Ludwigshafen Unmut über Sanierung wächst
«Friesenheim.» Die Mieter der Wohnungen in der Fichtestraße 10 bis 16 fühlen sich weder ernst genommen, noch wirklich unterstützt von der Vermieterseite. Seit vergangenen Sommer wird das Gebäude saniert. Obwohl die Arbeiten bis Ende 2018 fertig sein sollten, dauern sie noch immer an. Auf Nachfrage teilt die BASF Wohnen und Bauen als Vermieter mit, dass die Arbeiten später als ursprünglich geplant begonnen hätten. Die Verzögerung sei vor allem auf die anhaltend gute Baukonjunktur zurückzuführen. Die Handwerksbetriebe seien gut ausgelastet, was dazu führe, dass sich Termine für den Beginn der einzelnen Gewerke verzögern könnten. Die Sanierung betrifft nach Angaben von BASF Wohnen und Bauen 21 Wohnungen, von denen 16 zurzeit bewohnt sind. Die Mieter erhalten für die Dauer der Modernisierung eine Mietminderung – gestaffelt nach Intensität der Arbeiten in dem jeweiligen Monat. Insgesamt gehören rund 6000 Wohnungen zum Bestand. Die Mieter, die nicht namentlich genannt werden möchten, beklagen vor allem die mangelnde Kommunikation und spärliche Informationen. Dem widerspricht die BASF Wohnen und Bauen. Man habe die Bewohner in einer Mieterversammlungen weit im Vorfeld der Bauarbeiten informiert und über die Pläne in Kenntnis gesetzt. Zudem wurden per Post weitere Details mitgeteilt. Derzeit laufen noch immer die Arbeiten an der Außenfassade, wodurch die Balkone auf der Gebäuderückseite weiterhin fehlen – und die Bewohner im wahrsten Sinne des Wortes vor einer Falltüre stehen. Weil die Balkone fehlen, dürfen die neu eingesetzten Balkontüren in den Küchen derzeit nicht geöffnet werden – es fehlt schlicht und ergreifend die Absturzsicherung an der Tür. Es sind aber nicht nur die fehlenden Balkone, die aufs Gemüt der Mieter schlagen. Schließlich war bereits der Bau der Balkontüren nervenaufreibend, wie die Bewohner berichten. Da es hier zuvor nur ein Fenster gab, war stellenweise ein größerer Umbau erforderlich. In einigen Küchen verlief die Küchenzeile zudem direkt unter dem Fenster. Von Vermieterseite habe es geheißen, dass der Schreiner sich um alles in Sachen Küchenumbau kümmere. Allerdings habe sich laut den Mietern die Absprache aufgrund mangelnder Kommunikation schwierig gestaltet. Vielmehr sei alles ihnen überlassen worden. „Ich habe wochenlang auf das Abändern meiner Küchenarbeitsplatte warten müssen“, weiß beispielsweise eine Mietpartei zu berichten. BASF Wohnen und Bauen begründet den Anbau an die Küche damit, dass man sich für die wohnlichere Variante entschieden habe. Die umgebauten Küchen sind aber nicht die einzigen Veränderungen, die die Bewohner akzeptieren müssen. Auch das Lüften von Bad und Toilette gestaltet sich nun anders. Die vorhandenen Fenster mit Fensterflügeln wurden durch feststehende Elemente ersetzt. Dies sei laut Vermieterseite nötig, damit sich die Feuchte aus dem Bad nicht in der Loggia sammele. Mit der eingebauten Lüftungsanlage könne eine bessere und kontinuierlichere Belüftung im Vergleich zu vorher erreicht werden. Ein weiterer Streitpunkt: Das Licht im Treppenhaus wird nun mittels Bewegungsmelder gesteuert. Das hat zur Folge, dass beim Betreten des Wohnungsflurs in Richtung Bad und Toilette sich die Treppenhausbeleuchtung einschaltet, obwohl sie gar nicht benötigt wird. Warum das so ist, hat sich den Hausbewohnern bis dato noch nicht erschlossen. Die Vermieterseite teilte diesbezüglich mit, dass die Thematik bekannt sei und sich die zuständige Firma der Sache annehmen werde. Generell fühlen sich die Bewohner von der für sie zuständigen Mieterbetreuung im Stich gelassen. Das sieht BASF Wohnen und Bauen anders. Es gebe wöchentlich einen Termin zur Baubesprechung. Auch seien die Mitarbeiter der Mieterbetreuung sowie die Bauleitung regelmäßig vor Ort und stünden mit den Mietern im Austausch. Dennoch betonen die Mieter immer wieder, dass die Terminvereinbarungen mit den Dienstleistern von Wohnen und Bauen sowie deren Einhaltung nicht einfach sei. „Ich habe die Hälfte meines Jahresurlaubes für Termine mit Handwerkern verbraucht“, bilanziert eine gestresste Bewohnerin. BASF Wohnen und Bauen sagt zu den Beschwerden der Mietparteien, dass es durchaus Unstimmigkeiten gab. Jedoch seien diese in einem Schreiben an die Bewohner geklärt worden. Das sehen einige der Mieter anders. Nach dem Ende der Arbeiten gefragt, teilt BASF Wohnen und Bauen mit: „Da die aufwendigen Arbeiten innerhalb der bewohnten Wohnungen bereits weitgehend abgeschlossen sind, werden die Arbeiten Mitte des Jahres vollständig beendet sein.“ Ein Ende ist also in Sicht, wenn auch mit Verspätung.