Ludwigshafen Umbau des Straßenbahndepots geht auf die Zielgerade

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Im „Depot Lu“ (Stadtteil Süd) entstehen derzeit Wohn- und Gewerbeflächen. Laut Investorin Birgit Stärk sollen Geschäfte, Dienstleister und Praxen im Herbst öffnen. Der Wohntrakt folgt im Frühjahr.

Auf der Baustelle wird überall gearbeitet. Ein Bagger meißelt. Arbeiter verspachteln Wände. Investorin Birgit Stärk sitzt in einem provisorischen Büro im ehemaligen Verkehrstrakt der Verkehrsbetriebe. Baubesprechung. Ein Termin jagt den anderen. Das Projekt „Depot Lu“ geht auf die Zielgerade. Die 49-jährige Oggersheimer Unternehmerin strahlt beim Rundgang über die Baustelle Ruhe und Zuversicht aus: „Wir sind im Plan. Alles läuft.“ In wenigen Wochen werden die ersten Mieter in die ehemalige Fahrzeug- und Wartungshalle für Straßenbahnen einziehen. Einer von ihnen ist Sascha Mohl. Der 33-jährige Tanzlehrer wird seine eigene Tanzschule eröffnen. Er hat in der Lagerhausstraße das Plakat gesehen, das für das „Depot Lu“ wirbt und Kontakt zu Birgit Stärk aufgenommen. Jetzt steht er auf der Baustelle seines 284 Quadratmeter großen Tanzstudios. Er hat bei der Tanzschule Nagel in Mutterstadt gearbeitet und wagt nun den Schritt in die Selbstständigkeit. Die Räume im Obergeschoss sind auf seine Bedürfnisse zugeschnitten. „Ich will noch im September eröffnen“, sagt Mohl. Bis dahin ist noch einiges zu tun. Auch sein Nachbar, die „School of music“ – eine private Musikschule, soll dann eröffnen. Die Räume sind durch Schallschutztechnik gedämmt, damit sich Tänzer und Musiker frei entfalten können. Der „Schultrakt“ hat wegen anderer Öffnungszeiten einen eigenen Eingang bekommen. Weiter hinten im Stockwerk wird das Schweizer Unternehmen Ampegon am 1. Oktober einziehen. Der Spezialist für Richtantennen in der Telekommunikation richtet hier seine neue Deutschlandzentrale ein, berichtet Birgit Stärk. Der Innenausbau der 25 Büroräume lauft auf vollen Touren. Im Erdgeschoss wird die Investorin den Rohbau in einigen Tagen an die Firma Akzentro übergeben, die dort Kamine und Gartenmöbel präsentieren und verkaufen will. Daneben zieht die Firma Stärk ein. Das Oggersheimer Familienunternehmen, das sich auf Bäder, Bodenbeläge und Innenausbau spezialisiert hat, wird im Oktober umziehen und Anfang November eröffnen. Auf dem Boden der Geschäftsräume sind noch die alten Gleise der Straßenbahnwartungshalle verlegt. „Da kommt jetzt der Estrich drüber“, sagt Birgit Stärk. 750 Quadratmeter groß wird das neue Geschäft. Im Gebäudeteil gegenüber des Polizeipräsidiums entsteht bis November ein Gastro-Bereich. Das Kaiserslauterer Unternehmen Barbarossa wird dort eine Bäckerei und Konditorei sowie ein „Paneo“-Bistro und eine Vinothek eröffnen, die auch abends die kulinarische Landschaft im Stadtteil Süd bereichern sollen. Eine Außenterrasse ist außerdem geplant. Näheres will Vermieterin Stärk nicht verraten. Nur so viel: „Das wird gut“. Bis dahin steht noch Arbeit an. Die Gebäude sind eingerüstet. Die energetisch gedämmten neuen Dächer werden derzeit gedeckt. Die 100 Jahre alte Fassade wird ebenfalls gedämmt und dann neu verputzt. Auch im benachbarten Verwaltungstrakt mit dem Uhrturm werden bis Jahresende die ersten Mieter einziehen: Eine Arzt- und eine Physiotherapiepraxis sowie ein Ingenieurbüro belegen das Erdgeschoss. In den Stockwerken darüber entstehen 20 Privatwohnungen. „Die sollen im ersten Quartal 2016 fertig werden“, sagt Birgit Stärk, die selbst in eine der Maisonettewohnungen ziehen will. Die anderen Wohnungen sind noch nicht vermietet. Das steht an, wenn der Innenausbau der Räume fortgeschritten ist, die sich noch im Rohbauzustand befinden. Sorgen, geeignete Mieter zu finden, hat die Investorin nicht. „Ich habe für die 20 Wohnungen über 220 Bewerber“, sagt sie. Die Interessenten reichten von einer Angestellten aus Ludwigshafen bis zu einem Professor aus Heidelberg. Die Oggersheimer Unternehmerin steckt einige Millionen in Sanierung und Umbau des Depots. Die genaue Summe nennt Stärk nicht. Außerdem drängt der nächste Termin.

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