Stadtkolumne WOCHENSPIEGEL RHEINPFALZ Plus Artikel „Tatort“ Ludwigshafen – einfach eine hochspannende Angelegenheit

Webcam-Krimi: Fortsetzung folgt.
Webcam-Krimi: Fortsetzung folgt.

Webcam: „Tatort“ Baustelle

Schauspielerin Ulrike Folkerts ist die beliebteste „Tatort“-Kommissarin der Republik – kein Wunder, ist Lena Odenthal doch inzwischen die dienstälteste Ermittlerin zwischen Kiel und München. „Eine starke Frau, die es gelernt hat, sich durchzusetzen“, wie die Figur im Internetlexikon Wikipedia gerühmt wird. Das passt zu Ludwigshafen, wo der Oberbürgermeistersessel ja schon seit 2002 vom weiblichen Geschlecht besetzt ist. Selbst im fünfköpfigen Stadtvorstand stellen drei Frauen die Mehrheit. An der Hochstraßenfrage beißen sich die führenden Damen indes seit einem Jahrzehnt die Zähne aus. Vielleicht steht der zähe Südtrassenabriss deshalb seit Dienstag unter permanenter Beobachtung – einer auf einem Balkon des Mosch-Hochhauses installierten Webcam sei Dank. Jetzt kann man live verfolgen, was dort so vor sich geht. Endlich! Hochspannender Hochstraßenstoff: Neulich etwa hat ein Bagger seine Schaufel bewegt. Es ist ein wahrer Krimi.

Masken: „Tatort“ Garderobe

Das coronabedingt zwangsläufig beliebtste Accessoire der Republik ist derzeit der Mundschutz. Es gibt ihn in allen Farben und Varianten, wie unsere Leseraktion diese Woche gezeigt hat. Eine Auswahl (16 Stück) der zum Teil sehr amüsanten Fotos mit bisweilen sehr kuriosen Motiven haben wir am Dienstag veröffentlicht. Das waren aber längst nicht alle Schnappschüsse – und Beiträge. Nicht im Blatt war etwa ein Bild von Hannelore Nothhof aus Schauernheim. Es zeigt neun bunt gemusterte Masken, die mit Klammern an einer Schnur befestigt sind – eine Art Wäscheleine, die diagonal durch die Wohnung gespannt ist. Dahinter hängen ein paar Jacken an einem Haken, auf einer Ablage liegen Schals. Weil die Aufnahme nicht außergewöhnlich spektakulär ist, hat sie es am Ende leider nicht in die Zeitung geschafft. Unerwähnt bleiben soll die E-Mail aus dem Rhein-Pfalz-Kreis jedoch nicht, denn der Kommentar zum Bild ist genial: „Schnutenverstecker-Garderobe“.

Aussprache: „Tatort“ AfD-Büro

Am 10. März gab es vor dem wenige Tage zuvor eröffneten AfD-Bürgerbüro in der Ludwigstraße eine laut Polizei unangemeldete Demo mit 50 Teilnehmern. In der Nacht zum 5. April wurde die Front mit schwarzer Farbe beschmiert, in der Nacht zum 28. April ein Fenster eingeworfen – die Partei stellte Strafanzeigen, die Staatsanwaltschaft prüft sie und will eine „Entscheidung aus einem Guss“ treffen. Insofern ist dreierlei festzuhalten: 1) Gewalt oder Vandalismus sind weder ein probates Mittel der Auseinandersetzung noch eine legitime Form des Protests; 2) Den Vorwürfen wird nachgegangen, so wie sich das gehört; 3) Die Täter sind noch nicht ermittelt, das Ergebnis bleibt daher abzuwarten. Vorschlag an die empörte AfD, die von der Konkurrenz ein Bekenntnis zum demokratischen Miteinander vermisst: Sobald es Corona zulässt, alle anderen Fraktionen zu einer demaskierenden Diskussion einladen, sprich: ohne „Schnutenverstecker-Garderobe“.

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