Ludwigshafen „Udo Jürgens ist einer der ganz großen Künstler unserer Zeit“

Tüfteln auch an der Beleuchtung des Open-Air-Konzertes: die Brüder Reinhard (links) und Stefan Spindler.
Tüfteln auch an der Beleuchtung des Open-Air-Konzertes: die Brüder Reinhard (links) und Stefan Spindler.

Am Samstag, 29. Juni, verwandelt der MGV Concordia die Treppe zur Hermann-Gmeiner Schule in eine Open-Air-Bühne. „Udo & Friends – In allen Dingen lebt ein Lied“ lautet der Titel des Open-Air-Konzerts des größten Waldseer Gesangsvereins. Reinhard Spindler, Vorsitzender des Vereins, und sein Bruder Stefan, der mit dem Konzert auch das Jubiläum „45 Jahre Dirigent des MGV“ feiert, stecken schon mitten in den Vorbereitungen.

Warum veranstaltet die Concordia gerne Open-Air-Konzerte?

Stefan S.: Ein Open-Air-Konzert ist einfach attraktiver als ein Hallenkonzert. Heute dürfen auch Chorkonzerte durchaus etwas „anspruchsvoller“ sein, damit das Publikum eine Alternative zum Fernsehsessel hat. Reinhard S.: Allerdings sind diese Konzerte auch ein bisschen aufwendiger. Die Schule mit der Treppe ist definitiv die schönste Bühne in Waldsee. Ist es das erste Concordia-Konzert ohne aufwendige Inszenierungen? Reinhard S.: Naja, es gibt schon was fürs Auge. Das ist das Sahnehäubchen. Das Schulgebäude wird aufwendig in Szene gesetzt. Wir machen gerade den Feinschliff für die Beleuchtung. Und wir haben dieses Mal wieder einen super Moderator: Karl Heinz Nagel vom MGV Eintracht Schifferstadt. Er ist der geistige Kopf von „Do gugg emol“, der Laienspielgruppe des Vereins, und er schreibt Krimi-Dinners für den Verein. Stefan S.: Nagel hat typisch britischen Humor. Der ist cool. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Udo Jürgens zum Thema zu machen? Stefan S.: Ehrlich gesagt, früher konnte ich Udo Jürgens nicht ausstehen. Bei unserem letzten Kirchenkonzert 2016 haben wir Kompositionen von ihm gesungen. Eher weltlichere, aber auch richtige Weihnachtslieder. Ich habe mich näher mit ihm befasst und gemerkt, dass er viele schöne Songs komponiert hat. Nach dem Konzert war für mich klar, das nächste Konzert wird ein Udo-Jürgens-Konzert. Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas einmal sage, aber ich halte ihn für einen der ganz großen Künstler unserer Zeit: Umweltschutz, Migration und selbstverständlich die Liebe sind bei Udos Kompositionen wiederzufinden. Er hatte tatsächlich mehrere Gesichter, war einerseits der nachdenklich, kritischer Mahner, der Romantiker, andererseits der „Hit- und Ohrwurm-Maker“. Reinhard S.: In der ersten Hälfte des Konzert geht es um den Mahner. Zeitkritische Texte, die bereits 40 Jahre alt sind, aber aktueller denn je die Schwächen unserer Welt beschreiben, etwa die Hymne an die Zukunft „Ihr von morgen“. Im zweiten Part kommen die Hits vor: Gassenhauer, die zeitlos sind. Und auch Chansons kommen nicht zu kurz. Hier wird dem Thema „In allen Dingen lebt ein Lied“ Rechnung getragen. Die Concordia singt aber nicht alle Lieder des Konzerts? Stefan S.: Nein. Das letzte Konzert hat gezeigt, dass es für viele Sänger schwierig ist, eine ganze Halbzeit zu stehen. Nun haben wir mit dem Konzept des „Solo Blocks“, wie es schon im Weihnachtskonzert 2016 praktiziert wurde, eine für alle Akteure sinnvolle Lösung. Reinhard S.: Das Konzert dauert etwa zwei Stunden. Es gibt vier Blöcke, die Concordia singt den ersten und den letzten Block. Dazwischen sind unsere Solisten dran. Wer bestreitet den Solo- Teil? Stefan. S: Das sind unsere Solisten Bettina & Roger von den Rollers, mit denen wir schon eine Weile zusammenarbeiten. die beiden sind auch Teil der Roodle- Band. Sind das die Friends bei Udo & Friends? Reinhard. S: Nicht ganz. Wir meinen mit „Friends“ Zeitgenossen, Sängerinnen und Sänger, die auch in Udos Musikepoche unterwegs waren. Bettina & Roger singen natürlich auch Lieder von Udo Jürgens. Aber die „Friends“, wie Jürgen Marcus, Adam & Eve oder Frank Sinatra gibt es eben auch zu hören. Der Chor umrahmt den Programmteil „Friends“ mit Klassikern von Alexandra, Harald Juhnke und Drafi Deutscher. Wie laufen die Vorbereitungen für das Konzert? Stefan S.: Gut. Demnächst ziehen wir vom Probenraum im „Alten Rathaus“ ins katholische Pfarrzentrum um. Da haben wir mehr Platz. Der Chor kann sich an die Open-Air-Bühne akklimatisieren. Beim Sängerseminar am 15. Juni wird es dann ernst. Info Das Concordia-Open-Air „Udo & Friends“ findet am Samstag, 29. Juni, 20.30 Uhr, vor der Hermann-Gmeiner-Schule statt. Karten (15 Euro) gibt es ab Anfang Juni bei allen Sängern, der Avia-Tankstelle Zitzmann in Waldsee. Restkarten für 18 Euro gibt es an der Abendkasse.

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