Ludwigshafen
TSG Friesenheim: Langjähriger Vorsitzender Armin Fuchs auch im zweiten Glied für den Verein tätig
Armin Fuchs ist als kleiner Junge in die TSG Friesenheim eingetreten. Er spielte viele Jahre Handball, später war er als Schiedsrichter für den Verein tätig. 14 Jahre leitete er die Geschicke des Klubs als Vorsitzender. Im Frühjahr gab er den Vorsitz ab und agiert nun in zweiter Reihe als Stellvertreter.
Den Rückzug begründet Fuchs mit seinem Alter. Mit Yann Fürst hat der 77-Jährige deshalb einen Ämtertausch gemacht. Fürst hat bereits Vorstandserfahrung und agierte seit Jahren als Zweiter Vorsitzender. Seinem Verein den Rücken zu kehren und sich nicht mehr zu engagieren, das kann sich Fuchs (noch) nicht vorstellen. Und so kümmert er sich noch zwölf bis 15 Stunden in der Woche um die Belange der TSG Friesenheim.„Ich bin 1951 als kleiner Bub in die TSG eingetreten, habe mein ganzes Sportleben hier verbracht. Der Verein ist einfach eine Herzensangelegenheit für mich“, sagt Fuchs. Den Tag vor dem Fernseher zu verbringen oder sich zu langweilen, kommt für Fuchs nicht infrage. Als gelernter Bauingenieur, der 32 Jahre lang als Geschäftsführer einer Baufirma tätig war, weiß er, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen.
Doch mit Führungsqualitäten alleine ist es nicht getan. Das Vereinswesen hat sich stark verändert. Dass eine Vereinsmitgliedschaft ein ganzes Leben lang Bestand hat, ist schon lange nicht mehr so. Zwar kann seit Jahren die Mitgliederzahl von 1100 gehalten werden, aber Fuchs beobachtet mit Sorge eine wachsende Mitglieder-Fluktuation. Im Moment würden zirka 20 Mitglieder den Verein monatlich verlassen und 20 neue hinzukommen.
Kein Ort der Gemeinschaft mehr
Aus Fuchs’ Sicht sehen viele jüngere Mitglieder den Verein nicht mehr als Ort der Gemeinschaft. Sport zu machen, ist individueller geworden. Auch die vielen Fitnessstudios sind zur Konkurrenz geworden. Und so fehlen dem Verein auch Mitglieder, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Drei Vorstandsposten sind derzeit unbesetzt. In den einzelnen Abteilungen, im Turnen, Handball, Ju-Jutsu und im Fechten, arbeitet seit Jahren kein Trainer mehr ohne Honorar. „Das ist schon frustrierend“, bedauert Fuchs. Schließlich ist das auch eine finanzielle Frage. Mit den Mitgliedsbeiträgen und der Vermietung der vereinseigenen Gebäude, der Günter-Braun-Sporthalle, der Friesenturnhalle und der Vereinsgaststätte hält sich der Verein finanziell über Wasser.
Trotz der Schwierigkeiten, mit denen viele Vereine heutzutage kämpfen, haben für Fuchs die schönen Zeiten im Verein überwogen. Mit seinen Handball-Spielkollegen von früher trifft er sich noch heute einmal im Monat. Wenn er von den Anfängen im Verein erzählt, beginnen die Augen des 77-Jährigen zu leuchten. 1951, damals wohnte er gerade um die Ecke des Sportplatzes, meldete er sich zum Turnen an. Mit 15 Jahren wechselte er in die Handball-Abteilung, wo er 20 Jahre seines Sportlebens verbrachte.
Seine Enkel spielen begeistert Handball
Als 1965 die Friesenturnhalle gebaut wurde, übernahm er als Maurer-Lehrling den Akt der Grundsteinlegung. Von 1967 bis 1972 zog er aus beruflichen Gründen nach Frankfurt am Main, um als Bauleiter am Flughafen zu arbeiten. Doch er vermisste die Zeit mit seinen Vereinskollegen. „Der Verein hat damals eine große Rolle gespielt, wieder zurückzukommen“, sagt Fuchs. Auch, wenn er beruflich stark eingebunden war, stand er der TSG mit Rat und Tat zur Seite. 2005, er war gerade in den beruflichen Ruhestand gegangen, übernahm er nach dem frühen Tod von Günter Braun den Vorsitz des Vereins. So kam auch mit der Rente keine Langeweile auf.
Heute wohnt Fuchs, der zweifacher Vater ist, in einem Mehrgenerationen-Haushalt zusammen mit seiner Frau Traudel und der Tochter Simone mit Familie in Friesenheim. Das Handball-Gen hat er weitergegeben. Seine Tochter heiratete mit Markus Felix auch einen TSG-Handballer. Fuchs’ Enkel Lasse (12) und Finn (10) spielen begeistert Handball. Und als Opa ist er an den Wochenenden gefordert, die beiden Jungs vom Spielfeldrand anzufeuern. Eben ganz nach dem Motto: Einmal TSG, immer TSG.