Ludwigshafen
Ungewöhnliches Projekt: Sechs Werke von sechs Künstlerinnen
„Es hat sich ein bisschen angefühlt wie ein Sprung ins kalte Wasser“, beschrieb die Altriper Galeristin Susanne Wolf-Kaschubowski die ursprüngliche Idee, die sie gemeinsam mit der Künstlerin Andrea Matheisen aus München entwickelt hatte: Gleichzeitig sollten sechs Künstlerinnen ein Bild mit dem Maßstab 80x80 Zentimeter beginnen und das Werk nach einem Monat an die nächste Mitstreiterin weitergeben. In sechs Monaten entstanden damit sechs Werke, an denen jeweils alle sechs Künstlerinnen beteiligt waren.
Kein einfacher Prozess, wie Wolf-Kaschubowski einräumte: „Aber die Kernidee war der Respekt vor der Arbeit der jeweils anderen.“ So habe letztlich doch alles reibungslos funktioniert. „Ich habe den Eindruck, dass wir alle in den Werken gewachsen sind“, sagte sie auch stellvertretend für Andrea Matheisen sowie Ingrid Hess (Ludwigshafen), Freia Lerchenmüller (Mannheim), Ute Nick (Ludwigshafen) und Maria Stahl-Kolb (Schifferstadt).
Besondere Schirmherrschaft
Die Art der Zusammenarbeit sei nicht neu, sagte Alt-Oberbürgermeisterin Eva Lohse als Präsidentin des Zonta-Club Ludwigshafen: „In der Welt der Surrealisten gab es die Cadavre Exquis als kollektive Collage verschiedener Künstler.“ Ganz zu vergleichen sei die Herangehensweise dabei aber nicht. „Im Gegensatz zu den Surrealisten war hier die Vorarbeit der jeweils anderen bekannt.“ Sie hatte mit ihrem Club gerne die Schirmherrschaft übernommen, denn schließlich sollte der Erlös der Arbeiten als Spende an das Frauenhaus Ludwigshafen fließen, das in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert.
Die sechs höchsten Einzelspenden erhielten jeweils eines der Werke, verriet Wolf-Kaschubowski die Herangehensweise, für die die GML gerne die LUcation in der ehemaligen Schwimmhalle zur Verfügung gestellt hatte. „Ich bin wirklich begeistert, was daraus entstanden ist“, sagte Eva-Maria Uebel, Vorsitzende des Ludwigshafener Frauenhauses, wo es Platz für 13 Frauen und deren Kinder gibt. Es ist die größte Einrichtung dieser Art in Rheinland-Pfalz.
Ihre Begeisterung galt den sechs Kunstwerken der sechs Künstlerinnen und der gemeinsamen Vernissage. Den Erlös von 5373 Euro brauche man dringend. „Wir wollen die Projekte ,Miteinander statt einsam’ wieder aufleben lassen, die während der Pandemie eingeschlafen sind.“ In gemeinsamen Ausflügen, Bastelaktionen aber auch auf Sommerfesten sollen Frauen einen Weg aus der Gewalt finden. „Dafür ist jeder Euro willkommen.“