Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Verbandspokal: FG 08 Mutterstadt besiegt Oberligisten Herxheim

Oberligist am Boden: Antonio Parrotta (FG 08, links) gegen Lennart Liebel.
Oberligist am Boden: Antonio Parrotta (FG 08, links) gegen Lennart Liebel.

Landesliga-Aufsteiger FG 08 Mutterstadt rennt, kämpft und beißt im Verbandspokal gegen Favoriten SV Viktoria Herxheim. Am Ende werden die Gastgeber für ihren Aufwand belohnt.

Als die 93. Minute der Verbandspokalpartie zwischen der FG 08 Mutterstadt und dem Oberligisten SV Viktoria Herxheim beim Stand von 2:1 lief, versuchten die Landesligaspieler nur noch, den Ball so weit von ihrem Tor wegzubringen, wie es ihnen möglich war. Als der Schlusspfiff ertönte, sanken einige einfach zu Boden, andere fanden noch genug Kraft, zur Ersatzbank zu sprinten und mit Betreuer Sascha Weindel zu feiern. Auf der Seite des großen Favoriten aus der Südpfalz dagegen sanken die Blicke zu Boden. Der Favorit hatte einen möglichen Sieg aus der Hand gegeben.

„Wir hatten eigentlich die Spielkontrolle in der ersten Halbzeit“, erklärte Herxheims Trainer Ralf Schmitt später. Seine Mannschaft habe jedoch einfach der Punch vor dem gegnerischen Tor gefehlt, stellte er enttäuscht fest. Sein Gegenüber Weindel, der für die beiden fehlenden Trainer Marco Malizia und Kevin Selzer an der Seitenlinie stand, nannte die einfache Parole, die er dem Außenseiter mit auf den Weg gegeben hatte: „Wir wollten sie einfach so weit vom Tor weghalten wie möglich.“ Das gelang – bis auf wenige Ausnahmen. Nach vier Minuten traf bei einer Doppelchance Herxheims Christoph Wörzler die Latte. Die FG versteckte sich nicht, Tom Schlegels Ball touchierte ebenfalls die Latte (6.). Der Oberligist hatte weitere Chancen, zielte aber zu ungenau oder scheiterte am starken FG-Torhüter Joshua Geist. Dieser spielte einst unter Ralf Schmitt beim Oberligisten TuS Mechtersheim. Beide gingen beim 0:0-Halbzeitstand in die Kabinen.

Alle Tore in Hälfte zwei

Das Spiel nahm dann aber Fahrt auf. Christoph Wörzler gelang nach einer schnellen Umschaltaktion – Mutterstadt hatte den Ball am Mittelkreis verloren – das 0:1 (48.). Ohne fünf wichtige Spieler war der Landesligist aufgelaufen, zeigte aber Willen sowie Einsatz. Und fand schnell eine Antwort: Nach Freistoß von Schlegel war Lucas Franzreb da und schoss den Ball zum 1:1 ins Tor (53.). Das Momentum wechselte die Fronten. Plötzlich war Mutterstadt am Drücker, setzte nach und gewann die entscheidenden Zweikämpfe. Und als die Herxheimer Defensive Albin Rrahmani auf rechts zu viel Freiraum ließ, fand dessen Flanke in der Mitte wiederum Franzreb, der unbedrängt den Ball zum 2:1 ins Tor köpfte (64.). Mutterstadt hatte das Spiel gedreht.

Dem Oberligisten fehlte am Schluss die Geradlinigkeit und das Selbstvertrauen, die Gastgeber entscheidend unter Druck zu setzen. Und Torhüter Geist war ein ums andere Mal mit starken Paraden zur Stelle.

„Wir haben heute die Intensität und Zweikampfführung vermissen lassen. Da ist es egal, ob du gegen einen Oberligisten oder einen Landesligisten spielst“, legte Schmitt den Finger in die Wunde. Weindel dagegen lobte den unbedingten Einsatzwillen seiner Auswahl, die sich nun im Achtelfinale des Verbandspokals auf den nächsten Gegner freuen darf.

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