Mannheim
Verleihung des Deutschen Jazzpreises im Ella & Louis
Der Trompeter Markus Stockhausen freute sich in Mannheim, neben Hamburg, Berlin und München einer der Orte der Preisverleihung, über den ersten Preis in der Kategorie Blechbläser, Pianist Florian Ross über den in der Kategorie Komposition und Ronny Graupe über den für Gitarre. Viel Willenskraft und eine gute Organisation brauchten Jury, Organisation und Künstler, um den von Kulturstaatsministerin Monika Grütters ins Leben gerufenen Preis trotz Hygieneauflagen zum ersten Mal zu vergeben. Künstler in fünf Haupt- und 31 Unterkategorien konnten sich über je 10.000 Euro freuen.
Die Preisträger Rabih Lahoud und Trompeter Marcus Rust waren Stockhausens Schüler. Die neuen Wege, die Stockhausen mit hellem, klarem, klassischem Trompetenton und Improvisation zwischen westlicher Tradition und Jazz bahnte, gehen mittlerweile viele junge Bands. Der Zuzug Geflüchteter aus dem Nahen Osten macht Berührungen zwischen Klassik, Jazz und orientalischen Traditionen möglich. Zwischen Jazz und Rock bewegt sich der Gitarrist Ronny Graupe. Auch Pianist Florian Ross schlägt Brücken zwischen den Genres. „Komposition ist eigentlich nur eine verlangsamte Improvisation, bei der man mehr Zeit hat, um über die nächste Note, die nächste Minute oder die nächste Stunde nachzudenken“, meint er.
Endlich wieder Live-Musik
Die Technik spielte dem Ella & Louis einen Streich. Von Zeit zu Zeit wurden die Bildschirme schwarz, wenn Übertragungen aus Hamburg, Berlin oder München liefen. Redezeit und Wortwahl mancher Laudatoren entlockten den Anwesenden gelegentlich ein Stöhnen. So dauerte die Veranstaltung fast vier Stunden. Doch bei den meisten überwog die Freude, endlich wieder Live-Musik hören zu können und Leute zu treffen. „Masaa“ heißt Abend, erklärte Sänger Lahoud den Bandnamen: „Damit ist vor allem die Abendstimmung und die Möglichkeit gemeint, das Herz auszuschütten, ohne sich begrenzen zu müssen.“
Im Netz
Ausschnitte der Veranstaltung auf Arte Concert sowie auf den Websites NDR Kultur, SWR2, Bayern Klassik und rbbKultur.