Ludwigshafen Tor aus 55 Metern
«Ludwigshafen.» Julien Jubin, Stürmers des Ludwigshafener SC, war im Mittelfeld zu Boden gegangen und blieb liegen. Dem vielfachen Ruf „Ball ins Aus“ kamen die Fußgönheimer nach. Jubin wurde behandelte und konnte weitermachen. Der Einwurf kam zu Denis Jolic, der noch in der eigenen Hälfte stand. „Ich wollte den Ball zu ASV-Torhüter Kevin Knödler zurückspielen, habe aber nicht damit gerechnet, dass er so weit vor seinem Kasten steht und sich der Ball ins Netz senkt“, sagte der 28-jährige Jolic. Er wartete nach dem Schlusspfiff auf Knödler, um sich zu entschuldigen. Der 42 Jahre Torwart, der in seiner langen Laufbahn schon viel erlebt hat, schüttelte den Kopf: „Weiß der Teufel, was er da vorgehabt hat. Er hat voll draufgehalten. Unfassbar.“ Der LSC reagierte so, wie man in einer solchen Situation reagieren sollte. Vom Anspiel weg ließ man David Steckbauer ungehindert laufen und das 1:1 erzielen. „Der LSC wusste, dass beim 1:0 nicht alles korrekt abgelaufen war und hat mit einer guten Aktion danach gezeigt, was es heißt, Fair-Play zu leben“, lobte Knödler. Für LSC-Spielertrainer Bernd Fröhlich war das keine Frage. „Wir sind abgestiegen und wollen uns ordentlich verabschieden. Da ist ein solches Verhalten selbstverständlich“, betonte Fröhlich. Der Innenverteidiger war mit seiner Mannschaft zufrieden. „Das war eine ordentliche Leistung. Wir haben nur wenige Möglichkeiten zugelassen, die Fußgönheim gut verwertet hat“, bedauerte Fröhlich. Das Chancenverhältnis lautete 8:4 für die Gastgeber, die nach dem 1:2 von Kevin Takpara (7.) bis zur Pause die Partie bestimmten und die beiden schönsten Tore erzielten. „Zweimal über unsere linke Abwehrseite, zweimal haben wir die Flanke nicht unterbunden“, kritisierte Fußgönheims Trainer Jan Kamuf das Abwehrverhalten. Offensivverteidiger Onur Yildirim leistete jeweils mit präzisen Flanken die klasse Vorarbeit. In beiden Fällen war der torgefährliche Julien Jubin der Abnehmer, einmal noch mit der Zwischenstation Taher Taher (32., 39.). Das Fußgönheimer Spiel wurde im zweiten Abschnitt etwas besser. Gefährlicher wurden die Gäste, die im dritten Spiel einer Englischen Woche sichtlich mit fehlender Frische zu kämpfen hatten, aber nicht. Dennoch drehten Benjamin Bischoff per Foulelfmeter (76.) und der eingewechselte Ronald Kesselring (82.) die Partie zugunsten des ASV. Der hätte den Sieg aber nicht verdient gehabt. In der Nachspielzeit hatte Kai Gutermann Pech, dass er nach dem Kopfball von Denis Jolic an den Pfosten, dem zurückspringenden Ball nicht mehr ausweichen konnte und ein Eigentor zum 4:4 fabrizierte (90.+1). So spielten sie Ludwigshafener SC: Wiegand - Yildirim, Denis Jolic, Fröhlich, Terzi - Aydin (80. Scharfenberger), Dominik Jolic - Julien Jubin (83. Karakis), Drese (64. Agwaze), Taher - Prince Jubin ASV Fußgönheim: Knödler - Del Rio Pfeffer (89. Kolonko), Loch, Bischoff, Esslinger - Takpara, Hoti, Euler (46. Kesselring), Haxhija - Steckbauer, Kai Gutermann.