Ludwigshafen Urlaubssperre für Relegationsspiel
«Ludwigshafen.»Im Duell der beiden bisher ungeschlagenen Mannschaften hat der TC Oppau am Sonntag mit dem deutlichen 19:2-Sieg über den BASF TC Ludwigshafen II am vorletzten Spieltag der Tennis-Damen-Oberliga die Meisterschaft entschieden.
Das ist für das Team aus dem Ludwigshafener Norden allerdings nur der erste wichtige Schritt Richtung Aufstieg. Um von der vierten in die dritthöchste Klasse aufzusteigen, muss das Oppauer Sextett eine weitere Hürde nehmen. In der Relegation bekommen es die Ludwigshafenerinnen in diesem Jahr mit dem Vertreter aus Hessen zu tun, der Heimrecht haben wird. Doch wohin die Reise am 5. August gehen wird, steht noch in den Sternen, denn in Hessen hat die Saison noch gar nicht angefangen. „Wir haben am 5. August Urlaubssperre“, erzählt Janina Berres und lacht. Sie hatte auch am Sonntag nach ihrem glatten Zwei-Satz-Sieg über Tina Gelbach gut lachen. Der Oppauer Neuzugang aus Simmern hat in dieser Saison zwischen Punkt zwei und fünf gespielt. Ihrer Favoritenrolle ist sie im Derby an Punkt fünf sehr souverän gerecht geworden. Obwohl ihre Ausbildung zur Physiotherapeutin sie viel Zeit kostet und sie nur einmal die rund 100 Kilometer in der Woche nach Oppau ins Training kommen kann, hat sie die Erwartungen voll erfüllt und sechs Siege im Einzel gefeiert. Dass sie nach dem Abitur für ein Jahr in den USA College-Tennis gespielt hat, davon profitiert Janina Berres immer noch, auch wenn sie schon länger wieder zurück in Deutschland ist. Neu im Land ist die Oppauer Spitzenspielerin Manca Pislak. Die junge Slowenin war dreimal für den TCO am Start und hat dreimal sowohl Einzel als auch Doppel gewonnen. Die 19-Jährige aus Ljubljana hat eigentlich den Schritt von der Jugend- zur Aktivenspielerin schon geschafft. Im vergangenen Jahr ist sie durchgestartet und hat mit Erfolgen bei kleineren Turnieren auf sich aufmerksam gemacht. In der Weltrangliste hat die 19-Jährige es immerhin bis um Rang 500 gebracht. Doch im Moment muss sie sich sportlich gedulden, weil das Abitur Vorrang hat. „Aber in zwei Wochen bin ich endlich mit der Schule fertig und dann geht’s los. Ich bin so aufgeregt“, erzählt die sehr gut Englisch und auch etwas Deutsch sprechende Slowenin, die als Profi ziemlich auf sich alleine gestellt ist. Der Übergang vom Jugend- zum Erwachsenen-Tennis sei nicht leicht gewesen. „Es gab einen Moment, da war ich völlig blockiert“, bekennt sie. Doch das ist vergessen. Manca Pislak hat sehr klare Vorstellungen davon, was sie erwartet und welche Ziele sie hat. Es zwei Jahre mal als Profi probieren? „Das geht nicht“, sagt sie. Dass nun zehn Jahre auf der Tour vor ihr liegen, wie es Oppaus Trainer Roger Langknecht prophezeit, „das unterschreibe ich sofort“, sagt sie und strahlt. Dass sie trotz aller Widrigkeiten, die das Jungprofi-Dasein mit sich bringt, ein privilegierter Mensch ist, weiß sie: „Dafür bin ich sehr dankbar. Und das an allererster Stelle.“ Tennis, findet sie, ist „ein Killer-Sport. Du brauchst sehr viel Selbstvertrauen. Wenn du nur ein bisschen zögerst, bist du weg“, sagt Manca Pislak, die auch den 5. August für das Relegationsspiel fest eingeplant hat. Dann wird die Saison für die zweite Mannschaft längst vorbei sein. Die Verbandsliga-Rückkehr ist nur noch reine Formsache.