Vorderpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Trauriger Rekord: Sozialverband VdK erstreitet 3,2 Millionen Euro für seine Mitglieder

Der Verband setzt sich für Menschen mit Behinderung, chronisch Kranke, Pflegebedürftige, Rentner sowie sozial Benachteiligte ein
Der Verband setzt sich für Menschen mit Behinderung, chronisch Kranke, Pflegebedürftige, Rentner sowie sozial Benachteiligte ein.

Warum der Sozialverband VdK mit Sitz in Ludwigshafen rückblickend aufs Vorjahr zugleich von einem „historischen Erfolg“ und einem „traurigen Rekord“ spricht.

Trauriger Rekord bei Nachzahlungen in Rheinland-Pfalz: Der Sozialverband VdK, Kreisverband Vorderpfalz, hat im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben einen historischen Erfolg erzielt: Insgesamt 3,2 Millionen Euro an Nachzahlungen

konnten für Mitglieder durchgesetzt werden. Dabei geht es um Geld- und Sachleistungen, die den Betroffenen gesetzlich zustanden, aber von den Behörden nicht bewilligt wurden. Der Verband setze damit ein starkes Zeichen für soziale Gerechtigkeit. Hinter der Summe stünden zahlreiche Beratungen, Widersprüche und Klageverfahren in den Bereichen Rente, Schwerbehindertenrecht, Pflegeversicherung und Grundsicherung. Besonders häufig sei es um zu niedrig berechnete Renten, abgelehnte Pflegegrade oder nicht anerkannte Schwerbehinderungen gegangen.

Abgelehnt oder zu niedrig bewilligt

„In vielen Fällen wurden Anträge zuerst abgelehnt oder zu niedrig bewilligt. Erst durch Widerspruch oder Klage konnte der VdK erreichen, dass die Menschen zu ihrem Recht kommen“, erklärt Daniel Schneider-Gayer, Geschäftsführer des VdK-Kreisverbands Vorderpfalz. Für die Betroffenen gehe es dabei oft um existenzielle Fragen wie Rentenansprüche, Pflegeleistungen oder Anerkennungen von Behinderungen. Jeder einzelne Fall bedeute für die Mitglieder häufig eine spürbare finanzielle Entlastung und mehr Sicherheit im Alltag. „Genau dafür setzen wir uns ein – damit Menschen zu ihrem Recht kommen“, betont er.

Ehrenamtlicher Kreisvorsitzender: Holger Scharff.
Ehrenamtlicher Kreisvorsitzender: Holger Scharff.

Deutlich mehr Klageverfahren

Der ehrenamtliche Kreisvorsitzende Holger Scharff (Mundenheim) würdigt dabei das außergewöhnliche Ergebnis, hebt die Bedeutung des sozialen Engagements hervor und dankt gleichzeitig den hauptamtlichen Mitarbeitern für ihre tägliche Arbeit. Auch landesweit zeige sich diese Entwicklung deutlich: Im Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz summierten sich die erstrittenen Nachzahlungen im Jahr 2025 auf über 43 Millionen Euro. Gleichzeitig sei die Anzahl der abgeschlossenen Klageverfahren von 1742 im Jahr 2024 auf 2449 im Jahr 2025 gestiegen – ein Plus von 41 Prozent.

„Trauriger Rekord“

„Das ist ein trauriger Rekord. Die Zahlen machen deutlich, wie wichtig eine unabhängige sozialrechtliche Beratung ist“, betont VdK-Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger. „Niemand sollte gezwungen sein, sein Recht erst vor Gericht durchzusetzen. Wir brauchen faire, nachvollziehbare und rechtssichere Bescheide.“

Der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz vertritt die Interessen von über 230.000 Mitgliedern, bundesweit sind es mehr als 2,3 Millionen. Er setzt sich für Menschen mit Behinderung, chronisch Kranke, Pflegebedürftige, Rentnerinnen und Rentner sowie sozial Benachteiligte ein. Darüber hinaus gibt es in Rheinland-Pfalz über 650 VdK-Ortsverbände, in denen sich rund 5000 Menschen ehrenamtlich engagieren.

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