Ludwigshafen Teigtaschen in Tiflis

Spannend gebaut: Nils vor der Friedensbrücke.
Spannend gebaut: Nils vor der Friedensbrücke.

Vor ein paar Tagen habe ich dir von meinem Besuch in der Höhlenstadt Uplisziche in Georgien berichtet. Natürlich habe ich während meiner Georgien-Reise auch ein paar Tage in der Hauptstadt Tiflis verbracht. Die Stadt ist einen Besuch wert.

In Georgien leben rund 3,7 Millionen Menschen. 1,1 Millionen von ihnen leben allein in der Hauptstadt. Das sind fast sieben Mal so viele wie in Ludwigshafen. Tiflis ist also eine sehr große Stadt, etwa so groß wie Köln. Wenn man die Stadt besichtigt, merkt man zuerst gar nicht, dass dort so viele Menschen zu Hause sind. Denn in der Innenstadt gibt es nur zwei Hochhäuser, alles andere sind niedrigere Häuser. Viele sind sehr alt und baufällig und haben nur ein oder zwei Geschosse. Aber wenn man mit der Gondelbahn zur Festung Nariqala fährt, sieht man am Horizont ganz viele Hochhaus-Siedlungen. Dort wohnen die Menschen. Neben der Festung steht eine Statue: die „Mutter Georgiens“. Die Figur hält ein Schwert für die Feinde und eine Schale Wein für die Gäste in ihren Händen. Außerdem kann man durch die alte Festung stromern und auf den Felsen herumklettern. Das hat mir großen Spaß gemacht. Wenn man von dort oben auf Tiflis heruntersieht, erkennt man gut die Kura, die durch Tiflis fließt, und einige neue Gebäude, die Michail Saakaschwili bauen ließ. Der war von 2004 bis 2013 Präsident von Georgien und wollte Tiflis moderner machen. Seitdem gibt es die Friedensbrücke. Das ist eine Fußgängerbrücke mit ganz viel Glas und Stahl. Außerdem gibt es ein Konzerthaus, ebenfalls aus Glas und Stahl, das die Form eines Hufeisens hat. Aber es gibt auch noch viele alte Häuser. Die sind zum Teil so verfallen, dass sie abgestützt werden müssen, weil sie sonst einstürzen würden. Manche sind schon restauriert und andere werden gerade restauriert. Auffallend sind auch die vielen Kirchen. Die älteste ist die georgisch-orthodoxe Antschischati-Basilika und stammt aus dem 6. Jahrhundert. Direkt neben der Altstadt gibt es noch ein Bäderviertel. In Tiflis sprudeln nämlich warme Schwefelquellen, in denen man baden kann. Der Name Tiflis – auf georgisch Tbilissi – bedeutet „heiße Quellen“. Das habe ich allerdings nicht ausprobiert, denn das Schwefelwasser müffelt ganz gewaltig. So wollte ich nicht riechen! Wenn man quer durch die verwinkelten Gassen der Altstadt streift, kommt man irgendwann zu einem großen Platz: dem Friedensplatz. Dort beginnt der Rustaveli-Bulvard, eine Prachtstraße mit imposanten Häusern. Das ist der krasse Gegensatz zur Altstadt. Da ich keine Lust auf einen Shopping-Bummel durch die teuren Boutiquen hatte, bin ich kurzerhand in die U-Bahn gestiegen. Die hat mich doch sehr an die Moskauer U-Bahn erinnert. Kein Wunder, schließlich ist sie auch nach dem Vorbild der Moskauer Metro gebaut worden. Denn Georgien gehörte bis 2003 zur Sowjetunion, und in der Sowjetunion erhielten alle Städte mit mehr als einer Million Einwohnern eine U-Bahn. Auf der anderen Seite des Flusses bin ich wieder ans Tageslicht geklettert. Dort im Stadtviertel Sololaki sah es schon wieder ganz anders aus. Eine große Straße mit Geschäften gab es auch, doch waren die Gebäude nicht ganz so prächtig wie auf dem Rustaveli und zum Teil aus dem Jugendstil. Das ist ein Baustil mit geschwungenen Formen. So bauten die Menschen gerne um 1900. Nach dieser langen Besichtigungstour habe ich erst einmal eine Pause gemacht. Das georgische Mineralwasser hat mir nicht geschmeckt, das ist nämlich Heilwasser und schmeckt salzig. Dafür waren die Limonaden richtig lecker, vor allem eine quietschegrüne mit Thymian-Aroma. Die hat echt besser geschmeckt, als es sich jetzt anhört. Ich habe dann noch Kinkali probiert. Das sind große Teigtaschen, so ähnlich wie Tortellini. Und ich habe Auberginenröllchen gegessen, die mit einer Walnusspaste gefüllt waren. Richtig lecker war das Chatschapuri, eine Art dünner Pizza mit leckerem Käse.

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