Ludwigshafen Torjäger nur kurz geschockt

Martin Görge (am Ball) ist gegen Darmstadt einmal mehr der überragende Spieler.
Martin Görge (am Ball) ist gegen Darmstadt einmal mehr der überragende Spieler.

«LUDWIGSHAFEN.» „Der Blick war unbezahlbar“, sagte WSV-Trainer Pierre Hilbich und lachte. Gerade hatte der erneut überragende Martin Görge das 14:4 erzielt (18.), da gab Hilbich seinem Spielgestalter das Signal zur Auswechslung. „Wir wussten ja alle, dass er unbedingt auch seinen 100. Treffer erzielen wollte“, begründete der WSV-Trainer seine Maßnahme nach dem 99. Tor des Linkshänders. Ein kleiner Scherz, der die gute Stimmung am Beckenrand und im Wasser des Willersinn-Freibads zeigte. „Er hatte es zwar vorher angekündigt, aber ich dachte nicht, dass er es ernst meint“, kommentierte Görge. Doch der Schock war nur von kurzer Dauer, Görge durfte gleich wieder aufs Feld, traf per Fünfmeter-Penalty zum 15:4 und erhöhte sein Torkonto mit dem 18:5 (26.) um einen weiteren Treffer. Es waren solche Randnotizen, die das einseitige, aber unterhaltsame und vor allem überaus faire Spiel gegen Darmstadt ausmachten. „Wir haben fünf Spieler aus der zweiten Garnitur eingesetzt“, verwies Hilbich auf ein weiteres Detail. Ein Detail mit einem ernsteren Hintergrund: „Man darf nicht vergessen, dass wir in dieser Runde sehr großes Verletzungspech hatten“, sagte der Coach. Er verwies auf den seit Wochen fehlenden Johannes Schmitz oder den Ungarn Laszlo Toth, der sich nach der Runde der schon lange drohenden Schulteroperation unterziehen wird und seiner Mannschaft in dieser Saison nur mit halber Kraft helfen konnte. „Ich bin stolz darauf, wie die Mannschaft nach dem Rückschlag gegen Neustadt zurückgekommen ist und sich heute präsentiert hat“, so der WSV-Trainer, der damit auch erkennen ließ, dass die deutliche Schlappe und der verpasste dritte Tabellenplatz an ihm und der Mannschaft genagt haben. Die Chance, doch noch auf den letzten Drücker am ehemaligen Bundesligisten vorbeizuziehen war gering. Ein Punktverlust des SCN bei der SGW Leimen/Mannheim war reines Wunschdenken und hatte sich schon nach den Anfangsminuten zerschlagen. Der WSV zeigte sich davon unbeeindruckt. Der spielfreudige, manchmal ein wenig zu verspielte Ägypter Ahmed Mohamed stellte mit einem Doppelschlag innerhalb der ersten 75 Sekunden die Weichen auf Sieg, Martin Görge (2.) legte zum 3:0 nach und beseitigte damit die Befürchtungen des Trainers, der davor gewarnt hatte, die junge und begeisterungsfähige Darmstädter Mannschaft ins Rollen kommen zu lassen. Doch in der Euphorie der Anfangsphase verlor der WSV selbst die Ordnung in der Defensive und Darmstadt verkürzte innerhalb von 45 Sekunden auf 2:3. Grund genug für das Ludwigshafener Trainergespann Hilbich und Maurice Schäfer, die Mannschaft in einer Auszeit wieder einzunorden: „Wir sehen das jetzt gerade zu locker. Wir brauchen wieder deutlich mehr System im Spiel“, forderte Hilbich und fand damit Gehör. Der Rest war ein Schaulaufen mit viel Einsatzzeit für die gesamte WSV-Bank und einem zumindest kurz verwirrten Toptorjäger Martin Görge. So spielten sie WSV Ludwigshafen: Sieger, Simon Sommer (ab 19.) – Hummel (2), Toth (2), Kany (1), Thamm, Wambsganß, Reiff, Mohamed (4), Hettich (4), Oliver Görge (2), Martin Görge (7), Andreas Sommer.

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