Ludwigshafen Verkaufsoffner Sonntag in Oggersheim war nicht jedem bekannt

Erstmals hat gestern ein verkaufsoffener Sonntag in der City und auf der Grünen Wiese stattgefunden. Die Veranstalter sind mit der Resonanz der Kunden zufrieden – auch wenn das Wetter hätte besser mitspielen können. Wir haben uns in der Innenstadt und im Einkaufspark Oggersheim bei Passanten umgehört, was sie von der Premiere halten.
Nicht alle Einkäufer, die gestern in Ludwigshafen unterwegs waren, wussten, dass der verkaufsoffene Sonntag gleichzeitig in der City und im Einkaufspark Oggersheim stattfindet. Markus Bandomir etwa war mit seiner Frau zu einem Einkaufsbummel durch die Rhein-Galerie aufgebrochen. Vom verkaufsoffenen Sonntag in der Innenstadt habe der Ludwigshafener gewusst – „ das war ja hinreichend plakatiert.“ Dass er auch raus auf die Grüne Wiese nach Oggersheim hätte fahren können, davon wusste der 42-Jährige jedoch nichts. Genauso ging es auch Stephanie und Michael Flohr (31 und 33), die aus der Gartenstadt zum Shoppen in die City gekommen waren. Doch auch wenn sie vom gemeinsamen verkaufsoffenen Sonntag gewusst hätten – ihre Shoppingpläne hätten sie deswegen nicht geändert. Sie zeigten sich skeptisch. „Ich halte das für wenig sinnvoll“, sagte Stephanie Flohr. „Die Leute wollen ja entweder das eine oder das andere. Wenn man in die Innenstadt fährt, verbringt man hier erstmal eine Weile. Dann fährt man doch nicht mehr raus auf die Grüne Wiese.“ Ähnlich sahen das auch Dagmar (58) und Karl Schneider (61) aus Mutterstadt. Sie wussten zwar vom verkaufsoffenen Sonntag in Oggersheim - nach dem Einkaufsbummel in der City noch in die Gewerbegebiete rausfahren wollten sie trotzdem nicht. „Wir gehen gezielt einkaufen und lassen uns von Angeboten nicht locken“, sagte Karl Schneider. „Hätten wir was gebraucht, wären wir hingefahren. Aber für heute haben wir alles erledigt.“ Auch im Oggersheimer Einkaufspark, der aus den Gewerbegebieten Westlich B 9 und Wingertsgewann besteht, hielt sich die Begeisterung über den verkaufsoffenen Sonntag im Doppelpack in Grenzen. „Das ist ungünstig. Die sollen lieber getrennt aufmachen“, fand Karin Galster. Über den verkaufsoffenen Sonntag in ihrem Stadtteil freute sich die Oggersheimerin dennoch. „Wir nutzen den Tag eigentlich jedes Mal, weil wir in der Nähe wohnen.“ Der Einkaufsbummel am Sonntag habe auch andere Vorteile: „Heute zum Beispiel haben wir das Mittagessen ausfallen lassen und sind lieber hier her zum Kaffee trinken gekommen“, sagte die Rentnerin. Sebastian (31) und Melissa Meinsche (28) aus Rheingönheim waren vor allem wegen der Rabattaktionen nach Oggersheim gefahren. Sie kauften Blumen, Katzenfutter und wollten nun noch nach Bauutensilien Ausschau halten. Danach sollte es nach Hause gehen – in die City wollten die beiden nicht mehr fahren. „So viel Zeit haben wir heute auch nicht“, sagte Melissa Meinsche. „Außerdem herrscht in der Innenstadt heute zu viel Trubel. Hier in Oggersheim geht es eher zu wie an einem gewöhnlichen Samstag“, fügte ihr Ehemann hinzu. Zur Sache: Was die Macher sagen Der erste gemeinsame verkaufsoffene Sonntag im Doppelpack war ein Versuch. „Der Gedanke dahinter war, dass wir als Stadt sozusagen unser gesamtes Leistungsspektrum zusammenwerfen wollten und mit einem gemeinsamen Werbekonzept und -budget an die Sache herangehen“, erläutert City-Manager Yann Fürst. „Es gab heute viele verkaufsoffene Sonntage in der Region. Umso wichtiger ist es, im Wettbewerb der Kommunen mit dabei zu sein und Flagge zu zeigen“, ergänzt Michael Cordier, Geschäftsführer des Marketingvereins Ludwigshafen. Ob das neue Konzept aufgeht, ist nach Meinung der Macher noch nicht abzuschätzen. „Gespräche mit den verantwortlichen Unternehmen zu ihren Erfahrungen mit dem verkaufsoffenen Sonntag werden nächste Woche geführt“, sagt Cordier. Das Wetter habe den Verantwortlichen jedenfalls nicht in die Karten gespielt, meint Fürst. Es sei schwierig, ein Fazit zu ziehen. Mit der Resonanz der Kunden zeigten sich Fürst und Cordier – zumindest in der City – dennoch zufrieden. Vom schlechten Wetter hätten vor allem die Einkaufscenter profitiert. Doch auch der Facheinzelhandel habe sich zufrieden gezeigt angesichts „sehr guter Kundengespräche und auch guter Einzelkäufe.“ (awac)