Ludwigshafen Unterwegs mit dem Kompass

Kinder an der frische Luft: die Scouts Fußgönheim um ihren Gruppenleiter Wolfram Kerner (rechts).
Kinder an der frische Luft: die Scouts Fußgönheim um ihren Gruppenleiter Wolfram Kerner (rechts).

«Fussgönheim.»Jungen und Mädchen aus Fußgönheim lernen bei den Pfadfindern, wie man Feuer macht oder sich im Gelände mit Karte und Kompass orientiert. Und ganz nebenbei erleben sie auch so manches Abenteuer, wie das mit dem Reh, das einmal mitten durch die Kindergruppe gehuscht ist.

Zwischen den Bäumen haben sie ihr Lager im Waldstück zwischen Birkenheide, Maxdorf und Fußgönheim errichtet. Dort, auf dem Privatgelände eines Presbyters, haben sie eine Feuerstelle eingerichtet, an der sie Würstchen grillen und Brezeln erwärmen. Hier lernen die Kinder auch, wie man ein Streichholz entzündet und damit, auch bei nassem Holz, Feuer machen kann. Ihre Jurte haben sie im Pfarrgarten auf einem 4000 Quadratmeter großen Grundstück stehen. Die Runde beginnt immer zusammen in der Gruppe. Dann werden Lieder aus dem Ringbuch gesungen. Die Gruppe gehört zum Dachverband Christlicher Verein Junger Menschen (CVJM). Das Liedgut ist daher neben typischen Pfadfinderliedern auch von christlichen Texten geprägt. Dann wird das Thema des Tages besprochen. Etwa der Kompass und das Orientieren im Wald. Auf dem Pendlerparkplatz zwischen Maxdorf und Fußgönheim hat Pfarrer Wolfram Kerner, der die Gruppe zusammen mit seiner Frau Kathrin leitet, eine zehn Meter lange Strecke abgemessen. Jeder läuft mehrfach dort entlang und zählt seine Schritte. „Ich hab schon dreimal 17 Schritte gebraucht“, freut sich Jan-Erik, der seinen selbst angespitzten Stock dabei hat. Er testet auch gleich, wie viele Riesenschritte er braucht. Das Abmessen ist später wichtig, wenn die Anweisung lautet „nach 50 Metern Richtung Norden“. Dann muss jeder wissen, wie viele eigene Schritte er braucht. Die 18 Kinder teilen sich in drei Gruppen. Jede Gruppe bekommt eine andere Wegbeschreibung. Mit dem Kompass sollen sie ihren Weg finden. Die sechs Betreuer erklären, wie man den Kompass hält und mit welchen Merksprüchen man sich die Himmelsrichtungen einprägen kann. Die Kinder sollen am Ende alle am See aufeinandertreffen und dort Schiffchen schnitzen. Eine Gruppe startet vom Wildschweinplatz, einer Lichtung, auf der die Scouts vor einem Jahr ein totes Wildschwein gefunden haben. Auch ein verstörtes Reh sei mal mitten durch die Gruppe gehuscht und habe sich im Gestrüpp verfangen. „Im ersten Jahr mussten wir aber erst mal den Müll im Wald aufsammeln“, erzählt Kerner, der den Kindern ab sechs Jahren eine soziale Lebenseinstellung vermitteln und Ängste nehmen will. Statt einem wöchentlichen Treffen, das die mit Schul-AGs beschäftigten Kinder stressen würde, trifft sich die Gruppe nur einmal monatlich, damit es etwas Besonderes bleibt. Die Eltern sind ebenfalls froh, wenn die durch AGs und Vereine beanspruchten Kinder auch mal an die frische Luft gehen. So treffen sich die Pfadfinder für drei Stunden, machen dann Outdoor-Spiele und lernen alles rund um das Feuer, Knoten, Holz und Schnitzen. Die Pfadfindersaison startet bei den Scouts im Frühjahr und geht bis Herbst. Der nächste Termin ist am kommenden Samstag, 19. August, am 23. September geht es dann wieder in den Wald und am 28. Oktober ist das letzte Treffen der kleinen Waldläufer in diesem Jahr.

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