Ludwigshafen Talente aus der Domstadt

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Als einen der vielversprechendsten jungen deutschen Saxophonisten feierte ihn der Deutschlandfunk. Die Rede ist von dem Kölner Jazzmusiker Christoph Möckel. Mit seinem Quartett stellte er sich bei der IG Jazz in der Mannheimer Klapsmühl’ am Rathaus vor. Das Ensemble erwies sich als technisch versiert, stilistisch vielseitig und war voller ungewöhnlicher harmonischer Ideen.

Möckel hat in Köln Jazz-Saxophon studiert, wirkte in verschiedenen Big Bands mit, darunter Cologne Contemporary Jazz Orchestra und European Jazz Orchestra. Jetzt betreibt er zwei Projekte gleichzeitig: das Quintett Offshore und ein eigenes Quartett. Trotz junger Jahre hat der Saxophonist bereits auf etlichen CDs mitgewirkt, sein erstes eigenes Album mit dem Titel „Dreamlike“ hat er auch mit dem Quartett aufgenommen. Seine Kompositionen geben sich harmonisch avanciert, wirken dabei überaus elegant in der Tongebung. Bei Hayden Chisholm, Mark Turner und Steve Coleman hat Möckel Workshops besucht und deren Einfluss kann man durchaus spüren in seinen Bebop-Anleihen, in den kurzzeiligen Phrasen, den repetierenden Skalenläufen und harmonischen Sequenzierungen. Gestik und Ausdruck des Bebop sind hier in einen modernen Kontext übertragen. Spannend wird es, wenn sich Möckel und der Pianist Simon Seidl gegenseitig hochschaukeln mit ineinander verzahnten Motiven und unerschöpflichem harmonischem Einfallsreichtum. Ein fabelhafter Musiker ist auch Seidl, der ein eigenes Trio unterhält und auch hier im Quartettspiel eine große romantische Seele erkennen ließ. Seine Soli besitzen eine verwegene Harmonik und eine expressive, weit ausschwingende Hymnik. Und auch mit virtuos dahinfliegenden, labyrinthisch verzweigten Improvisationslinien machte Seidl besten Eindruck. Die Kölner Jazzszene ist besonders reich gesegnet mit jungen Talenten, was nicht zuletzt an der hervorragenden Infrastruktur liegt mit einer renommierten Jazzabteilung an der Musikhochschule, namhaften Clubs und den Jazz unterstützenden Rundfunksendern. Der Deutschlandfunk hat auch die CD des Quartetts produziert. Und die beiden exzellenten Rhythmusleute sind gleichfalls starke Exponenten der Jazzszene in der Domstadt. Der Kontrabassist Matthias Nowak und der Schlagzeuger Fabian Arends waren agil und differenziert musizierende Begleiter. Ihr pulsierendes Spiel ließt auch komplexe Rhythmen federleicht klingen. Bei Balladen nimmt Möckel gerne das Sopransaxophon zur Hand. So machte er es Paul Motians „Arabesque“, bei dem sich farbige, butterweich intonierte Ornamente des Saxophons mit den Romantizismen des Pianos verbanden. Für seine Band Weather Report schrieb Wayne Shorter „Sightseeing“, ein vitales Fusionstück, in Fahrt gebracht von einem behände treibenden Bass und einem fein pulsierenden Schlagzeug. Hier trumpfte das Quartett noch einmal auf mit fabelhaft ineinander gepassten Verläufen, facettenreichen Klangfarben und inspirierten Improvisationen.

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