Ludwigshafen
Ungewohnte Blues Session mit Pianist Blacky Schwarz im Haus
Es sind sonst meistens Gitarristen, die zur Blues Session kommen. Ein Tastenmann wie Blacky P. Schwarz ist schon eine Ausnahme. Und er hatte seine Lieblingsstücke mitgebracht, die nicht aus der Bluestradition kommen. Vielmehr sind es Singer/Songwriter-Stücke und anspruchsvoller Pop, die Schwarz interpretierte. Zu ihm gab es noch einen Überraschungsgast: Stefan Kahne, versierter Gitarrist und Sänger, der auch schon Hauptgast der Bluessession war, kam diesmal als Sideman und spielte Bass. Und auch da setzte er solistische Glanzlichter.
Gutes Händchen fürs Arrangement
Mit „Short People“ von Randy Newman ging es los. Natürlich spielte Schwarz den typischen Klavierpart mit den Akkorden in Vierteln. Der Elville-Keyboarder Tom Karb überließ hier und im weiterem Verlauf dem Gast die Piano-Klänge und spielte Hammond-Orgel. Das machte er sehr gut abgestimmt, und so hatte die ganze Band einen besonders runden und großen Sound und niemand kam sich ins Gehege.
Natürlich hat die Hausband plus Kahne auch jenseits des Blues ein gutes Händchen für gut klingende Arrangements. Was die Fanbasis besonderes freut: Es gab genügend Spielwiesen für solistische Betätigung. Stammgitarrist Tom Schaffert fand hier seinen gewohnt guten Ton und ließ seine alte Stratocaster schön singen. Bei Garry Raffertys „Baker Street“ ersetzte Schaffert die bekannte Saxophon-Linie mit seinem Slide-Spiel auf einer Les Paul – was sich sehr gut machte. Tom Karb hatte genügend Platz für Solos im Hammond-Sound, auch die gewohnt fetzig. Trotz der kurzfristigen Umbesetzung mit Kahne am Bass funktionierte die Rhythmusabteilung mit Stammspieler Sam Sommer am Schlagzeug sehr gut. Es groovte wieder mal enorm. Sehr schön zu spüren bei so funky Stücken wie Johnny Guitar Watsons „A Real Mother for ya“.
Spaß mit neuen Songs
Blacky Schwarz hat eine angenehme Stimme und die kommt gerade auch bei ruhigeren Stücken gut zur Geltung. Der Musiker stammt aus Frankenthal und lebte und arbeitete längere Zeit als Produzent, Komponist und Keyboarder in Hamburg. Dort gehörte er zu Paddy goes to Holyhead und zur Junior Spencer Band. Mit Stephan Zobeley spielt er im Duo, und zusammen waren die beiden schon Gäste der Bluessession. Gemeinsam haben sie das Album „Der 4te Mann“ veröffentlicht. Hier in der Gegend hat Schwarz als Produzent mit den Jazz Pistols gearbeitet. Inzwischen lebt er wieder in der Pfalz.
Einladung an die Fans
Auch wenn es dieses Mal kein Blues-Programm zu hören gab, wurde das Dôme im Haus voll, und die Stimmung war auch ausgesprochen gut. Weitere Stücke des Abends kamen von Paul Weller und Marc Cohn, bei dessen „Walk through the World“ Schwarz vom Piano aufstand und die Menge zum Mitsingen animierte. Das kam erst zögerlich, dann aber doch noch in Schwung. Auf jeden Fall lohnte sich die Einladung, denn eine etwas andere Facette und neue Songs machen auch richtig Spaß, wenn sie so gut gespielt werden. Nächster Gast der Blues Session am 16. März ist Sängerin Fatma Tasegül.