Ludwigshafen Tim Weber fährt zwei Siege ein
. Der 15 Jahre alte Tim Weber hat die erste Hürde auf dem Weg zu den Junioren-Europameisterschaften im Hallenradsport Ende Mai in Prag bravourös genommen. Der Kunstradfahrer des RCV Böhl-Iggelheim gewann beim 1. Junior-Masters in Erlenbach bei Heilbronn am Samstag beide EM-Qualifikationen. Am Morgen siegte Weber, der 179,20 Punkte aufgestellt hatte, mit 164,50 Punkten, am Abend beim Finale der besten Drei des Vormittags stellte er mit 171,93 Punkten sogar eine persönliche Bestleistung auf. Es war eine Augenweide, dem Neuntklässler des Haßlocher Hannah-Arendt-Gymnasiums bei seiner Fünf-Minuten-Kür zuzuschauen. Diese Sicherheit, diese Eleganz, diese Ausstrahlung – Riesenbeifall brandete auf, als Weber seine Kür fehlerlos beendete hatte. War ihm am Vormittag der schwierige Mautesprung, der Sprung vom Sattel auf den Lenker, noch misslungen, so gelang ihm dieser Sprung am Abend perfekt. Jeweils den zweiten Platz belegte Simon Köcher aus Öschelbronn, der einmal 160 und einmal 166 Punkte ausgefahren hatte. Anton Hanselmann aus Öhringen kam auf 146 und 160 Zähler. „Wir haben in den vergangenen Wochen sehr viel an der Kür gearbeitet, gerade auch an der Haltung. Ich bin wirklich sehr zufrieden“, berichtete Weber. „Ich habe einen Weg, den ich immer gleich fahren will. Wenn der mal nicht passt und das Rad nicht gerade läuft, dann passiert halt so ein Sturz. Ich habe es fast kommen sehen, aber das noch zu korrigieren, das geht fast nicht“, sagte Weber zu seinem missglückten Mautesprung. „Heute Abend macht er ihn besser“, gab sich seine Mutter und Trainerin Andrea Weber am Morgen optimistisch. „Es braucht halt viel Erfahrung für diesen Sprung, er hat ihn ja erst in fünf Turnieren gefahren“, sagte die hochzufriedene Trainerin. „Er hat eigentlich alles wie besprochen umgesetzt, es hätte nicht besser laufen können“, meinte sie nach dem überragenden Sieg am Abend. Obwohl nur 100 Kilometer zu fahren waren, Tim Weber aber schon am Freitag zum Einfahren nach Erlenbach musste, hatte sich die Familie Weber nahe des Weinsberger Kreuzes ein Weingut zum Übernachten gesucht. „Wir wollten Tim den Stress ersparen, er musste ja schon früh morgens ran, und er fährt auch nicht gerne Auto“, sagte Andrea Weber. So wurde es trotzdem ein langer Tag für den 15-Jährigen, denn zwischen beiden Auftritten lagen acht Stunden. Junioren-Nationaltrainer Marcus Klein aus Wachenheim im Zellertal lobte seinen EM-Kandidaten: „Tim ist sehr fleißig, fährt sehr exakt, sehr sicher. Er wird seinen Weg machen. Ich habe ihn ja oft in Kaderlehrgängen. Da fällt mir auf, dass er seine Antennen ausfährt, nicht nur gut zuhört, sondern auch umsetzt, was man ihm an Tipps gibt. “