1200 bis 1400 Schwangerschaftsabbrüche werden dort pro Jahr vorgenommen.