RINGEN
Titelhamster Willi Heckmann 70 Jahre alt
Seit rund 50 Jahren lebt der Olympia-Achte von Montreal (1976), EM-Dritte von 1971 und 17-fache Deutsche Meister in Schifferstadt, wo er von 1985 bis 2016 als Leiter des Olympiastützpunkts und der Sportschule des Landessportbundes Rheinland-Pfalz auf der Portheide auch seinen beruflichen Mittelpunkt hatte.
Heckmann kam 1969 als Deutscher Jugendmeister vom nordbadischen AC Rohrbach zum renommierten Ringer-Bundesligisten VfK Schifferstadt, wo er an der Seite unter anderem von Wilfried Dietrich, Paul Neff und Werner Schröter zu einer Stütze der erfolgreichen VfK-Meisterstaffel wurde. Zwischen 1971 und 1980 wurde Heckmann siebenmal Deutscher Meister im Papier- und Fliegengewicht und zweimal Deutscher Mannschaftsmeister, nachdem er zuvor schon als Nachwuchsringer mit acht Meistertiteln der Jugend und Junioren nachdrücklich auf sich aufmerksam gemacht hatte.
Mitgründer der „Pälzer Ausles“
Seinen Erfolgsweg bei den Ringern setzte er als Trainer mit zwei Mannschafts-Meistertiteln mit dem VfK fort, wurde nach seiner Ausbildung an der Universität Trier hauptberuflicher Trainer des Landessportbundes. In dieser Funktion war er beim Olympiastützpunkt Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft, für die er unter anderem bei Olympia 2000 in Sydney am Mattenrand verantwortlich war. Die von ihm betreuten Ringer holten 158 Medaillen – darunter einmal Olympia-Gold, drei WM- und 15 EM-Medaillen. 2011 verlieh ihm Ministerpräsident Kurt Beck die Verdienstmedaille des Landes.
Auch sein Privatleben blieb vom Sport stark geprägt und so war es kein Wunder, dass er 1979 zusammen mit Werner Schröter die „Pälzer Ausles“ gründete – den geselligen und sportlichen Zusammenschluss ehemaliger Stars aus dem pfälzischen Sport. Dass er seinen Frühjahrsurlaub wenige Tage vor seinem 70. Geburtstag im Freizeitzentrum Oberjoch des Landessportbundes im Allgäu verbrachte, versteht sich da fast von selbst.