Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Tennis: Viel Lob für Weltranglisten-Turnier beim BASF TC Ludwigshafen

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Es ist eines der größten ATP-Challenger-Turnier der Welt. Normalerweise werden solche Turniere mit 48 Profis gespielt. In Ludwigshafen waren es nun 56. Das war eine doppelte Premiere. Denn erstmals fand das Sportereignis beim BASF TC Ludwigshafen statt – das wird die kommenden vier Jahre so bleiben.

Ludwigshafen. Frank Stauder strahlte. „Wir haben in dieser Woche nur positives Feedback bekommen“, sagte der Präsident des BASF TC Ludwigshafen. Sowohl Stephane Cretois als Supervisor des internationalen Tennisverbandes ATP, als auch die Spieler lobten die Platzanlage und das gesamte Umfeld beim ersten Tennis-Weltranglistenturnier an der Ludwigshafener Weiherstraße. Der US-Amerikaner Nathaniel Lammons, der gemeinsam mit seinem brasilianischen Partner Fernando Romboli die Doppelkonkurrenz gewonnen hatte, formulierte dieses Lob in seinen Dankesworten: „Man kann über diese Turnierwoche nichts Schlechtes sagen. Die Bedingungen hier sind einfach optimal.“ Und Doppelpartner Romboli ergänzte: „Das ist hier ein toller Club.“

BASF-TC-Präsident Stauder: „Vertrag mit ATP bis 2023.“

Stauder nahm das Lob erfreut entgegen. Der Klub und die ATP haben einen Fünf-Jahres-Vertrag abgeschlossen. Bis vorläufig 2023 wird das ATP-Challenger-Turnier also in Ludwigshafen stattfinden. „Vor einer Premiere ist schließlich immer eine gewisse Anspannung da“, gab er zu. Dabei ordnete der Klubvorsitzende die Komplimente richtig ein. „Wir wissen auch, dass wir noch einige Dinge verbessern können. Da werden wir jetzt in der Nachbearbeitung besprechen“, betonte er. Der Biergarten auf der großen Wiese habe beispielsweise noch Luft nach oben, die Vermarktung des VIP-Bereichs sei ausbaufähig – wie auch die Zuschauerresonanz. „Vor allem am Freitag hätte ich mit mehr Leuten gerechnet“, räumte Stauder ein. Immerhin spielte am Freitag Lokalmatador Constant Lestienne vom BASF TC gegen den Slowaken Filip Horansky im Viertelfinale. „Ich dachte, dass einige Leute nach dem Arbeiten noch bei uns vorbeischauen“, sagte Stauder. Aber ausgerechnet der Freitag verzeichnete den schwächsten Besucherandrang.

Schulterschluss mit umliegenden Klubs ausbauen

„Wir müssen analysieren, woran das gelegen hat“, konkretisierte Turnierdirektor Heiko Hampl von der Koblenzer Veranstaltungsagentur Sportsbruder. Er zog einen Vergleich zum Turnier in Koblenz: „Dort ist das Turnier stark in die Vereinslandschaft integriert.“ Ein Schulterschluss, der in Ludwigshafen (noch) nicht gelungen sei. Doch auch er glaubt fest an das Potenzial eines vollen Centre-Courts. Und das nicht nur zu den Finals. Die sportliche Qualität habe schließlich die ganze Woche über gestimmt. „Wir hatten hier tolle Matches. Es ist schön, die aufgehenden Sterne der Tenniswelt zu beobachten“, sagte Hampl.

Sieger Hanfmann will wieder unter Top 100

Einer dieser Sterne ist der für Bundesligist Weinheim spielende Yannick Hanfmann. Seit einem Jahr startet der 27 Jahre alte Karlsruher durch und ist auf dem besten Wege, seine beste Ranglistenposition 99 noch in diesem Jahr zu übertrumpfen. Yannick Hanfmann gewann schließlich verdient das erste Ludwigshafener Challenger Turnier. Es war auch für ihn eine gelungene Woche. Hanfmann war im Finale der Qualifikation zu Wimbledon gescheitert und hatte erst einmal ein paar Tage nach seiner Rückkehr aus London kein Tennis gespielt. Das hat ihm nicht geschadet. Er siegte gestern klar gegen den Slowaken Filip Horansky mit 6:3 und 6:1. Horansky hatte im Viertelfinale den BASF-TC-Lokalmatadoren Constant Lestienne ausgeschaltet. Für Hanfmann war es der vierte ATP-Challenger-Titelgewinn in seiner Laufbahn. In Ismaning und Braunschweig in den vergangenen zwei Jahren setzte sich Hanfmann durch.

Thomas Knieriemen freute sich für den Pfälzer Tennisverband über das hochklassige Turnier. „Man muss in dieser Woche nicht nach Wimbledon fliegen, um gutes Tennis zu sehen.“ Er ist gespannt auf das kommende Jahr. „Dieses Jahr liegen wir in der ersten Ferienwoche, nächstes Jahr liegen wir eine Woche vor den Ferien.“

Guter Leistungstest für Spieler des BASF TC

Sportlich sei das Turnier aus Sicht der Veranstalter ohnehin ein Erfolg gewesen, bilanzierte BASF-TC-Marketingvorstand Robert Pfeffer und verwies auf das Abschneiden der Spieler aus der Zweitliga-Mannschaft. Kommende Woche beginnt für das Team die Saison. Nur Vincent Schneider war in Runde eins gescheitert. Neuzugang Johannes Harteis gelang der Sprung in Runde zwei, wo er am späteren Finalisten Horansky scheiterte. Der Neu-Ludwigshafener Benjamin Hassan schaffte es immerhin bis ins Achtelfinale, Nicola Kuhn unterlag in Runde zwei und Lestienne war als Viertelfinalist bester Lokalmatador. „Er war herausragend in einer starken Mannschaftsleistung“, sagte Pfeffer.

Bester Spieler des BASF TC Ludwigshafen war der Franzose Constant Lestienne. Foto: KUNZ
Bester Spieler des BASF TC Ludwigshafen war der Franzose Constant Lestienne.
Die Zuschauerresonanz ist ausbaufähig. Zum Finale kamen immerhin 800 Zuschauer. Foto: KUNZ
Die Zuschauerresonanz ist ausbaufähig. Zum Finale kamen immerhin 800 Zuschauer.
Vor und hinter den Kulissen wurde die Woche über fleißig geschuftet. Foto: KUNZ
Vor und hinter den Kulissen wurde die Woche über fleißig geschuftet.
Frank Stauder (rechts), Präsident des BASF TC, war ein exzellenter Gastgeber,  Foto: KUNZ
Frank Stauder (rechts), Präsident des BASF TC, war ein exzellenter Gastgeber,
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