Ludwigshafen Versäumt, verloren, verärgert

Henstedt-Ulzburg. Wenn ein Handballspiel erst durch einen Siebenmeter nach Spielende entschieden wird, bietet es ausreichend Diskussionsstoff. Die Partie SV Henstedt-Ulzburg gegen die TSG Friesenheim war eine solche Partie, nach der nicht sofort zur Tagesordnung übergegangen wurde. Über weite Strecken hatten die Gäste aus Ludwigshafen das Geschehen beherrscht. Die TSG hatte einen Start nach Maß erwischt, lag nach neun Minuten mit 6:2 in Front und zwang Henstedts Trainer Matthias Karbowski zu einer frühen Auszeit. Doch die „Eulen“ versäumten es, ihren Vorsprung auszubauen. Der SVHU fand sich immer besser im Defensivverbund zurecht. So waren die Gastgeber beim 10:11 (24.) wieder auf Schlagdistanz. Die Friesenheimer ließen nach der Pause erneut die Chance liegen, die Partie vorzeitig zu entscheiden. Eine Zeitstrafe von Kai Dippe hatte das Team von Trainer Benjamin Matschke unbeschadet überstanden und der überragende Kevin Klier hatte einen Strafwurf von Nico Kibat pariert, als Nico Büdel auf 16:13 erhöhte. Doch anstatt nun konsequent nachzusetzen, kassierten die „Eulen“ binnen zwei Minuten drei Gegentreffer. Als Philipp Grimm in der 40. Minute per Strafwurf und unmittelbar danach im Nachwurf am bis dahin blassen SVHU-Keeper Justin Rundt scheiterte, bebte die Halle. Die Gastgeber kämpften leidenschaftlich um jeden Zentimeter. Zehn Minuten lang, vom 22:21 bis zum 26:25, legten die „Frogs“ vor und die „Eulen“ glichen postwendend aus. In den letzten beiden Spielminuten erregten dann zwei Pfiffe der Unparteiischen die Gemüter der Gäste. Zuerst gab es ein Stürmerfoul gegen den ungestüm agierenden Stefan Lex. Nach dem Ausgleich von Philipp Grimm blieben den Gastgebern 14 Sekunden. Jens Thöneböhn wurde am Kreis freigespielt und unsanft gestoppt. Siebenmeter. Kritik an den Schiedsrichtern ist im Handballsport verpönt. Es ist eher ein konstruktiver Dialog, der sich in den Profi-Handball-Ligen unter Spielern, Offiziellen und Unparteiischen entwickelt hat. „Zwei knifflige Entscheidungen in der Schlussphase und beide gegen uns. Das ist hart“, gab der TSG-Mannschaftsverantwortliche Frank Eckhardt seine Sichtweise den Unparteiischen mit auf die Heimreise. Die entgegneten, dass sie sich in beiden Situationen sicher waren. TSG-Coach Matschke sprach von einer „unglücklichen Niederlage“ mit Blick auf die letzten beiden Minuten, räumte aber auch ein, dass sein Team im zweiten Abschnitt nicht mehr so konsequent in der Abwehr agiert habe und den überragenden Tim Völzke, der elf Treffer erzielte, nicht in den Griff bekam. Auch Rückraumspieler David Schmidt zeigte sich selbstkritisch: „An den Schiedsrichtern lag es nicht. Wir haben im Verlauf der Partie unsere Chancen nicht genutzt und die Gastgeber wieder ins Spiel kommen lassen.“ Der überragende TSG-Keeper Kevin Klier, der 17 Bälle entschärft hatte, war enttäuscht, weil er den finalen Siebenmeter der Schleswig-Holsteiner nicht abwehren konnte und seine Mannschaft so ohne einen Punkt blieb.